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Projekt: Nordtunnel

Anlass und Aufgabenstellung

Das innerstädtische Verkehrsnetz soll im Bereich der Preußenstraße erweitert werden, da durch den geplanten Autobahn-Vollanschluss Lünen-Süd Mehrverkehr induziert wird.

Mit Beschluss vom 21.03.2000 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt und mit Beschluss vom 13.04.2000 der Rat der Stadt Lünen die Verwaltung mit der Fortführung der Ertüchtigungsalternative „Variante 5" (Nordtunnel) beauftragt.

Aus Gründen der planerischen und kaufmännischen Sorgfalt wurden alle Varianten –und darüber hinaus eine weitere Variante- einer Barwertberechnung und Nutzwertanalyse unterzogen. Als Ergebnis ist festzuhalten, dass die damalige Variante 5 weiterhin die gewichtet „optimale" Variante darstellt.

Damit liegt der Grundsatzbeschluss für den Bau der Ertüchtigungsalternative 5 vor. Am 06.07.2004 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Verkehr darauf aufbauend den Bebauungsplan Lünen Nr. 191 „Nordtunnel – Preußenstraße" beschlossen. Der Ausschuss für Sicherheit und Ordnung hat in seiner Sitzung am 19.09.2012 über Art und Umfang der Baumaßnahme beschlossen.

Der Landesbetrieb Straßenbau plant der Vollanschluss der BAB A2 im Bereich Dortmund – Lanstrop und nach derzeitigem Kenntnisstand verbindlich die Umsetzung dieser Maßnahme für 2018/2019. Aufgrund der daraus resultierenden Mehrbelastung an Fahrzeugen wurde die Ertüchtigung der Bebelstraße L 556 auf städtischer Seite geplant. Im Rahmen der Erweiterung des innerstädtischen Verkehrsnetzes soll eine Verbindungsstraße einschließlich beidseitiger Geh- und Radwege zwischen der Bebelstraße L556 und der vorhandenen Preußenstraße nördlich des Bahnhofs Preußen gebaut werden.

Die hierzu erforderliche Unterführung quert die 3-gleisige DB Strecke. In dem Zuge wird ein zusätzlicher Bahnsteigzugang zum Haltepunkt Preußen vorgesehen. Diese Unterführung wird wegen der Grundwasserstände in Form eines druckwasserdichten Trogbauwerks realisiert.

 

Verkehrssituation und Entwurfsgedanke der Variante Nordtunnel

Die Bebelstraße L556 und die Preußenstraße sind Hauptverkehrsstraßen. Sie liegen im Ortsteil Horstmar westlich und östlich des Bahnhofs Preußen. Die L 556 quert zurzeit die Gleisanlagen im südlichen Bereich des Bahnhofs Preußen.

Die jetzige Unterführung ist mit einer lichten Durchfahrtshöhe von 4,00 m nicht ausreichend. Trotz Beschilderung bleiben regelmäßig LKW unter dem Überbau stecken und behindern den Verkehrsfluss dadurch übermäßig stark.

Der vorliegende Entwurf verbindet die Bebelstraße von Norden kommend über einen Kreisverkehr durch die nördlich des Bahnhofes geplante Verbindungsstraße und einem zweiten östlich gelegenem Kreisverkehr mit der Preußenstraße, die die Verbindung nach Süden zur L 556 wieder gewährleistet.

Geplante Rad- und Fußwegverbindungen komplettieren die Maßnahme.

Aufgrund der vorhandenen Grundwasserstände und der geplanten Gardiente der Verbindungsstraße, ist von Station 177,00 bis 322,00 ein Trogbauwerk erforderlich. Die Gradienten der seitlichen Rad- und Gehwege sind höher angeordnet, so dass in den Anfang- und Endbereichen des Straßentroges auf eine Trogkonstruktion im Rad- und Gehwegbereich teilweise verzichtet werden kann.

Umfang der baulichen Maßnahme

Der neue Teilabschnitt in der Bebelstraße erfordert aufgrund der Trassenführung und der gewählten Höhenlage der Gradiente den Vollausbau.

Der Querschnitt wird umgestaltet und erhält beidseitig durch Baumreihen unterbrochene Parkstreifen und eine beidseitige Radweg- und Gehwegführung.

Der gewählte südliche Kreisverkehr als Verknüpfungselement der Bebelstraße Nord und Süd gewährleistet die Abwicklung der erwarteten Verkehre. Die gewählte Höhenlage des Kreisverkehrs resultiert aus den Angaben der Grundwasserstandsmessungen.

Die Führung der Radfahrer erfolgt im Kreisverkehr auf eigenen Geh- und Radwegen analog zu den angrenzenden Querschnitten. Die Querungen sind abgesetzt von der Fahrbahn über Inseln vorgesehen. Die Ableitung der Oberflächenwässer erfolgt über das tlw. noch zu bauende städtische Kanalisationsnetz. Hierzu haben bereits umfangreiche Abstimmungsgespräche mit SAL stattgefunden.

Die Verbindungsstraße führt vom Kreisverkehr West, quert die Gleisanlagen als Unterführung, zu dem Knotenpunkt Ost mit der Preußenstraße.

Beidseitig verlaufen parallel trassierte Geh- und Radwege.

Der östlich der Unterführung angelegte Erweiterungsparkplatz erhält eine Anbindung an die Verbindungsstraße.

Im Knotenpunktsbereich Preußenstraße/Verbindungsstraße ist ein Kreisverkehr zur Abwicklung der zu erwartenden Verkehre gewählt. Er gewährleistet die betriebliche und die wirtschaftliche Abwicklung der Fahrzeuge.

Die Trassenlage erfordert in den Anbindungsarmen der Preußenstraße den Vollausbau bis zu den Anschlussmöglichkeiten. Die Anliegerstraße „An der Kohlenbahn" erhält eine nachrangige Einfahrtsmöglichkeit in den Kreisverkehr. Das hier zu erwartende Verkehrsaufkommen wird als sehr gering eingestuft.

Die neuen Fahrbahnbeläge werden in Asphaltbauweise ausgebaut. Die Rad- und Gehwege werden, genauso wie die seitlich liegenden Parkstreifen, gepflastert hergestellt.

Der neue Straßenverlauf wird durchgehend beleuchtet.

Da die Eisenbahnüberführung direkt in die Belange der DB eingreift, ist für das Überführungsbauwerk eine separate Planung durchgeführt worden.

Die drei zu überführenden Gleise (301, 302 und 303) liegen auf Rahmenbauwerken. Dazwischen ergibt sich eine lichte Öffnung von 2,735 m, die durch Gitterroste abgedeckt wird. Durch diese Tageslichtöffnung des Trogüberbaus wird die unangenehme Tunnelcharakteristig vermieden und das Bauwerk wird nicht als Angstraum wahrgenommen. Bei Dunkelheit wird der Tunnelbereich beleuchtet. Das Bauwerk erhält eine lichte Weite von 16,00 m und eine lichte Höhe von mindestens 4,70 m. Die Breite zwischen den Geländern (DB-Dienstwege) beträgt ca. 19,00 m.

Zur optischen Auflockerung sind die Ansichtsflächen der Innenwände des Troges und der Unterführung teilverklinkert.

Die gewählten baulichen Elemente entsprechen den einschlägigen Richtlinien und bedingen die Sicherheit und Leichtigkeit der Verkehre für alle Verkehrsteilnehmer.

Zuständigkeiten der Baulastträger

Für die bauliche Durchführung des Überführungsbauwerkes ist die DB AG eigenverantwortlich zuständig und die Stadt Lünen wird die Kosten hierfür übernehmen müssen, da sie Zustandstörer ist. Für die spätere Unterhaltung des Überführungsbauwerkes ist die DB AG ebenfalls zuständig. Die Erhaltungs- und Betriebslast des Kreuzungsbauwerkes wird der DB AG nach § 15 Abs. 1 Satz 1 und Abs 4 des Eisenbahn-Kreuzungs-Gesetzes (EKrG) abgelöst. Eine Berechnung des Ablösebeitrages erfolgte noch nicht.

Für die Errichtung und Unterhaltung des Straßenbauwerks und des Trogs ist die Stadt Lünen verantwortlich.

Finanzielle Auswirkungen

Die Gesamtinvestitionskosten für die Errichtung der Eisenbahnunterführung mit den vorgelagerten Trogrampen und den angrenzenden Kreisverkehren belaufen sich auf rund 8,9 Mio. Euro.

Zeitliche Abwicklung

Die DB Netz hat mit Datum vom 11.09.2015 die Bauleistung europaweit ausgeschrieben. Am 02.11.2015 endete die Angebotsfrist und der Auftrag ist zum 17.12.2015 an die Fa. Amand GmbH, Ratingen, vergeben worden.

Die Ausschreibungsunterlagen für den städtischen Teil (Kreisverkehre Bebelstraße und Preußenstraße, Trogbauwerk und Trogentwässerung) wurde am 19.01.2016 submittiert und an die Fa. Heinrich Walter Bau GmbH, Borken, sowie an die Bietergemeinschaft Kemna Andreae GmbH, Hannover, verauftragt.

Zurzeit baut die DB Netz AG im Bereich des Bahnkörpers und der ehemaligen Schrebergärten das Eisenbahnüberführungsbauwerk. Dies geschieht weitestgehend ohne Beeinträchtigungen für den öffentlichen Verkehr.

Außerhalb des Gleisbereichs sind zwei Baugruben hergestellt worden, in denen die beiden Rahmenbauwerke hergestellt werden. Nach Fertigstellung werden diese im Frühjahr 2017 in zwei DB - Sperrpausen an ihre endgültige Lage unter die Gleise geschoben. Hierzu sind in einer sehr kurzen Zeit und nachts erhebliche Erdbewegungen notwendig.

Wenn die Bauarbeiten der DB Netz AG dem Ende zugehen, wird voraussichtlich im März 2017 der Kanal- und Straßenbau an der Bebelstraße unter Einbahnstraßenregelung in Richtung Süden von Spichernstraße bis Alsenstraße beginnen. Die Einbahnstraßenfahrbahn wird auf dem vorhandenen Gehweg auf der Ostseite realisiert. Der Straßenbau wird dem Kanalbau successive folgen. Für die Dauer von ca. einem Jahr wird dann eine Umleitungsstrecke für die Gegenrichtung über Derner Straße - Lutherstraße - Jägerstraße eingerichtet sein. Parallel beginnen, ohne nennenswerten Einfluss auf die Verkehrsteilnehmer, die Arbeiten an dem Trogteilstück im Bereich der Preußenstraße.

Danach wird ohne Unterbrechung zur Preußenstraße gewechselt. Nahezu gleichzeitig wechseln auch die Arbeiten des Trogbaus von der Preußenstraße zur Bebelstraße. Der Kreisverkehrsplatz Preußenstraße wird unter halbseitiger Sperrung gebaut.

Im Bereich des Pendlerparkplatzes am Preußenbahnhof sind umfangreiche Entwässerungsmaßnahmen für das Unterführungsbauwerk und den Trog notwendig. Hierzu werden ca. 1/4 der jetzt noch vorhandenen Pendlerparkplätze ab Herbst 2017 gesperrt werden müssen. Nach Fertigstellung des Parkplatzes im Sommer 2018 werden dann ca. 40 Stellplätze mehr als jetzt zur Verfügung stehen. Bis dahin ist allerdings mit einem erhöhten Parkdruck zu rechnen.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Hendrik Lütke Brintrup

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Bebauungsplan Nordtunnel      [pdf, 1.944,63 Kilobyte]

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