Französisch-Niederländischer Krieg
In dem Krieg, den König Ludwig XIV. von Frankreich im Jahre 1672 gegen Holland begann, trat Brandenburg (zu der die Grafschaft Mark mit der Stadt Lünen gehörte) mit Österreich auf Hollands Seite. Mit Frankreich waren der Erzbischof von Köln und Bernhard von Galen, Bischof von Münster, verbunden. Letzterer verheerte die Grafschaft Mark. Auch Lünen blieb nicht verschont. Am 10. Dezember des Jahres 1672 eroberte der Bischof die Stadt und drohte, sie zu verbrennen. Die Bitten des Magistrats um Verschonung blieben ungehört. Da der Magistrat erfahren hatte, dass der Bischof sich in anderen Orten hätte besänftigen lassen, ließ der Magistrat eiligst zwölf weiß gekleidete Mädchen von neun bis zwölf Jahren zu ihm senden, welche den Bischof, der auf dem Marktplatz stand, auf ihren Knien umringten und durch ihre Bitten besänftigten. Der Bischof forderte darauf "nur" eine Brandschatzung von 500 Talern und zog mit seinen Truppen wieder ab.
Marschall Turenne marschiert in Lünen ein
Als Anfang 1673 das brandenburgisch-österreichische Heer nahte, um den
Erzbischof von Köln und den Bischof von Münster aus den
brandenburgischen Ländern zu vertreiben, zog sich der französische Marschall Turenne
zum Rhein zurück. Auf ihrem Rückzug trieben die Franzosen starke
Kontributionen ein. Auch Lünen blieb nicht verschont: Turenne ließ die
Stadt zunächst beschießen, wodurch zahlreiche Häuser niederbrannten. Am
1. Februar mussten die Tore geöffnet werden. Turenne marschierte mit
mehreren tausend Mann durch den Ort.
Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg erteilt den Lüner Wollwebern einen Gnadenbrief
Der
Kurfürst von Brandenburg, der sich im Mai 1675 in der
Grafschaft Mark, u. a. auch in Lünen aufhielt, zog im Juni nach
Brandenburg gegen die Schweden, die inzwischen ein Bündnis mit dem
König von Frankreich eingegangen waren. Ein
französisches Kriegsheer
drang daraufhin in die klevischen Lande, in die Grafschaft Mark und bis
in das Fürstentum Minden vor. Wie andere Städte litt auch Lünen sehr
unter den hierbei um Juni/Juli erfolgten Einquartierungen.
(Diedrich Hermann Bremer, Neue Chronik für Lünen, Handschrift
1823/1858, S. 83; Diedrich Hermann Bremer, Chronik der Stadt Lünen,
1842, S. 30 ff)
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