Altes Archiv (1341-1797)
Der Bestand Altes Archiv (AA) enthält die Akten der städtischen Registratur, die bis zur Übernahme des Bürgermeisteramtes durch Johann Franz Henrich Schultz 1797 geführt worden sind.
Bürgermeister Schultz (1798-1838)
Neues Archiv (1839-1945)
Verwaltungsarchiv (1945-1997)
Personalakten (1853-1995)
Wiedergutmachungsakten (1945-1978)
Der Sonderbestand enthält Akten zu den Wiedergutmachungsverfahren nach dem Bundesentschädigungsgesetz politisch, rassisch und religiös verfolgter Personen während der Zeit des Nationalsozialismus. Der Bestand ist aus Gründen des Datenschutzes gesperrt.
Sachthemen: Abtreibung, Arbeitsverweigerung, Bekennende Kirche, Bewährungsbataillone, Bibelforscher, Desertierungen, Euthanasie, Evakuierung, Freidenkerverein, Gewerkschaften, Hochverrat, Juden, KPD, Kriegsgefangene, Konzentrationslager, Landesverrat, Landfriedensbruch, Militärregierung, NSDAP, Sabotage, SPD, Spionage, Sterilisation, Wehrkraftzersetzung; Zentrums-Partei.
Bergbau (19./20. Jh.)
1873 wurden die ersten Zechenschächte im Lüner Raum abgeteuft. In der Folgezeit entstanden Schachtanlagen in Brambauer, Gahmen, Groppenbruch, Horstmar, Lippholthausen, Lünen-Mitte, Niederaden und Nordlünen. Während die ersten Schächte bereits in den 1920er Jahren geschlossen wurden, kam das endgültige Aus für den Bergbau in Lünen in den 1990er Jahren. Der Archivbestand, der z. Zt. verzeichnet wird, enthält Bauakten zu den Schachtanlagen, aber auch zu Zechenhäusern und anderen bergbaulichen Einrichtungen.
Stadtarchiv (1820-2003)
Nachrichten über das Lüner Archiv finden sich schon im 15. Jahrhundert: 1458 befanden sich die Urkunden der Stadt in der Stadt- oder Ratskiste. Die Aufsicht über die Archivalien oblag dem Stadtsekretär. 1821 wurde das Archiv von dem Prediger der Stadtkirche St. Georg, Dietrich Hermann Bremer, umfassend verzeichnet. Hiermit beginnt die Überlieferung des Schriftgutes zum Stadtarchiv, das seit 1955 hauptamtlich besetzt ist.
Gemeinde Altlünen (1815-1975)
Seit 1815 bildeten die drei Bauerschaften Alstedde, Nordlünen und Wethmar die Gemeinde Altlünen im Amt Bork, Kreis Lüdinghausen, Regierungsbezirk Münster. Bis in das 19. Jahrhundert stellte die Landwirtschaft die wirtschaftliche Grundlage für die drei Bauerschaften dar, ehe mit der Gründung der Eisenhütte Westfalia 1826 - das erste Industrieunternehmen im Lüner Raum - neue Arbeitsmöglichkeiten geschaffen wurden. Weitere Industriebetriebe und der Bergbau folgten. Zum 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Altlünen mit der Stadt Lünen vereinigt. Akten, die im Zusammenhang mit dem Amt Bork stehen, befinden sich im Stadtarchiv Selm.
Sozialdemokratische Partei Deutschlands (1947-1995)
Der SPD-Stadtverband wurde bald nach der Wiederzulassung der politischen Parteien 1945 als organisatorischer Zusammenschluss aller im Stadtgebiet Lünen neu- und wiedergegründeten SPD-Ortsvereine gebildet. Die erste Stadtverbandssitzung fand am 20. Januar 1946 statt. Der Archivbestand spiegelt nicht nur die Tätigkeit des Stadtverbandes, sondern auch die Arbeit der Ortsvereine und der Arbeitsgemeinschaften wieder.
Deutsche Kommunistische Partei (1941-1997)
Bienemann (1906-1958)
Hermann Jakob Bienemann wurde 1892 in Alpen/Kreis Moers geboren. Er trat 1912 in den Militärdienst ein; während des Ersten Weltkriegs erhielt er mehrere Ehrenzeichen. Nach dem Krieg war er im Polizeidienst tätig. In Brambauer führte Bienemann ein Kolonialwarengeschäft. Die Bedeutung des Bestandes liegt in der Überlieferung zahlreichen zeitgeschichtlichen Schriftgutes (Zeugnisse, Ausweise, Ehrungen etc.).
Kizio (1919-1986)
Wiese gen. Gosselke (1753-1899)
Haus Buddenburg (1391-1854)
Ende des 13. Jahrhunderts wird in Lippholthausen eine Burg der Brüder Budde als festes Haus an der Nordgrenze der Reichsgrafschaft Dortmund nahe der Lippe erwähnt.1293 musste die Burg niedergerissen werden.1330 wird erneut eine Burg, die Buddenburg der Herren von Frydag, erwähnt. 1549 stellte sich der Besitzer in den Schutz des Herzogs von Kleve-Mark, der die Burg mit Umland als ein selbstständiges Gericht und Verwaltungsbezirk, die Herrlichkeit Buddenburg, anerkannte. 1913 erwarb die Stadt Lünen einen Großteil des Besitzes. Das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Schloss wurde 1977 abgebrochen.
Haus Schwansbell (14.-20. Jahrhundert)
Brieftauben-Verein "Luftpost" Lünen (1901-1956; 7 Akten)
Der Verein wurde 1898 gegründet.
Ev. Frauenhilfe Preußen (1933-1993; 3 Akten)
Die Frauenhilfe Preußen ging aus dem 1903 von Bergarbeiterfrauen gegründeten Frauenverein "Neue Kolonie" hervor. Der Zusammenschluss diente dem charitativen Zweck, mit materiellen Zuwendungen Frauen kinderreicher und notleidender Bergarbeiterfamilien zu unterstützen.
Gesellschaft Verein Lünen (1923-1984; 10 Akten)
Die Gesellschaft wurde 1846 gegründet und gehört zu den ältesten Lüner Vereinen. Das Vereinsleben besteht aus regelmäßigen Treffen, die ab 1914 in dem vereinseigenen Viktoriahaus stattfanden.
Haus- und Grundbesitzer-Verein Lünen (1929-1940; 2 Akten)
Der Verein sah seine Aufgabe darin, die gemeinschaftlichen Belange des Haus- und Grundbesitzes im Sinne des Staates wahrzunehmen, d. h. für das Verständnis für die Wohnungspolitik der Reichsregierung einzutreten. Haus- und Grundbesitzer wurden beraten, in der NS-Zeit auch belehrt.
Kreiskriegerverband Lünen (1937-1942; 3 Akten)
Als Dachverband gehörten ihm die Kriegerkameradschaften in Altenderne, Beckinghausen, Brambauer, Gahmen, Horstmar, Lünen-Mitte und Lünen-Süd an. Mit der Auflösung des NS-Reichskriegerbundes 1943 löste sich auch der Kreiskriegerverband Lünen auf.
Krieger- und Landwehrverein zu Lünen (1888-1929; 3 Akten)
Der Verein organisierte Ausflüge und Vorträge und unterstützte Witwen, Waisen und Kriegsbeschädigte. Während der französischen Ruhrbesetzung 1923/24 war er verboten. Auf die Initiative des Verein hin wurde 1872 das Kriegerdenkmal an der Ecke Cappenberger Straße / Borker Straße zur Erinnerung an die im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus Lünen errichtet.
Lüner Quartett-Verein 05 (1911-1968; 7 Akten)
Der Gesangverein wurde 1905 gegründet. Die Mitgliederzahl war auf 20 Personen festgelegt. Der Verein nahm bei den alljährlichen Geburtstagsfeiern für den Kaiser und an Wohltätigkeitsveranstaltungen teil.
Lüner Schützenverein 1332 (1874-1998; 98 Akten)
Der Schützenverein sieht sich in der Tradition der städtischen Wachmannschaften und der im 16. Jahrhundert erwähnten Schützengilde St. Sebastian und Fabian. Fünf Kompanien, die Sportschützen und die Jugendabteilung sowie eine Damenschießgruppe gestalten das Vereinsleben. Ein vereinseigener Schießstand steht zur Verfügung.
Männergesangverein Eintracht Lünen 1876 (1877-1977; 10 Akten)
Der 1876 gegründete Verein nahm an verschiedenen Veranstaltungen sowie an Sängerfesten umliegender Vereine teil. 1971 ging er eine Chorgemeinschaft mit dem MGV Sängerbund Lünen ein.
Männergesangverein Heiderose Alstedde-Nordlünen (1908-1988; 13 Akten)
Der Verein wurde 1908 gegründet. 1975 ging man eine Chorgemeinschaft ein. 1999 löste sich der Gesangverein auf.
Männergesangverein Sängerbund Lünen (1948-1979; 2 Akten)
Der 1879 gegründete Verein fusionierte 1971 mit dem MGV Eintracht Lünen.
Nachbarschaften (1743-2001; 43 Akten)
Nachbarschaften stellen eine bestimmte Form der Gemeinschaftsbildung dar, die älter sind als alle Vereine. Sie spielten eine wichtige Rolle im sozialen Bereich und handelten und handeln in aller Stille im Sinne des Nachbarschaftsgedankens. Für den historischen Stadtkern lassen sich zwölf Nachbarschaften nachweisen. Außerhalb gab bzw. gibt es vier weitere Nachbarschaften.
Pfadfinderstamm Wildgänse Lünen (1951-1966; 9 Akten)
Der 1950 gegründete Pfadfinderstamm gliederte sich in mehrere Altersgruppen (Wölflinge, Sippen, Rover). Das Ziel des Stammes bestand in der Pflege der Kameradschaft. Zu den Aktivitäten gehörten gemeinsame Fahrten, Zeltlager, Pfadfindertreffen und Sport- und Spielwettkämpfe.
Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe Brambauer (1906-1943; 98 Akten)
1919 fanden sich die ersten aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Soldaten in der ReK zusammen. Der Verein sorgte sich um Heimkehrer, Kriegsopfer und um die Pflege der Soldatengräber. Man nahm auch internationalen Kontakt auf, z. B. zu den Frontkämpfern der British Legion in Maldon/Sussex. 1933 erfolgte die Eingliederung in den Deutschen Reichskriegerbund "Kyffhäuser" und 1937 in die NSKOV. Überliefert ist das Schriftgut des Vorsitzenden Friedrich Heyenga, der auch überregionale Aufgaben wahrnahm.
Sängerkreis Lüdinghausen (1948-1980; 39 Akten)
Dem 1920 gegründeten Bezirksverband gehörten 30 Gesangvereine und Jugendchöre aus 15 Gemeinden des Landkreises Lüdinghausen an. 1978/79 schlossen sich die zum politischen Kreis Unna gehörenden Vereine dem Sängerkreis Lünen an. 1980 erfolgte die Fusion der Sängerkreise Lüdinghausen und Lünen zum Sängerkreis Lünen-Lüdinghausen.
Sängerkreis Lünen (1925-1980; 19 Akten)
Der 1925 gegründeten Vereinigung gehörten bis zu 27 Gesangvereine aus Lünen und Umgebung an. 1980 erfolgte die Fusion der Sängerkreise Lünen und Lüdinghausen zum neuen Sängerkreis Lünen-Lüdinghausen, dem 32 Chöre angehörten.
Stadtsportverband Lünen (1962-1995 ; 48 Akten)
15 Sportvereine mit rund 3.500 Mitgliedern gründeten 1950 den Kreissportbund Lünen, der sich nach der Kommunalen Neuordnung 1975 in Stadtsportverband umbenannte. Überliefert sind auch Akten der Sportjugend Lünen, einer Dachorganisation der Jugendlichen in den Lüner Sportvereinen.
Verband der Heimkehrer, Ortsverband Brambauer (1914-1968; 113 Akten)
1946 gründeten ehemalige Mitglieder der ReK den Verband, der die heimkehrenden Kriegsgefangenen, Kriegsopfer und Vermißtenangehörigen u. a. durch Rat und Hilfe bei Entschädigungsangelegenheiten, in der Vermittlung von Wohnungen und Arbeitsstellen und in der Suchaktion des Roten Kreuzes unterstützte.
Verband der Heimkehrer, Ortsverband Lünen-Mitte (1953-1996; 5 Akten)
Der Verband wurde 1950 von heimgekehrten Kriegsgefangenen gegründet. Er gewährte Hilfe in Rentenangelegenheiten und organisierte Kundgebungen und Schweigemärsche zur Freilassung der Kriegsgefangenen. 1955 wurde auf seine Initiative eine Heimkehrer-Gedenkkerze am Hauptbahnhof aufgestellt.1996 löste sich der Verband auf.
Verein Krieger-Ehrenstätte Brambauer (1932-1934; 6 Akten)
Einziger Zweck des Ende 1932 gegründeten Vereins bestand in der Errichtung einer Kriegerehrenstätte zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Brambauer. Er löste sich Ende 1933 nach der Übergabe der Ehrenstätte wieder auf.
Volkschor Brechten-Brambauer (1920-1935; 4 Akten)
Das Gründungsjahr ist nicht bekannt, auch ist die Überlieferung dürftig. Da es sich bei dem Chor um einen der SPD nahestehenden Arbeitergesangverein handelte, ist zu vermuten, dass er während der NS-Zeit aufgelöst wurde.
Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia (1826-1997; 1.543 Akten)
Mit der Eisenhütte Westfalia wurde 1826 das erste Industrieunternehmen im Lüner Raum gegründet. 1876 wurde die Eisenerzeugung eingestellt, der Betrieb zunehmend auf die Eisenverarbeitung umgestellt. In den 1930er Jahren erfolgte die Hinwendung zum Bergbau. Seit den 1960er Jahren kamen Produkte für den Stollen- und Tunnelbau hinzu. 1991 fusionierte die GEW mit der Firma Klöckner-Becorit in Castrop-Rauxel zur Gesellschaft Westfalia Becorit Industrietechnik. Die WBI wurde 1995 von der Ruhrkohle Technik AG übernommen.
Denkmäler, Skulpturen (1763-2003; 287 Mappen)
Der Bestand enthält Schriftgut und Fotos zu Denkmälern und Skulpturen im Lüner Stadtgebiet. Hierbei ist es oftmals schwierig, ein von einem Künstler entworfenes Objekt dem Bereich der Denkmäler oder dem der Skulpturen zuzuweisen.
Druckschriften (1893-2003; 671 Mappen; z. Zt. im Aufbau)
Festschriften (1924-1999; 244 Mappen)
Filme (1938-2003; ca. 90 Stück; unverzeichnet)
Fotosammlung (ab 1875; ca. 60.000 Fotos, über 500 Glasplatten, ca. 1.500 Dias; unverzeichnet)
Geldscheine (1910-1944; 4 Alben)
Der Bestand enthält Notgeld und Gutscheine der Stadt und verschiedener Städte und Kreise sowie Reichsbanknoten.
Kartensammlung (1761-20. Jh.; 3 Kartenschränke; unverzeichnet)
Der Mischbestand enthält auch Reproduktionen und Baupläne. Eine sachthematische Einteilung und Aufbewahrung in Mappen erleichtert den Zugang.
Plakatsammlung (20. Jh.; 1 Kartenschrank; unverzeichnet)
Eine sachthematische Einteilung und Aufbewahrung in Mappen erleichtert den Zugang.
Sammlung Judaica (1811-2002; 189 Akten)
Schulsammlung (1825-1997; 417 Akten)
Der Sammlungsbestand enthält Schriftgut Lüner Schulen und von Schulen der nach Lünen eingemeindeten Orte, darunter Protokollbücher der Systemkonferenzen, Schulchroniken und Schülerverzeichnisse. Festschriften, Schülerzeitungen und sonstige Druckschriften wurden hinzugefügt.
Siegelstempel (1320-1967; 43 Stück)
Der Bestand enthält Siegelstempel der Stadt Lünen, vorgesetzter Behörden und ehemaliger Landgemeinden.
Zeitungsausschnitte (ab 1900; ca. 400 Ordner)
Zeitungen (ab 1795; 32 verschiedene Zeitungen)
Manuskripte (ab 1945; 125 Stück; Auflistung)
Schulbibliothek (19./20. Jh.; 10 lfd. Meter; unverzeichnet)
Verwaltungsbibliothek (ab 1794; ca. 90 lfd. Meter; Sachkartei)