Im ersten Vierteljahr sind Spiele mit Ruhe und Nähe wichtig. Es kann sich nur kurz und immer nur auf eine Sache konzentrieren.
Ideal sind hier kleine Singspiele und Reime, bei denen Sie Ihr Kind "bekrabbeln".
Sie können auch kleine Spielsachen im Blickfeld des Babys langsam bewegen und drehen. Bewegen Sie es zunächst nur von oben nach unten, später auch von rechts nach links oder im Kreis.
Sie können den Gegenstand dann auch in Reichweite Ihres Kindes halten und es zum Greifen animieren.
Gut sind leichte Spielzeuge, die Geräusche machen (z.B. eine Rassel, Tiere mit Schellen).
Ab dem dritten Monat können Sie Ihr Kind unter ein Spieltrapez legen. Sie können das Spieltrapez auch selbst machen, indem Sie eine Schnur über Ihr Baby spannen, an der einzelne Spielsachen hängen, wie beispielsweise Spieltiere, Rasseln, Bänder und Knistersachen. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht an der Schnur ziehen kann, die Spielsachen aber berührt werden können.
Im zweiten Vierteljahr können Sie beobachten, dass es jetzt öfter in Ruhe vor sich hin spielt, seine Hände und Füße erkundet und mit sich selbst brabbelt. Sie sollten jedoch immer in der Nähe sein.
Ihr Kind benötigt Bestätigung, dass es langsam selbst etwas bewegen oder erreichen kann.
In dieser Zeit geht es um Selbsterfahrung und Reaktion auf Anreize. Folgende Spiele werden Ihrem Kind in dieser Zeit gefallen:
Halten Sie einen aufgepusteten Luftballon am Knoten baumelnd über die Füße Ihres Babys und berühren Sie ab und zu seine Fußsohlen. Dies regt Ihr Kind dazu an, gegen den Ballon zu treten und ihn zu bewegen. Haben Sie etwas Geduld.
Legen Sie sich hin und lassen Sie Ihr Baby auf Ihrem Oberkörper landen und heben Sie es wieder ein wenig an. Dazu können Sie Geräusche machen, z.B. Fluggeräusche. Sie können Ihr Kind mit seinem Gesicht auch mal auf Ihr Gesicht zufliegen lassen.
In dieser Phase wird das Kniereiterspiel "Hoppe Reiter" Ihrem Kind viel Freude machen:
Hoppe, hoppe Reiter,
wenn er fällt dann schreit er.
Fällt er in den Graben,
fressen ihn die Raben.
Fällt er in den Sumpf,
macht der Reiter plumps.
(Während des Reims reitet Ihr Kind auf Ihren Knien. Zum Fallen machen Sie die Knie ein bisschen auseinander, halten Sie Ihr Kind dabei aber gut fest.)
Beginnen Sie ruhig schon jetzt mit Fingerspielen, Kinderreimen und Liedern.
Füllen Sie eine kleine lebensmittelechte Plastikflasche mit Erbsen, kleinen Kugeln, Reis oder ähnlichem. Verschließen Sie die Flasche sicher! Ihr Kind kann die Flasche als Rassel nutzen und ebenso den Inhalt bewundern.
Nehmen Sie einen alten Handschuh und nähen Sie Bänder in verschiedenen Farben, Längen und aus verschiedenen Materialien an die Fingerspitzen. Ziehen Sie den Handschuh an und wackeln Sie mit den Fingern. Dies regt Ihr Kind zur Bewegung an. Durch die bunten Bänder wird es zudem zum Greifen animiert.
Zwischen dem siebten und neunten Monat etwa will Ihr Kind alles erforschen. Es versucht mit eigener Geschicklichkeit und eigener Kraft zu sitzen und sich langsam fortzubewegen. Stützen Sie Ihr Kind beim Sitzen nicht mit Kissen ab, sondern lassen Sie Ihr Baby das Sitzen allein üben und schaffen.
Ihr Kind wird jetzt mit Freude mit Löffeln auf einen Kochtopf oder einen Karton trommeln. Töne machen ist toll. Ebenso wird es ihm gefallen, zwei Sachen aneinander zu klopfen. Achten Sie auf Spielzeug mit geringem Gewicht, das es gut zwischen den Händen wechseln kann.
Verschiedene Materialien zum Erkunden sind jetzt ein tolles Spielzeug (z.B. Knisterpapier, ein leerer Joghurtbecher, eine unbenutzte Nagelbürste, ein weicher Stoff).
Ein unzerbrechlicher Babyspiegel kann jetzt auch interessant sein.
Besondere Ausdauer wird Ihr Kind dabei entwickeln, einem heruntergefallenen Gegenstand hinterher zu gucken und Sie darum zu bitten, diesen wieder aufzuheben. Dies wird es wieder und wieder tun. Im nächsten Schritt wird es den Gegenstand selbst fallen lassen und Sie auffordern, diesen wieder aufzuheben.
Eine Freude wird es Ihrem Kind auch machen, wenn Sie Ihren Kopf kurz hinter einem Buch oder unter einem Tuch verstecken und mit einem "Hallo" wieder hervorkommen. Versuchen Sie auch mal, ein Tuch kurz über das Gesicht Ihres Babys zu legen und es rasch wieder wegzuziehen. Macht es Ihrem Kind Freude, können Sie dies wiederholen.
Probieren Sie doch mal aus, Ihr Baby bis in Ihre Kopfhöhe abheben zu lassen. Lassen Sie es anschließend landen und wieder höher aufsteigen. Macht sich Ihr Baby starr, hat es "Flugangst". Dann sollten Sie dieses Spiel ein paar Wochen später noch einmal probieren.
In diesem Alter wird Ihr Kind anfangen, eine Schüssel oder einen Becher mit kleinen Gegenständen ein- und auszuräumen. Beachten Sie hierbei, dass es dazu nichts Verschluckbares nimmt.
Nehmen Sie ein stabiles Laken und fassen Sie mit einer weiteren Person jeweils die Enden dieses Lakens an. Legen Sie das Baby in die Babyschaukel und zwar so, dass Ihr Kind Sie als Bezugsperson ansehen kann. Schaukeln Sie Ihr Kind langsam hin und her. Machen Sie dies zunächst sehr vorsichtig, damit Ihr Kind sich an die Bewegung gewöhnen kann. Babys, die dies kennen und genießen, freuen sich oft auch über etwas kräftigere Schaukelbewegungen. Achten Sie bitte darauf, dass Sie Ihr Kind nicht zu heftig schaukeln, damit es nicht aus dem Laken fällt. Wenn sich das Baby dabei nicht wohl fühlt, versuchen Sie es zu einem späteren Zeitpunkt noch mal.
Jetzt beginnt auch die Zeit, in der Sie mit dem Baby Bilderbücher mit großen Motiven angucken können und verschiedene Materialien befühlen lassen können.
Ihr Kind entwickelt zunehmende Begeisterung für Verse und Reime in Verbindung mit Fingerspielen und Berührungen (z.B. 10 kleine Zappelfinger, Das ist der Daumen).
Zwischen dem zehnten und zwölften Monat will Ihr Kind die Welt erobern und selbst Lösungen finden. Ihr Kind begreift Ursache und Wirkung. Sie werden auch beobachten, dass es die ersten Versuche macht, sich von Ihnen zu lösen. Spielen Sie dieses Spielchen mit und gehen Sie nicht weg.
In dieser Phase wird Ihr Kind sich über Reime und Lieder freuen, in denen es aktiv mitmachen kann: in die Hände klatschen, winken, Hände drehen; z.B. das Fähnchenlied oder Backe, backe Kuchen:
Backe, backe Kuchen,
der Bäcker hat gerufen.
Wer will guten Kuchen backen,
der muss haben sieben Sachen:
Eier und Schmalz, Zucker und Salz,
Milch und Mehl,
Safran macht den Kuchen gel.
(Gutes Hände-Klatsch-Spiel; Klatschen Sie die Hände Ihres Kindes bei jeder betonten Silbe aneinander.)
Auch wird Ihr Kind Bewegungsspiele mögen. Legen Sie sich auf den Boden und lassen Sie Ihr Baby über sich hinweg klettern. Legen Sie als Anreiz ein Spielzeug auf die andere Seite. Achten Sie darauf, dass Ihr Kind nicht herunter fällt.
Rollen Sie einen etwa handflächengroßen weichen Ball zum Baby hin, so dass es versuchen wird, ihn festzuhalten und ihn vielleicht sogar wieder zurückzuspielen.
Krabbeln Sie hinter Ihrem Baby her und spielen Sie Fangen.
Jetzt ist auch die Zeit, in der Ihr Kind Becher ineinander stecken, Steckpyramiden zusammensetzen, Spielzeug auf Rädern an der Schnur heranziehen und kleine Türme bauen kann. Hineinwerf-Spiele sind ebenfalls interessant.
Schlaf Kindlein, schlaf.
Wir zählen jetzt die Schaf'.
Mit all den kleinen Lämmerchen.
Mach ein schönes Schlummerchen.
Schlaf ein, schlaf ein, schlaf ein.
Ich werde immer bei dir sein.
Schlaf Kindlein, schlaf.
Dein Vater hütet die Schaf.
Deine Mutter schüttelt's Bäumelein.
Fällt herab ein Träumelein.
Schlaf Kindlein, schlaf.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum.
Ei, ich tu dir nichts zu Leide,
flieg nur aus in Wald und Heide.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum.
Du fliegst in das Gärtchen,
und fliegst in das Wäldchen.
Viele süße Tröpfchen,
kommen in das Töpfchen.
Summ, summ, summ,
Bienchen summ herum.
Sie können mit den Fingern vor den Augen Ihres Kindes hin- und herfliegen und das Bienchen nachmachen.
A, B, C,
die Katze lief im Schnee.
Und als sie dann nach Hause kam,
da hat sie weiße Stiefel an.
Oh weh, oh weh, oh weh!
Die Katze lief im Schnee.
Backe, backe Kuchen.
Der Bäcker hat gerufen.
Wer will guten Kuchen backen,
der muss haben sieben Sachen:
Eier und Schmalz, Zucker und Salz,
Milch und Mehl,
Safran macht den Kuchen gel.
Gutes Hände-Klatsch-Spiel, klatschen Sie die Hände Ihres Kindes bei jeder betonten Silbe aneinander.
Zehn kleine Zappelmänner
zappeln hin und her.
Zehn kleinen Zappelmännern
fällt das gar nicht schwer.
Zehn kleine Zappelmänner
zappeln auf und nieder.
Zehn kleine Zappelmänner
tun das immer wieder.
Zehn kleine Zappelmänner
spielen gern Versteck.
Zehn kleine Zappelmänner
sind auf einmal weg.
Zehn kleine Zappelmänner
rufen laut ?Hurra".
Zehn kleine Zappelmänner
sind schon wieder da.
Wackeln Sie mit Ihren Fingern und lassen
Sie beide Hände "hin und her", das heißt von rechts nach links und wieder zurück zappeln. Im Anschluss zappeln Sie auf die gleiche Art und Weise "auf und nieder", das heißt hoch und runter. Verstecken Sie Ihre Hände anschließend hinter Ihrem Rücken und holen Sie sie beim "Hurra"- Rufen wieder hervor.
Wie ein Fähnchen
auf dem Turme
sich kann drehn
bei Wind und Sturme,
so soll sich dein Händchen dreh'n,
das es toll ist anzusehn.
Wind, ach Wind
hilf mir beim Drehen.
Lass das Fähnchen
niemals stehen.
Und schon dreh'n sie sich zu zweit,
Fähnchen, Fähnchen wird sich freu'n.
Während der ersten Strophe drehen Sie Ihre Hand vor dem Gesicht Ihres Kindes hin und her, in der zweiten Strophe drehen Sie beide Hände wie zwei Fähnchen.
Hoppe, hoppe Reiter,
wenn er fällt, dann schreit er.
Fällt er in den Graben,
fressen ihn die Raben.
Fällt er in den Sumpf,
macht der Reiter Plumps.
Während des Reims reitet Ihr Kind auf Ihren Knien. Zum Fallen machen Sie die Knie ein bisschen auseinander, halten Sie Ihr Kind dabei aber gut fest.
Hopp, hopp, hopp zu Pferde
Wir reiten um die Erde.
Die Sonne reitet hinterdrein,
wie wird sie abends müde sein.
Hopp, hopp, hopp.
Während des Reims reitet Ihr Kind auf Ihren Knien.
Ri, ra, rutsch,
wir fahren mit der Kutsch.
Wir fahren mit der Schneckenpost,
wo es keinen Taler kost',
ri, ra, rutsch,
wir fahren mit der Kutsch'.
Toller Strampelrhythmus
Herr Pins und Frau Pans
die gingen zum Tanz.
Zum Tanz da gingen
Herr Pins und Frau Pans.
Sie machten so
und so
und tanzten lustig
und froh.
Strampeln Sie langsam und abwechselnd die Beine Ihres Kindes im Rhythmus des Reims. Überkreuzen Sie die Beine Ihres Kindes bei: "Sie machten so und so." Anschließend strampeln Sie die Beine Ihres Kindes etwas schneller.
Hier kommt das Mäuschen,
didelideling,
und will ins Häuschen.
Macht Klingelingeling.
Hallo, seid ihr zu Haus?
Ich bin die süße Maus.
Die Maus, also Ihre Finger, krabbelt über den Arm zum Ohrläppchen, klingelt dort, klopft an die Bäckchen und trippelt dann auf den Lippen.
Das ist der Daumen,
der schüttelt die Pflaumen,
der liest sie auf,
der trägt sie nach Haus'
und der kleine,
der isst sie alle, alle auf!
Jeder Finger wird angefasst oder bekrabbelt.
Hier haste 'nen Taler,
gehst auf den Markt,
kaufst eine Kuh
und ein Kälbchen dazu.
Das Kälbchen hat ein Schwänzchen,
macht dideldideldänzchen.
Streichen Sie mit Ihrer flachen Hand über die Innenfläche der Hand Ihres Kindes und wiederholen Sie dies im Rhythmus des Reimes. Wenn Sie die letzte Zeile sagen, krabbeln Sie mit den Fingern in der Handfläche Ihres Kindes.
Heile, heile Gänschen,
die Katze hat ein Schwänzchen.
Heile, heile Mäusespeck,
in hundert Jahren ist alles weg.
Streichen Sie während des Reims mit der Hand vorsichtig über die Stelle, an der sich Ihr Kind wehgetan hat bzw. mit einem Finger um die Wunde herum.
Muh, muh, muh!
So ruft im Stall die Kuh.
Wir geben ihr das Futter.
Sie gibt uns Milch und Butter.
Muh, muh, muh!
So ruft im Stall die Kuh
Eine kleine Dickmadam
Fuhr mal mit der Eisenbahn.
Eisenbahn die krachte,
Dickmadam die lachte.
Wann Ihr Kind zu sprechen beginnt, bestimmt es ganz alleine. Einige sprechen mit 12 Monaten ihre ersten Wörter, andere lassen sich etwas länger Zeit.
Das Baby zeigt jedoch schon von der Geburt an eine besondere Vorliebe für menschliche Stimmen, insbesondere für die der Eltern. Mit dem Klang Ihrer Stimme können Sie Ihrem Kind Ihre Zuwendung zeigen und Nähe und Wärme vermitteln. Sie können Ihr Kind damit beruhigen oder ermuntern und ihm das Gefühl geben, angenommen und willkommen zu sein.
Es wird erkennen, ob Sie aufgeregt oder ärgerlich sind. Somit ist die Sprache - lange bevor Ihr Kind selber sprechen kann - von Anfang an ein wichtiges Bindeglied in der Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Kind.
Der Säugling erhält von Anfang an wichtige Anregungen für seine sprachliche Entwicklung, indem es mit jeder "Unterhaltung" etwas mehr mit "seiner" Sprache vertraut wird. Regen Sie Ihr Kind zu Unterhaltungen an, indem Sie seine Laute nachmachen und es dabei freundlich angucken.
Sie können die sprachliche Entwicklung Ihres Kindes beeinflussen und erleichtern, indem Sie mit ihm sprechen, wann immer Sie sich mit ihm beschäftigen, sei es beim Baden, beim Wickeln, beim Füttern oder ähnlichem. Sagen Sie, was Sie gerade tun.