Die Einrichtung einer Berufsfeuerwehr neben einer Freiwilligen Feuerwehr will die SPD-Fraktion vorantreiben. Ein Prüfauftrag an die Verwaltung, ob dies für Lünen möglich und sinnvoll ist, soll beantragt werden.
Rüdiger Billeb, Leiter des SPD-Arbeitskreises Sicherheit und Ordnung, verspricht sich deutliche Vorteile und räumt eine mögliche Sorge gleich aus: Die Feuerwehr Lünen soll eine Einheit bleiben und die Arbeit der Freiwilligen gestärkt werden.
Berufsfeuerwehr "ein Gewinn"
Die Stadt Lünen soll eine Berufsfeuerwehr bekommen. Das schlägt die SPD-Fraktion vor und hat einen entsprechenden Prüfauftrag an die Verwaltung formuliert.
Rüdiger Billeb, Vorsitzender des mit dem Thema betrauten SPD-Arbeitskreises Sicherheit und Ordnung, erklärte am Dienstag die Hintergründe. Die Feuerwehr bleibe danach vom Prinzip her wie sie ist. An Zuschnitt und Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr werde nicht gerüttelt. Lediglich die Hauptamtlichen Kräfte firmierten künftig unter dem Dach einer Berufsfeuerwehr.
Dahinter steckt mehr als nur ein anderer Name. Unmittelbare Vorteile sind, so Billeb: Kräfte einer Berufsfeuerwehr werden bei der Zuteilung von Fortbildungsplätzen beim Institut der Feuerwehr in Münster mehr berücksichtigt. Statt bisher zwei bis vier Fortbildungen pro Jahr sei mit sechs oder mehr zu rechnen. Das erhöhe langfristig die Leistungsfähigkeit der Lüner Wehr und mache sie für Bewerber und Berufseinsteiger interessanter. Fortbildungen sind auch Voraussetzungen für eine Beförderung.
Für eine Berufsfeuerwehr sei es zudem leichter, bei Stellenausschreibung gutes Personal zu bekommen. Auch aus Imagegründen. „Wer die Wahl hat, wird sich immer für die Berufsfeuerwehr entscheiden“, erklärte Billeb.
Nicht nur die Wehr soll von der Umstellung profitieren, auch der Gewerbestandort Lünen. In Städten mit Berufsfeuerwehr fielen häufig geringere Beiträge für Feuerschutz- und Gebäudeversicherung an. Das könne bei Standortentscheidungen eine Rolle spielen, ist Billeb überzeugt.
Auch für die Kommune soll ein kleiner finanzieller Vorteil dabei rausspringen. Bei Vorhalten einer Berufsfeuerwehr würden die Beiträge aller Feuerwehrkräfte, auch die der „Freiwilligen“, für die Unfallkasse sinken. Billeb hat nachgerechnet und kommt auf ein Ersparnis von rund 25 000 Euro pro Jahr. In Lünen gibt es derzeit 255 „Freiwillige“, 71 „Hauptamtliche“ und 34 Mitglieder bei der Jugendfeuerwehr.
Durch die Umstellung auf die Berufsfeuerwehr enstünden keine Kosten und es gebe nur Vorteile, erklärte Uwe Walter. Er ist Sprecher des SPD-Arbeitskreises. Entlohnung und Stellenzahl blieben wie gehabt. Die Bedeutung der Freiwilligen Feuerwehr werde gewahrt und soll per Satzung festgeschrieben werden.
Der Vorschlag der SPD-Fraktion ist Thema in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung am 18. April. Wird dem Antrag zugestimmt, hat die Stadt die Umsetzbarkeit zu überprüfen. Eine Beschlussvorlage soll bis zur Ausschusssitzung am 19. September vorliegen
Ein Artikel von Andreas Gruber, derwesten.de