Sonderpreis für Berufskolleg
Lünen/Bergkamen. "Zum dritten Mal in Folge konnte das Berufskolleg Bergkamen auf der Berufsinformationsmesse der Stadt Lünen (BIT) den Preis für die beste auswärtige Schule erringen..."
Tausende Schüler auf der Suche nach beruflicher Zukunft
Ruhr-Nachrichten
19.10.2011
Von Magdalene Quiring-Lategahn
LÜNEN.Neues entdecken, Vorlieben erfahren, Fähigkeiten testen: Der 15. Berufsinformationstag bot eine Plattform für 105 Aussteller aus Branchen, Schulen, Hochschulen, Behörden und Bildungsträgern - und bei den Schülern kam das gut an.
Hauptattraktion war der Nano-Truck des Bundesforschungsministeriums, der den Schülern mit zahlreichen Experimenten die Welt der kleinsten Teilchen nahe bringt. In einem Workshop wurden sogar Solarzellen ohne Silizium aber mit Hibiskusblütentee gebaut.
Praktische Angebote
3000 Schüler aus der gesamten Region tummelten sich am Mittwoch auf der Bildungsmesse rund um Hansesaal und Heinz-Hilpert-Theater. Die Veranstaltung hat sich längst im gesamten Umkreis einen Namen gemacht. Dort wird den Jugendlichen nicht nur die Welt der Berufe gezeigt, es gibt auch ganz praktische Angebote, in denen sie ihre Fähigkeiten oder Vorlieben testen können.
Am Stand von Bäckermeister Wilhelm Kanne beispielsweise formten Schüler kleine Brezeln aus Teig. "Es läuft sehr gut", sagte Kanne. Der Zuspruch sei gut, viele Schüler hätten ganz detaillierte Fragen. Der Ausbildungsbetrieb, der 95 Lehrlinge beschäftigt, nutzt den Berufsinformationstag, um auf sein Angebot aufmerksam zu machen. "Wir spüren bereits den demographischen Wandel", so Kanne.
Gesundheitswesen oder Feuerwehr?
Jessie (15) und Tamara (16) von der Realschule Altlünen haben bereits einen festen Berufswunsch: Sie wollen Kinderkrankenschwester und Hebamme werden. Bei den Angeboten im Gesundheitswesen haben sie sich bereits umgeschaut: "Toll, was es alles gibt", lautet ihr Fazit.
Matthias (14) von der Schule am Windmühlenweg weiß zwar noch nicht, wohin ihn sein beruflicher Weg einmal führt, er stieg aber in voller Montur die 20 Meter lange Feuerwehrleiter hoch: Einfach mal ausprobieren ist seine Devise.
Schüler lernen im Labyrinth der Berufe eigene Stärken entdecken
Die komplexe Berufs- und Arbeitswelt stellt sich jungen Menschen oft wie ein undruchdringliches Dickicht dar. Ganz praktische Orientierungshilfe will der Berufsinformationstag (BIT) bieten. Bei einem "Labyrinth der Berufe", das schon im Namen auf die komplizierte Vielfalt anspielt, soll Schülern ab der 9. Klasse die Angst genommen und Hilfestellung geboten werden. Unterstützt wird dieses Angebot beim BIT am Mittwoch, 19. Oktober, von Lüner und regionalen Bildungsträgern.
In einem 250 Quadratmeter großen Zelt vor dem Eingang des Hansesaals können Schüler ihre Fähigkeiten spielerisch testen und gleichzeitig etwas über Anforderungen im Beruf erfahren. Das Bildungszentrum Westfalen (bzw) beispielsweise lädt zu "Tipp10" ein, Zehnfinger-Schreibübungen am Computer, die für Büroberufe notwendig sind. "Wie war das noch mal mit dem Alphabet" heißt es bei einer Übung, bei der Hängeregister sortiert werden müssen. Auch das ist wichtig, denn in Büros, Verwaltungen, Arztpraxen, Kanzleien oder Lagern wird damit gearbeitet.
Stiftehalter vollenden
Beim TÜV Nord schauen die Schüler durchs Mikroskop oder gehen "den ersten Schritt zum perfekten Dinner". Am Stand der Umwelt-Werkstatt wird es richtig handwerklich: "Trau dich, werkeln mit Metall" heißt eine Übung. Hier fertigen Schüler einen Stiftehalter.
Handytaschen fertigen
Bildung+Lernen lädt zu "Ein Korb voll Buntes, erkennst du, was es ist" ein, das Mutikulturelle Forum testet Kreativität beim Bemalen von Baumwolltaschen oder Erstellen von Schlüsselanhängern. Träumen vom Wunschberuf dürfen Schüler beim Jobcenter und beim Werkhof eigene Handytaschen gestalten.
"Wichtig ist, dass Jugendliche aktiv werden und die Hemmschwelle überwinden, auch nachzufragen", sagt Daniela Grave von Bildung + Lernen. Stärken entdecken, oder auch feststellen, dass etwas gar keinen Spaß macht, das sind wichtige Voraussetzungen für die spätere Berufswahl.
Die Schüler sind mit einer "Labyrinthkarte" unterwegs, die abgestempelt wird. Die kann auch in den Berufswahlpass eingeheftet werden.
Monika Lewek-Althoff vom Übergangsmanagement Schule - Beruf, freut sich über die Unterstützung der Bildungsträger.
"Ohne verlässliche Projektpartner ist eine solche Veranstaltung nicht möglich", sagt sie.
LÜNEN. Die Liste fängt bei A wie ADAC an und endet bei Z wie Zentral-Krankenpflegeschule: 105 Aussteller markieren beim 15. Berufsinformationstag (BIT) einen neuen Rekord.
Sie geben Einblicke in etwa 150 duale Berufsausbildungsgänge plus Studiengänge und Beratungsangebote - geballtes Bildungswissen aus erster Hand für Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 bis 13, ihre Lehrer und ihre Eltern.
1700 Besucher waren gestern bereits angemeldet, etwa 3000 erwartet die Stadt am Mittwoch, 19. Oktober im Hansesaal, im Theater und auf dem Freigelände. „Wir haben die Grenzen unserer Kapazitäten erreicht", sagt der Schirmherr, Erster Beigeordneter Günter Klencz.
Und doch will die größte Bildungsmesse der Region alles andere als Massenabfertigung bieten. „Die Schüler sollen ihre individuellen Ansprechpartner finden und individuell angesprochen werden können", beschreibt Klencz das Ziel.
Zwölf Aussteller sind erstmals beim BIT vertreten. Ein Hinweis, dass es für Unternehmen immer wichtiger wird, sich rechtzeitig um die Fachkräfte von morgen zu kümmern.
Ganz wichtig ist den Organisatoren der Bezug zur Praxis. Wenn Firmen zum Beispiel eigene Azubis mitbringen, so die Erfahrung aus den Vorjahren, können Schüler ihre Fragen „auf Augenhöhe" loswerden. Als „Kontakthelfer" sind zudem erstmals zwei Moderatoren im Einsatz, die Aussteller und Besucher bei Bedarf zusammen bringen.
Aussteller sollten sich nicht wundern, wenn es vorübergehend mal etwas leerer wird: Denn im Hilpert-Theater läuft von 11.30 bis 12.30 Uhr das BIT-Schulduell. Jugendliche aus der Sekundarstufe II treten zum sportlichen Wissens-Wettstreit an. „2010 hatten wir 500 Zuschauer", berichtet Monika Lewek-Althoff, Projektleiterin für die BIT.
Auch darüber hinaus gibt es viele Angebote, die dazu animieren, den Ausstellungsbesuch mit Spaß und Aktion zu verbinden. So kommt erstmals der Nano-Truck des Bundesforschungsministeriums zum BIT. Er erklärt die zukunftweisende Nano-Technologie, zeigt Berufsperspektiven auf, demonstriert Anwendungsbeispiele und lädt zum Experimentieren ein.
Peter.Fiedler @ruhrnachrichten.de
Der 15. BIT ist am 19. Oktober von 8.30 bis 14.30 Uhr geöffnet. Es gibt ein Programmheft, das u.a. ein alphabetisches Verzeichnis der vorgestellten Berufe enthält.
Zum BIT gibt es mehrere Wettbewerbe, für Schüler ebenso wie für Aussteller.
Für interessante Workshops im Nano-Truck, sowohl für Lehrer wie für Schüler, sind noch einige Plätze frei.
Anmelden, zum BIT-Besuch allgemein wie auch zu Workshops, kann man sich per Internet: www.luenen.de/BIT
Die "Beste auswärtige Schule" vom BIT 2011 ist:
TÜV Nord College GmbH, Berufskolleg Ost, Kleiweg 10, 59192 Bergkamen.
Gewinn: Scheck über 50,- Euro
150 Berufe ganz nah an der Praxis
BIT am 19. Oktober markiert Rekorde LÜNEN.
Die Liste fängt bei A wie ADAC an und endet bei Z wie Zentral-Krankenpflegeschule: 105 Aussteller markieren beim 15. Berufsinformationstag (BIT) einen neuen Rekord.