Elternbildung

Liebe Eltern,
das Familienbüro organisiert in Kooperation mit anderen Institutionen verschiedene Informationsveranstaltungen zu Erziehungsthemen und bietet ein vielfältiges Kursprogramm mit unterschiedlichen Elterntrainings an. Die Elterntrainings unterscheiden sich inhaltlich durch unterschiedliche Schwerpunkte und nach Dauer und Umfang der einzelnen Treffen. Zudem sprechen einige Elterntrainings Eltern mit Kindern in bestimmten Altersstufen an. Gern informieren wir Sie über die aktuellen Veranstaltungstermine. Wenn Sie neugierig geworden sind, kommen Sie doch einfach zu Ihrem Familienbüro der Stadt Lünen. Dort können Sie sich zu einem Kurs anmelden.
 

Elterntraining des Familienbüros für Eltern mit Babys und Kleinkindern von null bis drei Jahren

Besondere Aufmerksamkeit auf eine tragfähige Beziehung zwischen Eltern und Kleinkind legt dieses vom Familienbüro der Stadt Lünen entwickelte Elterntraining. Es setzt besonders früh an - Zielgruppe sind Eltern von null bis dreijährigen Kindern. Im Lüner Elterntraining wird grundlegendes Wissen über die Entwicklung von Babys und Kleinkindern vermittelt. Außerdem gibt es praktische Anleitungen, die den Aufbau einer Bindung zum Baby unterstützen. Die Eltern lernen Methoden kennen, mit denen sie ihre kleinen Kinder in Alltagssituationen anleiten und fördern können.
Dauer: vier Treffen à zwei Stunden

 

Was ist Elternbildung?

Regina Jung
Regina Jung Koordination Elternbildung

Die Förderung von Kindern, bereits im Babyalter, gewinnt heutzutage immer mehr an Bedeutung. Informationsveranstaltungen bieten die Gelegenheit, sich zu den unterschiedlichsten Fragen der Kindererziehung zu informieren. Hier lernen Eltern verschiedene Möglichkeiten kennen, um die gesunde Entwicklung ihrer Kinder zu unterstützen.

Wer sich für den Besuch eines  Elterntrainings entscheidet, erhält  viele Anregungen, um erzieherische Herausforderungen gut zu meistern. Eltern erfahren, wie sie ihren Kindern Grenzen setzen und gleichzeitig Freiräume für eigene Entscheidungen gewähren können. Sie können die Kommunikation mit ihren Kindern verbessern und ein harmonisches Familienleben genießen.

Die Elterntrainings unterscheiden sich inhaltlich durch unterschiedliche Schwerpunkte und nach Dauer und Umfang der einzelnen Treffen. Zudem sprechen einige Elterntrainings Eltern mit Kindern in verschiedenen Altersstufen an.

Elternbildung bedeutet, Informationen zu sammeln, Erfahrungen
auszutauschen, eigene Stärken zu entdecken und praktische
Anregungen für den Erziehungsalltag mitzunehmen.

Die massiven Veränderungen in beinahe allen Lebens-
bereichen führen dazu, dass besonders Kleinkinder ihre Eltern
immer mehr brauchen, denn die Familie gibt ihnen Sicherheit.
Kinder brauchen Eltern:

  • zur Ernährung, Pflege und zum Spielen,
  • um von ihnen akzeptiert zu werden,
  • als Personen, die ihnen Geborgenheit bieten, um mit
    ihren Kinderängsten fertig zu werden,
  • als Orientierungshilfen in einer unübersichtlichen
    und komplizierten Zeit,
  • als "Vertrauensperson/AnsprechpartnerIn" für
    ihre Nöte und Sorgen, gerade, wenn sie diese noch
    nicht mit Worten ausdrücken können,
  • als sicheren, verlässlichen Platz, von dem aus sie
    "Ausflüge" nach draußen wagen können.

 

Für Kinder ist es wichtig, dass Eltern für sie da sind und sie lieb haben. Die beständige und zuverlässige Nähe der vertrauten Person sowie die Erfüllung ihrer Bedürfnisse geben dem Kind ein Gefühl von Geborgenheit. Dieses "Urvertrauen" benötigt das Kind, um die vielfältigen Schritte seiner geistigen, seelischen, sozialen und körperlichen Entwicklung tun zu können.

Die Liebe ohne Wissen um die individuellen und altersgemäßen Bedürfnisse des Kindes, also die "blinde Liebe", reicht nicht aus und kann sogar manchmal schädlich sein. Kann ein Kind wenig eigene Erfahrungen sammeln und nicht auch mal Misserfolge verkraften, so wird es auf Dauer kein stabiles Selbstbewusstsein entwickeln. Zu konsequentes Erziehungsverhalten kann bestimmte Phasen der Entwicklung des Kindes ungünstig beeinflussen. Elternbildung und der Austausch mit anderen Eltern ist in der heutigen Zeit umso wichtiger, da die Erziehung kaum rein "gefühlsmäßig" zu bewältigen ist. Kinder brauchen starke, gut auf den Erziehungsalltag vorbereitete Eltern. Elternkurse und Einzelveranstaltungen zu bestimmten Erziehungsthemen werden von den unterschiedlichsten Einrichtungen und Institutionen angeboten. In Elternkursen erhalten Sie Informationen zu den Bedürfnissen Ihres Kindes, zu seiner Entwicklung, zum sinnvollen Einsetzen von Regeln und Grenzen sowie den Aufbau von Bindung zu Ihrem Kind. Sie werden in ungezwungener Atmosphäre einen Austausch mit anderen Eltern erfahren und gleichzeitig von Fachleuten viele Tipps und Informationen zum Zusammenleben und zur Erziehung Ihres Kindes erhalten. Die Elterntrainings unterscheiden sich inhaltlich durch unterschiedliche Schwerpunkte und nach Dauer und Umfang der einzelnen Treffen. Zudem sprechen einige Elterntrainings Eltern mit Kindern in bestimmten Altersstufen an.

 

Lüner Elterntraining

Dauer: vier Treffen à zwei Stunden

Besondere Aufmerksamkeit auf eine tragfähige Beziehung zwischen Eltern und Kleinkind legt dieses vom Familienbüro der Stadt Lünen entwickelte Elterntraining. Es setzt besonders früh an - Zielgruppe sind Eltern von null bis dreijährigen Kindern. Im Lüner Elterntraining wird grundlegendes Wissen über die Entwicklung von Babys und Kleinkindern vermittelt. Außerdem gibt es praktische Anleitungen, die den Aufbau einer Bindung zum Baby unterstützen. Die Eltern lernen Methoden kennen, mit denen sie ihre kleinen Kinder in Alltagssituationen anleiten und fördern können.

 

Elterntraining der Erziehungsberatungsstelle

Dauer: vier Treffen à eineinhalb Stunden

Die Erziehungsberatungsstelle der Caritas hat dieses Training für Eltern von Kindern ab vier Jahre entwickelt. Die Eltern werden dazu angeregt, Familienregeln aufzustellen und umzusetzen. Sie lernen, Grenzen zu setzen und sinnvolle Konsequenzen anzuwenden. Außerdem werden verschiedene Belohnungssysteme vorgestellt und besprochen.

 

Elternschule

Dauer: acht Treffen à zwei Stunden

Die Elternschule wurde vom Sozialpädagogischen Zentrum Hamm (LWL) entwickelt und richtet sich speziell an Eltern von Kindern von null bis vier Jahren. Mit diesem Kurs sollen Eltern bei der Familienbildung unterstützt werden. Es werden Themen zu Erziehung, Gesundheit und Ernährung behandelt. Grundsätzliches zur Entwicklung und den Grundbedürfnissen des Kindes wird vermittelt, aber auch der richtige Umgang mit Grenzen und Konsequenzen.

 

Triple P

Dauer: vier Treffen à zwei Stunden und anschließend zwei telefonische Beratungskontakte.

Triple P vermittelt Erziehungskompetenzen, die insbesondere auf die Förderung der kindlichen Entwicklung und das Erlernen neuer Verhaltensweisen abzielen (z.B. beschreibend loben, Aufmerksamkeit schenken, ein gutes Vorbild sein). Die Aufmerksamkeit der Eltern wird auf die positiven Seiten des Kindes und der Eltern gelenkt. Auch Regeln und Grenzen sind für die gesunde Entwicklung von Kindern wichtig. Hier schlägt Triple P an erster Stelle das gemeinsame Vereinbaren von Familienregeln in einem Familiengespräch vor. Dazu gehören auch das direkte Ansprechen, wenn die Regeln missachtet werden, und das Aussprechen klarer und ruhiger Anweisungen, sowie die Anwendung logischer Konsequenzen.

Für schwierige Alltagssituationen werden die beiden gewaltfreien und deeskalierenden Erziehungsfertigkeiten "Stille Zeit" und "Auszeit" empfohlen. Kinder wie Eltern erhalten hier die Möglichkeit, sich in hitzigen Situationen zu beruhigen, so dass der Eskalation und der Gewalt in der Familie vorgebeugt wird.

 

 

Starke Eltern, starke Kinder

Dauer: 12 Termine à zwei Stunden

Das Elterntraining gliedert sich in fünf aufeinander aufbauende Stufen:

Klärung der Wert- und Erziehungsvorstellungen:
Was ist mir in der Erziehung wichtig?

Festlegung der Identität als Erziehende/Erziehender:
Kenne ich mich selbst und meine Rolle als Erziehende/Erziehender?

Stärkung des Selbstvertrauens zur Unterstützung kindlicher Entwicklung:
Wie höre ich zu und wie ermutige ich mein Kind?

Bestimmung von klaren Verständigungsregeln in der Familie:
Wie drücke ich meine Bedürfnisse aus?

Befähigung zur Problemerkennung und Problemlösung:
Wie lösen wir Probleme in der Familie?

 

 

EFFEKT

Dauer: fünf Termine à zwei Stunden

EFFEKT besteht aus einem Eltern- und einem spielerischen Kinderkurs, die sowohl einzeln als auch in Kombination angewendet werden können.

Der Elternkurs ist für Eltern von Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren geeignet. Der Kurs enthält Tipps für Erziehungsprobleme und behandelt u.a. folgende Fragen:

  • Wie können Eltern das Selbstvertrauen ihres Kindes stärken?
  • Wie können Aufforderungen effektiv formuliert werden?
  • Wie erklären die Eltern klare Regeln?
  • Wie können sie mit schwierigen Erziehungssituationen umgehen?
  • Wie kann Stress in der Erziehung besser bewältigt werden?
  • Wie können Eltern die Freundschaften ihres Kindes am besten unterstützen?

Der Kinderkurs "Ich kann Probleme lösen" (IKPL) ist für Kinder im Alter von vier bis sieben Jahren geeignet. Er umfasst 15 Kurseinheiten zu jeweils 45 bis 60 Minuten. Hier können Kinder lernen:

  • Gefühle bei sich selbst und anderen Kindern wahrzunehmen;
  • Gründe für das Verhalten anderer Kinder zu erkennen;
  • die Folgen des eigenen Verhaltens einzuschätzen;
  • Lösungen für Konflikte mit anderen Kindern zu entwickeln;
  • die ausgeführte Problemlösung hinsichtlich ihrer Wirkung zu bewerten.
 

Rendsburger Elterntraining

Dauer: 20 Treffen à zwei Stunden

Das Rendsburger Elterntraining hat zum Ziel, Eltern für die Auseinandersetzung mit Erziehungsfragen zu sensibilisieren. Es werden zunächst grundsätzliche Informationen zum Thema Erziehung und zur kindlichen Entwicklung vermittelt. Die Eltern lernen verschiedene Verhaltensweisen im Umgang mit ihren Kindern kennen, die ihnen helfen, ihren Erziehungsstil zu verändern, so dass sie ihren Kindern einerseits verständnisvoll begegnen und andererseits konsequent Grenzen setzen.

 

STEP

Dauer: zehn Treffen à zwei Stunden

Das STEP Elterntraining basiert auf dem Prinzip der demokratischen Erziehung. Die Eltern lernen, ihren Kindern Grenzen zu setzen und ihnen Wahlmöglichkeiten innerhalb dieser Grenzen anzubieten. Auf diese Weise helfen sie ihren Kindern zu lernen, Verantwortung für ihre Entscheidungen zu übernehmen und sich gemeinschaftlich zu verhalten. In diesem Kurs erfahren Eltern, wie sie ohne Strafe und Belohnung Disziplin ausüben können und wie sie auf das Fehlverhalten ihrer Kinder bewusst anders als gewohnt reagieren.

 

 

Elterndiplom

Dauer: sieben Treffen à zwei Stunden

Das Elterndiplom wird für Eltern aus türkisch und russischsprachigen Zuwandererfamilien in deren Muttersprache angeboten. Thematisch werden die Entwicklungsstufen von der Geburt bis zur Einschulung behandelt. Die Eltern spiegeln die Werte, die ihnen wichtig sind und die sie an ihre Kinder weiter geben wollen. Es wird gemeinsam erarbeitet, welche Funktionen Regeln im Familienalltag haben und wie diese Regeln den Kindern vermittelt werden können. Es geht um die Fragen, wie mit Regelverstößen umgegangen werden kann und ob Strafen ein notwendiges Mittel in der Erziehung sind. Ein wichtiges Ziel des Elterntrainings ist die Sprachentwicklung und die Förderung der Zweisprachigkeit der Kinder, indem Anregungen gegeben werden, Alltagssituationen sprachlich zu begleiten und durch Spiel und Bücher die Sprache  zu erweitern.  

 

Erziehungsführerschein

Dauer: zehn Treffen à 1,5 Stunden

Der Erziehungsführerschein ist ein Grundkurs in allgemeinen Erziehungsfragen. Die Eltern erhalten einen Abriss von Fertigkeiten, die in der Erziehung benötigt werden. Beispiele aus dem elterlichen Erziehungsalltag fließen in jede Sitzung mit ein.  Das aktive Lernen steht bei diesem Kurs im Vordergrund. Durch gezielte Übungen, Rollenspiele und der Arbeit in Kleingruppen sammeln die Teilnehmer eigene Erfahrungen, die auch langfristig Wirkung zeigen. Ziel des Kurses ist, dass Eltern im Umgang mit ihren Kindern ermutigt, gestärkt und gestützt werden.

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Regina Jung

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