Rund 25 bis 30 % aller Kinder und Jugendlichen sind von einer Allergie betroffen. Insbesondere Kinder, deren Eltern oder Großeltern an Allergien leiden, können selbst auch von Allergien betroffen sein.
Unter einer Allergie versteht man eine fehlgesteuerte Reaktion des Immunsystems gegenüber bestimmten Substanzen der Umwelt, wie z. B. gegenüber Pollen, Tierhaaren, Hausstaubmilben, Nahrungsmittel (Milch, Ei und anderes). Eltern sollten, insbesondere in mit Allergie belasteten Familien, folgende Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen:
Informationen speziell über Allergien im Kindesalter sind erhältlich bei:
Arbeitsgemeinschaft allergiekrankes Kind e.V.
Nasshaustraße 32
35745 Herborn
Telefon 02772 92870
Deutscher Allergie- und Asthmabund e.V.
Hindenburgstraße 110
41061 Mönchengladbach
Telefon 02161 814940
bzw. Beratungsnummer 02161 10207 (von 9.30 bis 12.30 Uhr)
Kleinkinder projizieren nahezu alle Schmerzen (auch Übelkeit, Ohrenschmerzen oder Halsschmerzen) in den Bauchbereich. Aus diesem Grund wird die Kinderärztin oder der Kinderarzt das ganze Kind untersuchen, auch wenn es nur über Bauchschmerzen klagt.
Verschiedene Ursachen können jedoch auch tatsächliche Schmerzen im Bauch verursachen. Häufig handelt es sich um eine leichte Magen-Darm-Infektion oder einen verdorbenen Magen. Eine Wärmflasche und Fenchel-Tee können hier schon helfen. Bei stärker und länger anhaltenden Bauchschmerzen sollte das Kind jedoch von der Kinderärztin oder vom Kinderarzt untersucht werden, um die Möglichkeit einer Blinddarmentzündung, Harnwegsinfektion, Nierenbeckenentzündung, Vergiftungen, Wurmerkrankung, Koliken oder ähnliches auszuschließen. Auch Muskelkater kann sich als Bauchweh äußern.
Bitte beachten Sie: Bauchschmerzen aller Art sind beobachtungsbedürftig und sollten der Kinderärztin oder dem Kinderarzt vorgestellt werden, sofern sie nicht über Nacht verschwinden.
Klagt Ihr Kind immer wieder über Bauchschmerzen, ohne dass eine körperliche Ursache zu finden ist, dann hat es evtl. gelernt, dass ihm die Eltern besondere Aufmerksamkeit und Liebe schenken, sobald es über Schmerzen klagt.
Blähungen sind am Anfang ganz natürlich, da das Verdauungssystem des Säuglings noch nicht ausgereift ist.
Treten Blähungen einmalig auf, können Sie Fenchel oder Kümmel als Tee oder Zäpfchen geben. Linderung bringen auch sanfte, kreisende Massagen der Bauchdecke oder sanftes Beugen und Strecken der Beinchen. Helfen diese Maßnahmen nicht, sprechen Sie mit Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt. Spezielle Tropfen oder Lösungen können die krampfartigen Schmerzen lindern oder verschwinden lassen.
Bei Drei-Monats-Koliken hat das ansonsten gesunde Baby heftige Schreiattacken, die Bauchdecke ist angespannt und verhärtet, es ist unruhig und lässt sich nicht beruhigen. Diese Unruhephasen setzen meist um die zweite Lebenswoche ein, nehmen bis zur sechsten Woche zu und gehen in der Regel bis zum dritten Lebensmonat völlig zurück.
Die Ursachen der Drei-Monats-Koliken sind nicht eindeutig geklärt, sie gehen jedoch einher mit Reifungs- und Anpassungsprozessen, die der Säugling in den ersten Lebensmonaten leistet.
Drei-Monats-Koliken sind in der Regel harmlos, können aber sehr belastend werden. Probieren Sie die folgenden Tipps einmal aus:
Wenn das nicht hilft, lassen Sie sich von Ihrer Kinderärztin oder Ihrem Kinderarzt beraten.
Die Bronchitis ist eine Entzündung der Luftröhrenäste, der Bronchien. Gekennzeichnet ist sie durch lockeren Husten und mehr oder minder hohe Temperaturen. Ursache für eine akute Bronchitis liegt bei Kleinkindern häufig in einer Nasennebenhöhlenentzündung. Wird die Bronchitis nicht sofort ärztlich behandelt, kann diese chronisch werden.
Kinder von Rauchern leiden häufiger unter chronischer Bronchitis als Kinder von Nichtrauchern.
Asthmakranke Kinder haben oft chronischen Husten. Hinzu kommen Asthmaanfälle als Folge von Kontakt mit Allergie auslösenden Stoffen (z. B. Tierhaare, Blütenstaub, Hausstaub) oder als Reaktion auf Wetterumschwünge, Smog, körperlichen oder seelischen Stress. Auch Tabakrauch kann Asthmaanfälle auslösen.
Bei einem Asthmaanfall hustet das Kind und ringt nach Luft. Es kann nur mit Mühe ausatmen, wobei es ein pfeifendes Geräusch erzeugt. Es muss sofort eine Ärztin oder ein Arzt aufgesucht werden, denn diese Symptome gehen mit großer Angst beim Kind einher und können sich schnell verschlimmern. In vielen Fällen kann das Kind durch eine sorgfältig durchgeführte Dauertherapie beschwerdefrei gemacht werden.
Beim Drei-Tage-Fieber handelt es sich um eine hoch ansteckende, aber weitgehend harmlose Viruserkrankung. Kennzeichnend sind das plötzlich auftretende Fieber, das drei bis vier Tage andauern kann, und ein anschließender Hautausschlag, der nach ein paar Tagen wieder zurückgeht. Betroffen sind überwiegend Säuglinge und Kleinkinder bis zu drei Jahren.
Bei der Behandlung steht vor allem die Senkung des Fiebers mit Fieber senkenden Medikamenten (Zäpfchen) und lauwarmen Wadenwickeln sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr durch Wasser, verdünnte Säfte oder Tee mit Traubenzucker im Vordergrund. Sollte Ihr Kind das Trinken verweigern, suchen Sie bitte umgehend Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt auf.
So machen Sie Wadenwickel: Zwei Trockentücher oder große Baumwolltaschentücher werden mit handwarmem Wasser gut nass gemacht und für einige Minuten um die Waden gelegt. Darum wird ein trockenes Handtuch gewickelt. Wadenwickel müssen ein paar Mal gewechselt werden, um eine gute Wirkung zu erzielen (etwa 20 Minuten lang).
Bei kalten Beinen dürfen Sie keine Wadenwickel machen.
Die plötzliche Temperaturerhöhung kann bei dem Kind Fieberkrämpfe auslösen. Nehmen Sie Ihr Kind in dieser Situation hoch und sorgen Sie für Frischluftzufuhr, damit das Kind während der Fieberkrämpfe ungehindert weiteratmen kann und sich nicht verletzt. In der Regel dauert der Anfall nur kurze Zeit an. Suchen Sie jedoch trotzdem umgehend Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt auf.
Ursächlich für Durchfall und Erbrechen bei Kleinkindern ist meist ein Magen-Darm-Infekt oder Ernährungsfehler. Gerade wenn die Kinder zu viele Süßigkeiten oder überhaupt zu viel essen, kann es zu Bauchweh, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall kommen. Bei einem so "verdorbenen Magen" oder einer leichten Darminfektion hilft eine Wärmflasche oft schon gegen die Bauchschmerzen. Jede Nahrung wird erst einmal weggelassen. Eine ausreichende Getränkezufuhr (z. B.: Kamillen-, Fenchel- oder dünnen schwarzen Tee mit ein bis zwei gestrichenen Teelöffeln Traubenzucker pro 100 ml Tee) ist besonders wichtig. Im Allgemeinen hört das Erbrechen rasch auf, der Durchfall hält oft noch einen Tag länger an. Am Folgetag können Sie versuchen, dem Kind etwas geriebenen Apfel oder Banane sowie Zwieback und leicht gesalzenen Haferschleim zu geben.
Haben Sie den Eindruck, dass mehr vorliegt als nur ein harmloser Infekt, so sollten Sie die Kinderärztin oder den Kinderarzt zu Rate ziehen. Dies ist unbedingt der Fall, wenn Sie folgende Symptome beobachten:
Auch Aufregungen, so z. B. "Reisefieber", können Erbrechen alleine oder mit leichter Temperatur auslösen
Erkältungen oder grippale Infekte stehen sicher an erster Stelle unter den Kinderkrankheiten. Während Säuglinge, die aus der häuslichen Umgebung wenig herauskommen, nur selten erkältet sind (dann haben sie sich meistens bei den Eltern angesteckt), bringen Kinder, die regelmäßig mit anderen Kindern spielen, immer häufiger Husten oder Schnupfen mit nach Hause. Der Gipfel der Erkältungskrankheiten liegt im Kindergartenalter. Danach nimmt die Zahl der jährlichen Erkrankungen allmählich ab. Ältere Kinder können jedoch auch noch sechs bis zwölf Mal im Jahr erkältet sein. "Kälte" hat bei der Entstehung von Erkältungen nur einen geringen Anteil. Erreger sind Hunderte verschiedener Viren, die die Schleimhäute der oberen Luftwege befallen und dort bei Unterkühlung oder Zugluft zu einer Entzündung mit Husten, Schnupfen, Heiserkeit und bei Kindern meist auch Fieber führen.
Vorsicht bei der Verabreichung von Medikamenten ohne ärztliche Anweisung. Husten- und Nasentropfen mögen zwar die Symptome lindern, heilen tun sie jedoch nicht - im Gegenteil: Bei unsachgemäßer Anwendung von Nasentropfen können die Schleimhäute angegriffen werden und austrocknen. Zum Abschwellen der Nasenschleimhäute sollten Sie deshalb besser Kamillen-Dampfbäder anwenden. Achten Sie jedoch darauf, dass die Dämpfe nicht zu heiß sind und sich das Kind nicht verbrennt!
Gegen das Fieber genügen meistens Wadenwickel: Zwei Trockentücher oder große Baumwolltaschentücher werden mit handwarmem Wasser gut nass gemacht und für einige Minuten um die Waden gelegt. Darum wird ein trockenes Handtuch gewickelt. Wadenwickel müssen ein paar Mal gewechselt werden, um eine gute Wirkung zu erzielen (etwa 20 Minuten lang).
Bei kalten Beinen dürfen Sie keine Wadenwickel machen.
Natürlich sind auch hier die Anordnungen der Kinderärztin oder des Kinderarztes ausschlaggebend!
Vergessen Sie nicht, dass das kindliche Abwehrsystem erst lernen muss, Krankheiten abzuwehren. Das geschieht gerade in solchen Phasen mit häufig wiederkehrenden Infekten.
Wenn Ihr Kind einmal einen Winter hindurch "dauernd" erkältet ist, werden Sie sich trotzdem sicherlich Gedanken machen, ob Sie nicht etwas zur Stärkung der Widerstandskräfte Ihres Kindes tun oder auf andere Art dem ständigen Kranksein vorbeugen können.
Zur Stärkung der Abwehrkräfte hat sich viel Bewegung an der frischen Luft am besten bewährt, wobei es auf die richtige Kleidung ankommt. Das Kind darf weder frieren noch schwitzen und muss sich gut bewegen können. Abhärtung tut auch den Kleinen gut! Empfehlenswert sind beispielsweise Klimakuren zur Abhärtung an der See oder im Hochgebirge. Die meisten Mütter sorgen von selbst besonders in der kalten Jahreszeit für eine ausgeglichene Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse. Auch ausreichend Schlaf stärkt die Immunlage.
Die beste Abwehrkraft liegt zweifellos immer noch im stabilen seelischen Gleichgewicht eines Kindes: Fühlt sich ein Kind wohl und sicher, so bekommt es durch eine Ansteckung vielleicht nur einen leichten Schnupfen, wo andere Kinder mit einer schweren grippalen Erkältung reagieren.
Die Körpertemperatur eines gesunden Säuglings liegt zwischen 36,8° C und 37,5° C. Alle Werte über 38,0° C bedeuten, dass Ihr Baby Fieber hat. Geben Sie viel Flüssigkeit und stellen Sie Ihr Kind der Kinderärztin oder dem Kinderarzt vor, wenn sich die Körpertemperatur nach 24 Stunden nicht normalisiert hat.
In der Regel sollte erst ab 38,5° C mit fiebersenkenden Maßnahmen begonnen werden. Zäpfchen oder Tropfen können nach Anweisung Ihrer Kinderärztin oder Ihres Kinderarztes gegeben werden. Meist helfen auch Wadenwickel: Zwei Trockentücher oder große Baumwolltaschentücher werden mit handwarmem Wasser gut nass gemacht und für einige Minuten um die Waden gelegt. Prinzipiell ist Fieber für einen gesunden Säugling nichts Schlimmes. Es ist ein Zeichen dafür, dass der Körper sich erfolgreich mit einer Infektion auseinandersetzt und das Abwehrsystem trainiert.
Bei einem Fieberkrampf ist das Kind nicht mehr ansprechbar, die Arme und Beine zucken rhythmisch, die Hautfarbe ist blass oder grau und Speichel kann aus dem geöffneten Mund rinnen.
Rufen Sie in diesem Fall sofort die Notärztin/den Notarzt! Lagern Sie Ihr Kind in Seitenlage, damit die Atemwege frei bleiben und Speichel aus dem Mund abfließen kann!
Halsschmerzen mit oder ohne Schluckbeschwerden bekommen Kinder fast immer, wenn sie eine Erkältung haben. Gerade die kleinen Kinder können das aber noch nicht zeigen. Sie haben Fieber, sind weinerlich und streiken, wenn sie etwas essen sollen. Oft sind bei hohem Fieber auch die Lymphknoten am Kieferwinkel angeschwollen. Da auch die eitrige Angina erst nur mit einer Rötung der Mandeln beginnt, sollte man bei jeder Angina die Kinderärztin oder den Kinderarzt anrufen. Sollte sich am Körper Ihres Kindes ein (vorübergehender) Hautausschlag zeigen, so ist dies der Ärztin oder dem Arzt mitzuteilen (Verdacht auf Scharlach!).
Zusätzlich zu den Medikamenten, die dem Kind von der Ärztin/vom Arzt verschrieben werden, kann man dem kleinen Patienten mit warmen Halsumschlägen oft Linderung verschaffen. Bei einer einfachen Angina ist das als Therapie oft schon ausreichend. Selbstverständlich sollten sich kranke Kinder ausruhen und, wenn möglich, im Bett oder auf der Couch bleiben. Dies gilt zumindest solange Fieber besteht.
Harnwegsinfekte sind bei Kindern häufig. Sie entstehen gewöhnlich dadurch, dass von außen her Bakterien in die Harnröhre geraten und - oft begünstigt durch eine Unterkühlung - von dort aus in die Blase, die Harnleiter und die Nierenbecken gelangen. Da bei Mädchen die Harnröhre kürzer ist, erkranken sie öfter als Jungen. Man sollte bei Mädchen immer darauf achten, dass sie nach dem Stuhlgang den Po von vorne nach hinten abputzen, da sonst Darmkeime in die Harnröhre und die Scheide gelangen können (auch beim Waschen sollten Sie deshalb immer entsprechend vorgehen). Die ersten Zeichen eines Harnwegsinfekts, wie Schmerzen beim Wasserlassen und Brennen in der Harnröhre, können kleine Kinder oft noch nicht benennen. Sie sind quengelig und jucken sich immer wieder zwischen den Beinen, außerdem müssen sie sehr häufig Wasser lassen. Wenn die Entzündung weitergeht, bekommen die Kinder Fieber, Erbrechen, Bauch- und Rückenschmerzen. Der Urin ist oft trüb und manchmal mit etwas Blut vermengt.
Die Behandlung von Harnwegsinfekten ist immer Sache der Ärztin oder des Arztes (Urinprobe nicht vergessen!) Wenn diese Infektionen nicht gründlich auskuriert werden, können sie chronisch werden und die Nieren schädigen.
Eltern können die Therapie unterstützen, indem sie darauf achten, dass das Kind gut trinkt. Die Erkennung und rechtzeitige Behandlung dieser Infekte (vor allem im Bereich des Nierenbeckens) werden durch die Tatsache verkompliziert, dass schwere Erkrankungen manchmal fast problemlos verlaufen, leichtere hingegen große Beschwerden verursachen können.
Hinter der Aussage "Mein Kind hat Husten" kann sich eine Vielzahl von Erkrankungen verbergen. Die Art und der Tonfall des Hustens sagen aber oft viel über die zugrunde liegende Krankheit aus. Husten, der im Rahmen eines grippalen Infekts auftritt, dauert etwa zwei Wochen. Gegen Husten gibt es eine Reihe bewährter Hausmittel, die oft Medikamente ersparen können. Viel heiße Flüssigkeit in Form von Kräutertees lockert den Schleim, der so gut abgehustet werden kann. Salbei und Spitzwegerich wirken lindernd bei Hustenreiz. Salbeitee mit Honig wirkt auch bei gleichzeitig bestehenden Halsschmerzen.
Husten, wie er bei Keuchhusten oder Krupp-Husten auftritt, ist unter den entsprechenden Punkten beschrieben.
Bei der Mukoviszidose (sie wird z. B. im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen erkannt), einer angeborenen Stoffwechselkrankheit, haben die Kinder einen chronischen festsitzenden Husten, der zumeist morgens besonders stark ist. Diese Krankheit wird gewöhnlich bereits im Säuglingsalter erkannt und bedarf der ständigen ärztlichen Kontrolle.
Die Krankheit hat einen sehr typischen Verlauf: Ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung erkrankt das Kind an einer scheinbar ganz "normalen" Erkältung mit Husten, wobei meistens noch niemand an Keuchhusten denkt (das erkrankte Kind ist jedoch vom ersten Hustenstoß an hochgradig ansteckend und so kommt es zur Ausbreitung des Keuchhustens in Kindergarten, Schule und Familie). In der nächsten Zeit wird der Husten jedoch nicht besser, sondern besonders nachts eher stärker. Nach etwa vierzehn Tagen kommt es dann zu den ersten typischen Keuchhustenanfällen: Auf eine Serie kurzer, harter Hustenstöße atmet das Kind mühsam ziehend wieder ein. Das wiederholt sich zwei- bis dreimal. Das Gesicht des Kindes läuft dabei rot oder blau an, es streckt die Zunge weit heraus und Tränen laufen ihm über das Gesicht. Zum Schluss würgt das Kind Schleim hervor und bricht manchmal. Die Krankheit muss ärztlich behandelt werden.
Das Ganze sieht für die besorgten Eltern, wenn sie es zum ersten Mal erleben, dramatischer aus als es ist. Tatsächlich besteht bei Kindern über einem Jahr keine Erstickungsgefahr. Derartige Anfälle treten nun drei bis sechs Wochen lang mehrmals täglich auf und werden dann seltener. Eine frühzeitige antibiotische Behandlung kann die Krankheit in ihrem Verlauf günstig beeinflussen, ohne die Immunisierung des Kindes zu behindern.
Laut Empfehlung der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts in Berlin sollten Kinder gegen Keuchhusten geimpft werden.
Der Pseudo-Krupp ist meistens eine Virus-Infektion, die vor allem bei Kindern zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 3. Geburtstag auftritt. Jungen erkranken daran häufiger als Mädchen. Das wichtigste Symptom: Die Schleimhäute am Kehlkopf und am oberen Luftröhrenabschnitt schwellen an, das Kind hat große Mühe Luft zu bekommen. Meistens macht sich der Pseudo-Krupp mitten in der Nacht bemerkbar. Die Eltern werden durch ein hartes, heiser bellendes Husten aufgeschreckt. Das Kind atmet keuchend und bei jedem Einatmen ist ein zischendes Geräusch zu hören.
Rufen Sie sofort Ihre Kinderärztin oder Ihren Kinderarzt an und bringen Sie Ihr Kind an das offene Fenster, an die offene Kühlschranktür oder an die frische Luft. Das bringt meistens schon Erleichterung. Zwar ist der Pseudo-Krupp in der Regel nicht sehr gefährlich und geht auch nach einer Weile wieder vorüber, aber in seltenen Fällen wird die Atemnot der Kinder so groß, dass Erstickungsgefahr droht. Ihr Kinderarzt oder Ihre Kinderärztin wird geeignete Maßnahmen einsetzen, um die Atemwege freizuhalten. Manchmal muss das Kind jedoch im Krankenhaus behandelt werden.
Versuchen Sie Ihr Kind zu beruhigen, bis die Kinderärztin oder der Kinderarzt eintrifft. Geben Sie nicht ohne weiteres Beruhigungszäpfchen. Sehr wichtig: Nehmen Sie bitte jeden plötzlich auftretenden bellenden Husten ernst. Ein Pseudo-Krupp, der zu spät behandelt wird, kann lebensgefährlich werden. Rechnen Sie vor allem mit der Möglichkeit, dass Ihr Kind auch nachts ohne vorherige Anzeichen einen Krupp-Anfall bekommen kann.
Eine Lungenentzündung beim Kleinkind entsteht meist aus einer Entzündung der Luftwege heraus, die auf das Lungengewebe übergreift (Bronchopneumonie). So muss man an eine Lungenentzündung denken, wenn es einem Kind, das seit einigen Tagen einen grippalen Infekt oder eine Bronchitis hat, nicht besser, sondern eher schlechter geht und seine Atmung sehr rasch und angestrengt wird. Manchmal bewegt das an Lungenentzündung erkrankte Kind beim Atmen die Nasenflügel auf und ab. Der Husten ist eher trocken, es kommt zu sehr hohem Fieber. Um den Mund herum kann eine Blaufärbung auftreten.
Eine Lungenentzündung kann auch als Komplikation einer Kinderkrankheit, z. B. Masern oder Keuchhusten, auftreten. Die medikamentöse Behandlung ist heute meist kein Problem mehr, falls die Krankheit rasch erkannt wird.
Steckt sich ein Kind mit Masern an, findet sich folgender, typischer Krankheitsverlauf:
Etwa 10 Tage nach dem Kontakt mit dem Virus erkrankt das Kind zuerst mit einer "Erkältung". Es hat Fieber um 39 °C, Schnupfen, Husten und oft eine Bindehautentzündung mit deutlicher Lichtscheu. An typischen weißen Flecken im Mund kann Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt bereits jetzt erkennen, dass Masern vorliegen. Nach zwei bis drei Tagen scheint es dem Kind erst einmal besser zu gehen, doch schon einen Tag später steigt das Fieber wieder an und erreicht nicht selten Werte über 40 °C. Gleichzeitig erscheint der Ausschlag: Leicht erhabene rote Flecken, die später zu ganzen Flächen zusammenfließen, breiten sich hinter den Ohren beginnend von oben nach unten über Kopf, Rumpf, Arme und Beine aus. Vier Tage nach Beginn des Ausschlages ist das Kind fieberfrei. Nun bildet sich auch der Ausschlag wieder zurück und die Ansteckungsgefahr ist vorbei.
Auf jeden Fall sollte bei Masern bzw. Verdacht auf Masern eine Kinderärztin oder ein Kinderarzt gerufen werden, die oder der insbesondere auch sich möglicherweise einstellende Komplikationen erkennen und behandeln kann. Wenn nicht geimpfte Kinder mit einem Masernpatienten Kontakt haben, kann man den Ausbruch verhindern, indem sie bis zum vierten Tag nach dem Kontakt eine passive Impfung erhalten. Zu bedenken ist auch, dass ein Kind bereits im Vorstadium der Krankheit ansteckend ist.
Um vor allem der "Masernencephalitis", einer Gehirnentzündung, vorzubeugen, die in manchen Fällen als schwere Komplikation auftreten kann, empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts Berlin eine Impfung gegen Masern.
Mumps, im Volksmund auch "Ziegenpeter" genannt, ist eine Viruserkrankung, die fast immer zu einer Anschwellung der Ohrspeicheldrüsen führt. Diese Drüsen liegen im Bereich des hinteren Unterkiefers vor den Ohren. Die Krankheit befällt vor allem Schulkinder. Es können jedoch auch Säuglinge und Kleinkinder erkranken. Die Haut über der Drüse ist geschwollen und gerötet, das Ohrläppchen steht ab und die Kinder klagen beim Kauen über Schmerzen in den Ohren oder über Schmerzen, wenn sie den Kopf bewegen. Häufig tritt Fieber auf.
Das Mumps-Virus kann auch andere Drüsen befallen und eine Virus-Hirnhautentzündung hervorrufen. Bei älteren Jungen kann eine mit der Erkrankung einhergehende Entzündung der Hoden zur Unfruchtbarkeit führen. Aus diesen Gründen empfiehlt die Impfkommission Kinder gegen Mumps zu impfen. Erkrankt ein Kind an Mumps, sollte Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt angerufen werden.
Mundfäule beginnt mit zahlreichen Bläschen, die die Mund- und Rachenschleimhaut überziehen, wobei es zu hohem Fieber kommt. Die Bläschen platzen und bilden sehr schmerzhafte Geschwüre, so dass das Kind oft nicht essen will. Dazu kommt starker Mundgeruch. Nach etwa einer Woche heilt die Mundschleimhaut wieder ab.
Die Beschwerden können durch Mundspülungen mit milden Tinkturen oder Kamille etwas gelindert werden. Das Wichtigste ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, wenn nötig teelöffelweise.
Wenn ein Kind weinerlich ist und sich oft an die Ohren greift oder bei Berührung der Ohren vor Schmerzen weint, hat es sehr wahrscheinlich Ohrenschmerzen. Besonders im Anschluss an Infektionen von der Nase oder Rachen entwickeln Kinder leicht eine Mittelohrentzündung. Dabei tritt meistens hohes Fieber auf. Eine Mittelohrentzündung muss rasch behandelt werden. Der Teil des Gehörgangs hinter dem Trommelfell ist entzündet und bildet Eiter, der das Trommelfell durchbricht, wenn keine rechtzeitige Behandlung erfolgt.
Manchmal stecken sich Kinder auch kleine Holz- oder Papierkügelchen oder andere Fremdkörper in die Ohren. Dadurch entzündet sich der äußere Gehörgang und das Kind bekommt ebenfalls Ohrenschmerzen.
Sie sollten bei Ohrenschmerzen darauf achten, dass der Patient keiner Zugluft ausgesetzt ist. Warme Umschläge lindern oft; sie dürfen jedoch nicht die Behandlung durch die Kinderärztin oder den Kinderarzt ersetzen.
Röteln sind eine für Kinder harmlose Infektionskrankheit. Die Krankheit beginnt zwei bis drei Wochen nach der Ansteckung mit mäßig hohem Fieber, evtl. leichtem Husten und Schnupfen. Nach ein bis zwei Tagen zeigt sich der Ausschlag, der ähnlich wie Masern mit kleinen hellroten Flecken beginnt, die sich auf dem ganzen Körper ausbreiten und nach drei Tagen wieder verschwinden. Im Unterschied zu Masern sind die Kinder nur wenig beeinträchtigt, das Fieber steigt fast nie auf Werte über 38,5 °C und Komplikationen treten praktisch nicht auf.
Typisch für eine Rötelerkrankung sind nicht schmerzhaft geschwollene Lymphknoten am Hals. Eine große Gefahr stellt eine Rötelerkrankung bei einer schwangeren Frau für das ungeborene Kind insbesondere in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten dar. Um die Gefahr einer Ansteckung für Schwangere zu verringern, empfiehlt die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts Berlin, Röteln-Infektionen durch Impfung von Jungen und Mädchen bereits ab dem 12. - 15. Lebensmonat generell zu vermeiden. Zudem empfiehlt sie, alle nicht gegen Röteln geimpfte Mädchen zwischen dem 11. und 15. Lebensjahr gegen Röteln zu impfen.
Scharlach wird durch Bakterien, sog. "Streptokokken", übertragen. Zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch vergehen nur wenige Tage. Die Krankheit beginnt ohne Vorstadium mit plötzlichem hohen Fieber, Erbrechen, Schüttelfrost und Halsschmerzen. Die Zunge ist dick belegt, der Gaumen stark gerötet, die Mandeln sind eitrig. Nach 1 - 3 Tagen beginnt der typische Scharlachausschlag: Winzige dunkelrote Stippchen überziehen von den Leistenbeugen ausgehend den Rumpf, manchmal auch Arme und Beine. Die Zunge verliert jetzt ihren Belag und wird wegen ihrer rauen und dunkelroten Oberfläche "Erdbeer- oder Himbeerzunge" genannt. Nach einigen Tagen geht das Fieber zurück, abschließend schuppt sich die Haut.
Normalerweise wird Scharlach heutzutage mit Antibiotika behandelt. Dadurch werden die Krankheitszeichen rasch beseitigt und vor allem das Auftreten von Komplikationen weitgehend vermieden.
Scharlach ist sehr ansteckend. Daher müssen Kinder bei Verdacht auf Scharlach isoliert werden und auch gesunde Geschwister müssen erst einmal zu Hause bleiben. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt wird entscheiden, wann sie wieder zur Schule oder in den Kindergarten dürfen.
Der "normale" Schnupfen im Rahmen einer Erkältungskrankheit bedarf eigentlich keiner besonderen Erwähnung. Anders liegt die Sache jedoch, wenn ein Schnupfen chronisch wird oder als Komplikation zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führt. Charakteristisch hierfür sind dumpfe Kopfschmerzen, eitriger Schnupfen und vor allem nachts chronischer Husten durch die in den Rachen laufenden Absonderungen. Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann sehr hartnäckig sein und zu Bronchitis und Mittelohrentzündung führen. Sie muss deshalb ärztlich behandelt und gründlich auskuriert werden.
Soor ist eine Infektion der Haut oder Schleimhaut, hervorgerufen durch einen Hefepilz. Sie tritt bei Babys meistens im Mund oder Windelbereich auf. Sie kann von einem zum anderen Bereich übertragen werden.
Auf eine Pilzinfektion am Po deutet eine gerötete, juckende, evtl. auch schuppende Haut hin. Im Mund bildet sich auf der Zunge, der Lippeninnenseite oder an der Wangenschleimhaut ein dicker, weißer Belag, der sich hartnäckig hält. Das Baby hat Schwierigkeiten beim Trinken und fühlt sich unwohl.
Die Infektion muss unbedingt kinderärztlich behandelt werden. Zu Hause sollten Sie jetzt sehr auf Hygiene achten. Nehmen Sie grundsätzlich frische, ausgekochte Sauger. Auch müssen die Waschlappen immer gewechselt und mit Kochwäsche gewaschen werden.
Windpocken werden, wie viele durch Viren verursachte Kinderkrankheiten, nicht nur durch Körperkontakt mit einem erkrankten Kind, sondern auch über eine bestimmte Distanz hinweg, also quasi "mit dem Wind" übertragen. So bekam die Krankheit ihren Namen (übrigens kann man sich auch bei einem an Gürtelrose erkrankten Erwachsenen anstecken).
Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen. Ziemlich plötzlich, ohne dass das Kind sich sehr krank fühlt oder hohes Fieber bekommt, treten am ganzen Körper, auch unter dem Kopfhaar, kleine Knötchen auf, die sich bald zu streichholzkopfgroßen Bläschen entwickeln. Die Bläschen sind mit wasserklarem Inhalt gefüllt und jucken manchmal heftig. Sie können sich auch auf der Rachenschleimhaut, auf der Bindehaut und bei Mädchen in der Scheide entwickeln.
Die Ansteckungsgefahr, die einen Tag vor Ausbruch der Krankheit beginnt, hört auf, wenn alle Bläschen verkrustet sind, keine neuen Bläschen mehr auftreten. Werden die Bläschen aufgekratzt, können Eitererreger eindringen, was dann zu Narben führt. Ihre Kinderärztin oder Ihr Kinderarzt wird Ihnen daher im Allgemeinen eine Juckreiz stillende Lösung (Schüttelmixtur) verschreiben.