Lünen, 08.03.08 t WAZ / WR
Lernpartnerschaft zwischen St.-Marien-Hospital und GSG
Klinik bietet Praktikumsplätze an
von Gerd Kestermann
Von der Schule in die Klinik - für drei Wochen. Hat aber mit Krankheit nichts zu tun, sondern erhöht die Berufschancen.
Das St.-Marien-Hospital bietet bis zu acht Mädchen und Jungen der Geschwister-Scholl-Gesamtschule (GSG) des 9. Jahrgangs bis zu acht Berufspraktikumsplätze an. Für das Fachpraktikum in der Jahrgangsstufe 12 werden weitere vier Plätze angeboten. Außerdem ist die Klinik bereit, den Fachunterricht in ausgewählten Fächern zu unterstützen, die GSG bietet im Gegenzug kulturelle Veranstaltungen im Hospital an. Diese so genannte Lernpartnerschaft - die 6. ihrer Art in Lünen - unterzeichneten gestern GSG-Leiter Heinrich Behrens und Verwaltungsdirektor Axel Weinand. Schülerinnen und Schüler, die meistens die Praktikumsplätze meistens selbst suchen müssen, erhalten mit dieser Vereinbarung eine direkten Zugang zu einem Praktikum in einem Haus mit zahlreichen Berufsfeldern. Behrens nannte es "eine große Ehre", einen solchen Partner zu haben, beide Einrichtungen würden davon profitieren. Das sieht auch Weinand so: Es gebe schon jetzt einen Fachkräftemangel und es sei wichtig, wenn die Klinik junge Menschen für den Pflegebereich oder andere Berufe begeistern könne. Die Koordinatorin für den Übergang von der Schule zum Beruf im Rathaus, Monika Lewek-Althoff, begrüßte die Lernpartnerschaft. Sie sei ein wichtiges Modul bei der Verbindung zwischen Schule und Wirtschaft. Die Jugendlichen wüßten viel zu wenig über das Berufsleben. Praktika könne die Zahl der Ausbildungsabbrüche reduzieren. GSG-Abteilungsleiterin Ute Bering-Gruhn berichtete, dass die Schule immer stärker die Elternrolle bei der Berufssuche übernehmen müsse. Pflegedirektorin Marie-Luise Stoverock glaubt, dass jungen Leute in der Klinik gut erkunden könnten, ob ein Beruf zu ihnen passt und ob sie ihn auch aushalten würden.