Digitale Alarmierung bei Feuerwehr und Rettungsdienst
LÜNEN Feuerwehr und Rettungsdienst werden ab sofort digital alarmiert. Nach einjähriger Vorarbeit erhielten die 343 Mitarbeiter jetzt die entsprechenden Geräte.
Jedes von ihnen kostet etwa 400 Euro. Der Rettungsdienst hat bereits eine erfolgreiche Probephase absolviert, wie Feuerwehrchef Alfred Krömer erklärte. Martin Möller war für die Einbindung der digitalen Alarmierung in die Einsatzleittechnik zuständig.
Ein Jahr lang bereiteten die beiden Lüner Feuerwehrmänner Tim Berger und Robin Möller die Programmierung vor, die von Fachfirmen vorgenommen wurde.
Sie besuchten alle Feuerwehren im Kreis Unna, zum größten Teil auch Werksfeuerwehren. Nach einer Anwenderschulung berieten sie die Kollegen aus den anderen Städten entsprechend. Noch läuft das analoge Alarmierungssystem parallel. Man will testen, welche Melder zuerst anschlagen, was besser funktioniert.
Installation auf dem Rathausdach
„Da es aber bei den Rettungswagenbesatzungen gut funktioniert hat, hoffen wir, dass das auch bei der Feuerwehr der Fall ist", sagte Krömer. Die digitalen Alarmumsetzer sind auf dem Rathausdach und in Brambauer installiert.
Ein Bericht von Beate Rottgardt, ruhrnachrichten.de
Die ersten beiden „echten“ Alarmierungen für den Löschzug Brambauer in der Nacht zu Dienstag liefen gut. Test bestanden. Seit Montag alarmiert die Feuerwehr Lünen digital.
Insgesamt 343 neue Melder mussten dafür verteilt werden. An die Kollegen der Feuerwache an der Borker Straße und alle freiwilligen Kameraden in den sieben Lüner Löschzügen. Jeder neue Melder kostete rund 400 Euro. Der Rettungsdienst in Lünen wurde schon seit einiger Zeit erfolgreich digital alarmiert, so Alfred Krömer, Leiter der Feuerwehr Lünen. Jetzt ist auch die Feuerwehr dabei. Die neue Alarmierung soll besser und schneller sein. Trotzdem läuft die alte Alarmierung für eine Testphase noch parallel. Danach soll endgültig Schluss sein. Das wird wohl auch Zeit, denn die analoge Alarmierung gab es im Kreis Unna seit Anfang der 80er-Jahre.
Bis die Lüner Feuerwehr digital funkt, wird es noch einige Zeit dauern. Bereits an den Start gegangen ist hingegen die digitale Alarmierung. Seit Montag sind allein in Lünen 343 entsprechende Empfänger in Betrieb. Die Alarmierung soll dadurch zuverlässiger und gezielter werden.
Ein Jahr Vorbereitung
Alarmierung per Funk gibt es in Lünen schon seit den frühen 80er-Jahren. Die hatte allerdings so ihre Haken. Die ersten Empfänger hatten mehr mit den alten Dampfradios gemein. Die zweite war schon deutlich kleiner, hatte aber noch mit relativ kurzen Batterielaufzeiten zu kämpfen. Die letzte Generation der analogen Geräte war relativ ausgereift, ihre Probleme eher systembedingt. Ein großer Haken: Es gab nur eine sehr eingeschränkte Zahl an „Schleifen“, also Gruppen von Feuerwehrleuten oder Löschzügen, die gezielt alarmiert werden konnten. Auch war es gerade in Randgebieten immer mal wieder Glückssache, ob der kleine Pieper losging oder nicht.
Die Stärke der neuen Digitalgeräte ist die dadurch deutlich flexiblere Alarmierung. Brennt irgendwo ein Papierkorb, muss nicht mehr gleich ein ganzer Löschzug ausrücken. Wird irgendwo von einem Zug nur die Drehleiter benötigt, kann auch das über die neue Alarmierung gezielt durchgegeben werden. Darüber hinaus kann nun auch Text an die Wehrleute übermittelt werden.
Die gesamte Einführung der digitalen Alarmierung hat rund ein Jahr Zeit in Anspruch genommen. Die nötigen Sendeanlagen für das Lüner Stadtgebiet wurden aufgebaut, die Computeranlagen und verschiedenen Alarmregister eingerichtet, Wehrleute geschult. Die zwei Lüner Kollegen, die entsprechend ausgebildet wurden, haben ihr Wissen auch an die übrigen Feuerwehren im Kreis weitergegeben.
Auch einen rund dreimonatigen Probebetrieb hat das System bereits durchlaufen, und zwar im Rettungsdienst. Die so gesammelten Erfahrungen seien gut, so Feuerwehr-Chef Alfred Krömer am Dienstag bei der Vorstellung der neuen Technik.
Dennoch würde vorerst die alte analoge Technik parallel im Einsatz bleiben – schon um herauszufinden, ob es noch Schwachstellen oder Funklöcher gibt und wie viel schneller die digitale Technik arbeitet.
Sicherer wird das System auch noch: Die analoge Alarmierung wäre relativ leicht zu manipulieren gewesen. Bei der digitalen wird dies zumindest erheblich schwieriger.
Ganz billig ist die neue Technik nicht: Jeder der 343 Melder kostet rund 400 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die Installation der nötigen Sender. Auf Lüner Stadtgebiet sind dies gleich zwei. Immerhin konnte durch die gemeinsame Beschaffung aller Feuerwehren im Kreis Unna gespart werden, denn die digitale Alarmierung wird in allen Kommunen des Kreises eingeführt.
Ein Bereicht von Oliver Schlappat, derwesten.de