Archivbestände

 

Städtisches Archiv

Altes Archiv (1341-1797)
Der Bestand Altes Archiv (AA) enthält die Akten der städtischen Registratur, die bis zur Übernahme des Bürgermeisteramtes durch Johann Franz Henrich Schultz 1797 geführt worden sind.

 

Bürgermeister Schultz (1798-1838)
Johann Franz Henrich Schultz wurde 1772 in Lünen geboren. 1792 wurde er Magistratsassessor, 1795 zweiter und zwei Jahre später erster Bürgermeister in Lünen. Schultz legte in seinen 41 Dienstjahren als Bürgermeister den Grundstein kommunaler Politik, den die nach dem Siebenjährigen Krieg wirtschaftlich darniederliegende Stadt auf ihrem Weg in das Industriezeitalter benötigte. Neben seiner Tätigkeit als Bürgermeister nahm er Aufgaben eines Acciseinspektors, Steuereinnehmers, gerichtlichen Auktionskommissars, Ökonomiekommissars (22 Gemeinheitsteilungen), Zwangsverwalters  (Güter Oberfelde und Aden) und Kurators (Freiherr von Frydag zu Buddenburg) war. Der Archivbestand enthält die Dienstakten und den privaten Nachlass der Familie.

 

Neues Archiv (1839-1945)
Der Bestand schließt sich an die Amtszeit des Bürgermeisters Schultz an und reicht bis 1945, da die Verwaltung von ihrer Einteilung in Abteilungen zur Ämterstruktur überging. Die Akten wurden von mehreren Registraturbildnern geführt, so dass bei der Verzeichnung das Pertinenzprinzip angewendet wurde.

 

Verwaltungsarchiv (1945-1997)
Der Aktenbestand reicht bis zur Verwaltungsreform, durch die zum 1. Januar 1998 die Ämterstruktur aufgelöst und die Verwaltung in Fachbereiche und Eigenbetriebe umorganisiert wurde. Der Bestand ist nach dem Provenienzprinzip geordnet; der Aufbau entspricht der nach der Kommunalen Neugliederung 1975 vorhandenen Ämterstruktur. Akten der bis dahin aufgelösten Ämter verblieben bei denjenigen Ämtern, die die Akten übernommen hatten.

 

Personalakten (1853-1995)
Der aus Gründen des Datenschutzes gebildete Sonderbestand enthält die Personalakten ausgeschiedener Beamte, Angestellten, Arbeiter, Hilfskräfte und Praktikanten der Verwaltung. Kriterien für die Archivwürdigkeit sind Akten, die über Bürgermeister, Stadtdirektoren und leitende Dienstkräfte geführt wurden, des weiteren solche Akten, die vor dem Ersten Weltkrieg entstanden sind, die Wiedergutmachungsverfahren enthalten oder Berufe dokumentieren, die heute nicht mehr ausgeübt werden (z. B. Nachtwächter). Darüber hinaus werden Akten von Dienstkräften aufbewahrt, die 1933 entlassen oder bei denen nach 1945 Entnazifizierungsverfahren durchgeführt wurden. Der Bestand ist aus Gründen des Datenschutzes gesperrt.

 

Wiedergutmachungsakten (1945-1978)
Der Sonderbestand enthält Akten zu den Wiedergutmachungsverfahren nach dem Bundesentschädigungsgesetz politisch, rassisch und religiös verfolgter Personen während der Zeit des Nationalsozialismus. Der Bestand ist aus Gründen des Datenschutzes gesperrt.
Sachthemen: Abtreibung, Arbeitsverweigerung, Bekennende Kirche, Bewährungsbataillone, Bibelforscher, Desertierungen, Euthanasie, Evakuierung, Freidenkerverein, Gewerkschaften, Hochverrat, Juden, KPD, Kriegsgefangene, Konzentrationslager, Landesverrat, Landfriedensbruch, Militärregierung, NSDAP, Sabotage, SPD, Spionage, Sterilisation, Wehrkraftzersetzung; Zentrums-Partei.

Bergbau (19./20. Jh.)
1873 wurden die ersten Zechenschächte im Lüner Raum abgeteuft. In der Folgezeit entstanden Schachtanlagen in Brambauer, Gahmen, Groppenbruch, Horstmar, Lippholthausen, Lünen-Mitte, Niederaden und Nordlünen. Während die ersten Schächte bereits in den 1920er Jahren geschlossen wurden, kam das endgültige Aus für den Bergbau in Lünen in den 1990er Jahren. Der Archivbestand, der z. Zt. verzeichnet wird, enthält Bauakten zu den Schachtanlagen, aber auch zu Zechenhäusern und anderen bergbaulichen Einrichtungen.

Stadtarchiv (1820-2003)
Nachrichten über das Lüner Archiv finden sich schon im 15. Jahrhundert: 1458 befanden sich die Urkunden der Stadt in der Stadt- oder Ratskiste. Die Aufsicht über die Archivalien oblag dem Stadtsekretär. 1821 wurde das Archiv von dem Prediger der Stadtkirche St. Georg, Dietrich Hermann Bremer, umfassend verzeichnet. Hiermit beginnt die Überlieferung des Schriftgutes zum Stadtarchiv, das seit 1955 hauptamtlich besetzt ist.

 

Gemeindearchive

Gemeinde Altlünen (1815-1975)
Seit 1815 bildeten die drei Bauerschaften Alstedde, Nordlünen und Wethmar die Gemeinde Altlünen im Amt Bork, Kreis Lüdinghausen, Regierungsbezirk Münster. Bis in das 19. Jahrhundert stellte die Landwirtschaft die wirtschaftliche Grundlage für die drei Bauerschaften dar, ehe mit der Gründung der Eisenhütte Westfalia 1826 - das erste Industrieunternehmen im Lüner Raum - neue Arbeitsmöglichkeiten geschaffen wurden. Weitere Industriebetriebe und der Bergbau folgten. Zum 1. Januar 1975 wurde die Gemeinde Altlünen mit der Stadt Lünen vereinigt. Akten, die im Zusammenhang mit dem Amt Bork stehen, befinden sich im Stadtarchiv Selm.

 

Parteienarchive

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (1947-1995)
Der SPD-Stadtverband wurde bald nach der Wiederzulassung der politischen Parteien 1945 als organisatorischer Zusammenschluss aller im Stadtgebiet Lünen neu- und wiedergegründeten SPD-Ortsvereine gebildet. Die erste Stadtverbandssitzung fand am 20. Januar 1946 statt. Der Archivbestand spiegelt nicht nur die Tätigkeit des Stadtverbandes, sondern auch die Arbeit der Ortsvereine und der Arbeitsgemeinschaften wieder.

 

Deutsche Kommunistische Partei (1941-1997)
Der Archivbestand enthält das Schriftgut der Ortsgruppe Lünen der DKP, das die Vorsitzende Isa Nigge verwaltete. Isa Nigge gehörte als Jugendliche der Freien Deutschen Jugend (FDJ) an, war Jugendfunktionärin der Gewerkschaft IG Chemie der Ortsgruppe Lünen, trat 1955 der KPD bei, gehörte 1968 zu den Gründern der DKP Ortsgruppe Lünen sowie dem Kreisvorstand Dortmund und dem Kreisvorstand Unna an. Überliefert ist auch Schriftgut ihrer Mutter Hildegard Hauck, die 1948 als Mitglied der KPD in die Kommunalvertretung der Stadt Lünen gewählt wurde, und für die Partei auch für Landtags- und Bundestagwahlen kandidierte.

 

 

Privatarchive

Bienemann (1906-1958)
Hermann Jakob Bienemann wurde 1892 in Alpen/Kreis Moers geboren. Er trat 1912 in den Militärdienst ein; während des Ersten Weltkriegs erhielt er mehrere Ehrenzeichen. Nach dem Krieg war er im Polizeidienst tätig. In Brambauer führte Bienemann ein Kolonialwarengeschäft. Die Bedeutung des Bestandes liegt in der Überlieferung zahlreichen zeitgeschichtlichen Schriftgutes (Zeugnisse, Ausweise, Ehrungen etc.).

 

Kizio (1919-1986)
Johann (Hans) Kizio wurde 1903 in Gahmen geboren. Bis zu seiner Pensionierung war er bei der Dortmunder Firma Schüchtermann & Kremer-Baum AG beschäftigt. 1921 wurde Kizio Mitglied der SPD. Er engagierte sich in der Sozialistischen Arbeiterjugend Lünen, gehörte 1945 zu den Neugründern des SPD-Ortsvereins Lünen-Süd, war dessen Vorsitzender und von 1948 bis 1964 Ratsmitglied. In Aufsätzen und Zeitungsartikeln veröffentlichte er seine Forschungen zur kommunalen, gesellschaftlichen und politischen Geschichte der Stadt. Kizio starb 1988.

 

Wiese gen. Gosselke (1753-1899)
Die erste Erwähnung des Namens Gosselke findet sich für das Jahr 1567. Mehrfach blieb der Hof ohne männlichen Erben. 1819 heiratete Hermann Heinrich Wiese aus Hönninghausen in den Hof ein, der den Namen des Hofes annahm. Der Bestand enthält Schriftgut zur Hofhörigkeit, zu den Ablösungsverhandlungen und zu Gemarkungsteilungen. Die Ehe- und Erbverträge, Leibzuchtverträge und Inventarverzeichnisse geben einen Einblick in das Leben der bäuerlichen Gesellschaft.

 

 

Adelsarchive

Haus Buddenburg (1391-1854)
Ende des 13. Jahrhunderts wird in Lippholthausen eine Burg der Brüder Budde als festes Haus an der Nordgrenze der Reichsgrafschaft Dortmund nahe der Lippe erwähnt.1293 musste die Burg niedergerissen werden.1330 wird erneut eine Burg, die Buddenburg der Herren von Frydag, erwähnt. 1549 stellte sich der Besitzer in den Schutz des Herzogs von Kleve-Mark, der die Burg mit Umland als ein selbstständiges Gericht und Verwaltungsbezirk, die Herrlichkeit Buddenburg, anerkannte. 1913 erwarb die Stadt Lünen einen Großteil des Besitzes. Das Mitte des 19. Jahrhunderts errichtete Schloss wurde 1977 abgebrochen.

 

Haus Schwansbell (14.-20. Jahrhundert)
Ende des 10. Jahrhunderts wird erstmalig der Ort Schwansbell erwähnt. Die Seseke umfloss die gleichnamige Burganlage, die 1875 abgebrochen und durch einen Schlossbau in historischem Stil ersetzt wurde. Die Familie von Schwansbell wird erstmalig 1150 erwähnt. Familienmitglieder waren Ministerialen und Gefolgsleute verschiedener Landesherren (Köln, Münster, Mark), Amtmänner des Amtes Lünen und Burgmänner der Stadt Lünen. Der letzte Schwansbeller in der männlichen Linie starb 1713. In der Folgezeit gelangte Schwansbell an verschiedene Familien. 1929 kaufte die Stadt Lünen den größten Teil des Besitzes. 1981 wurde das Schloss an einen Privatmann veräußert. Der zum Teil unverzeichnete Bestand wird zur Zeit neu erfasst.

 

 

Vereine, Verbände

 

Brieftauben-Verein "Luftpost" Lünen (1901-1956; 7 Akten)
Der Verein wurde 1898 gegründet.

 

Ev. Frauenhilfe Preußen (1933-1993; 3 Akten)
Die Frauenhilfe Preußen ging aus dem 1903 von Bergarbeiterfrauen gegründeten Frauenverein "Neue Kolonie" hervor. Der Zusammenschluss diente dem charitativen Zweck, mit materiellen Zuwendungen Frauen kinderreicher und notleidender Bergarbeiterfamilien zu unterstützen.

 

Gesellschaft Verein Lünen (1923-1984; 10 Akten)
Die Gesellschaft wurde 1846 gegründet und gehört zu den ältesten Lüner Vereinen. Das Vereinsleben besteht aus regelmäßigen Treffen, die ab 1914 in dem vereinseigenen Viktoriahaus stattfanden.

 

Haus- und Grundbesitzer-Verein Lünen (1929-1940; 2 Akten)
Der Verein sah seine Aufgabe darin, die gemeinschaftlichen Belange des Haus- und Grundbesitzes im Sinne des Staates wahrzunehmen, d. h. für das Verständnis für die Wohnungspolitik der Reichsregierung einzutreten. Haus- und Grundbesitzer wurden beraten, in der NS-Zeit auch belehrt.

 

 

Kreiskriegerverband Lünen (1937-1942; 3 Akten)
Als Dachverband gehörten ihm die Kriegerkameradschaften in Altenderne, Beckinghausen, Brambauer, Gahmen, Horstmar, Lünen-Mitte und Lünen-Süd an. Mit der Auflösung des NS-Reichskriegerbundes 1943 löste sich auch der Kreiskriegerverband Lünen auf.

 

Krieger- und Landwehrverein zu Lünen (1888-1929; 3 Akten)
Der Verein organisierte Ausflüge und Vorträge und unterstützte Witwen, Waisen und Kriegsbeschädigte. Während der französischen Ruhrbesetzung 1923/24 war er verboten. Auf die Initiative des Verein hin wurde 1872 das Kriegerdenkmal an der Ecke Cappenberger Straße / Borker Straße zur Erinnerung an die im Krieg 1870/71 gefallenen Soldaten aus Lünen errichtet.

 

Lüner Quartett-Verein 05 (1911-1968; 7 Akten)
Der Gesangverein wurde 1905 gegründet. Die Mitgliederzahl war auf 20 Personen festgelegt. Der Verein nahm bei den alljährlichen Geburtstagsfeiern für den Kaiser und an Wohltätigkeitsveranstaltungen teil.

 

Lüner Schützenverein 1332 (1874-1998; 98 Akten)
Der Schützenverein sieht sich in der Tradition der städtischen Wachmannschaften und der im 16. Jahrhundert erwähnten Schützengilde St. Sebastian und Fabian. Fünf Kompanien, die Sportschützen und die Jugendabteilung sowie eine Damenschießgruppe gestalten das Vereinsleben. Ein vereinseigener Schießstand steht zur Verfügung.

 

Männergesangverein Eintracht Lünen 1876 (1877-1977; 10 Akten)
Der 1876 gegründete Verein nahm an verschiedenen Veranstaltungen sowie an Sängerfesten umliegender Vereine teil. 1971 ging er eine Chorgemeinschaft mit dem MGV Sängerbund Lünen ein.

 

Männergesangverein Heiderose Alstedde-Nordlünen (1908-1988; 13 Akten)
Der Verein wurde 1908 gegründet. 1975 ging man eine Chorgemeinschaft ein. 1999 löste sich der Gesangverein auf.

 

Männergesangverein Sängerbund Lünen (1948-1979; 2 Akten)
Der 1879 gegründete Verein fusionierte 1971 mit dem MGV Eintracht Lünen.

 

Nachbarschaften (1743-2001; 43 Akten)
Nachbarschaften stellen eine bestimmte Form der Gemeinschaftsbildung dar, die älter sind als alle Vereine. Sie spielten eine wichtige Rolle im sozialen Bereich und handelten und handeln in aller Stille im Sinne des Nachbarschaftsgedankens. Für den historischen Stadtkern lassen sich zwölf Nachbarschaften nachweisen. Außerhalb gab bzw. gibt es vier weitere Nachbarschaften.

 

Pfadfinderstamm Wildgänse Lünen (1951-1966; 9 Akten)
Der 1950 gegründete Pfadfinderstamm gliederte sich in mehrere Altersgruppen (Wölflinge, Sippen, Rover). Das Ziel des Stammes bestand in der Pflege der Kameradschaft. Zu den Aktivitäten gehörten gemeinsame Fahrten, Zeltlager, Pfadfindertreffen und Sport- und Spielwettkämpfe.

 

Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe Brambauer (1906-1943; 98 Akten)
1919 fanden sich die ersten aus der Kriegsgefangenschaft heimkehrenden Soldaten in der ReK zusammen. Der Verein sorgte sich um Heimkehrer, Kriegsopfer und um die Pflege der Soldatengräber. Man nahm auch internationalen Kontakt auf, z. B. zu den Frontkämpfern der British Legion in Maldon/Sussex. 1933 erfolgte die Eingliederung in den Deutschen Reichskriegerbund "Kyffhäuser" und 1937 in die NSKOV. Überliefert ist das Schriftgut des Vorsitzenden  Friedrich Heyenga, der auch überregionale Aufgaben wahrnahm.

 

Sängerkreis Lüdinghausen (1948-1980; 39 Akten)
Dem 1920 gegründeten Bezirksverband gehörten 30 Gesangvereine und Jugendchöre aus 15 Gemeinden des Landkreises Lüdinghausen an. 1978/79 schlossen sich die zum politischen Kreis Unna gehörenden Vereine dem Sängerkreis Lünen an. 1980 erfolgte die Fusion der Sängerkreise Lüdinghausen und Lünen zum Sängerkreis Lünen-Lüdinghausen.

 

Sängerkreis Lünen (1925-1980; 19 Akten)
Der 1925 gegründeten Vereinigung gehörten bis zu 27 Gesangvereine aus Lünen und Umgebung an. 1980 erfolgte die Fusion der Sängerkreise Lünen und Lüdinghausen zum neuen Sängerkreis Lünen-Lüdinghausen, dem 32 Chöre angehörten.

 

Stadtsportverband Lünen (1962-1995 ; 48 Akten)
15 Sportvereine mit rund 3.500 Mitgliedern gründeten 1950 den Kreissportbund Lünen, der sich nach der Kommunalen Neuordnung 1975 in Stadtsportverband umbenannte. Überliefert sind auch Akten der Sportjugend Lünen, einer Dachorganisation der Jugendlichen in den Lüner Sportvereinen.

Verband der Heimkehrer, Ortsverband Brambauer (1914-1968; 113 Akten)
1946 gründeten ehemalige Mitglieder der ReK den Verband, der die heimkehrenden Kriegsgefangenen, Kriegsopfer und Vermißtenangehörigen u. a. durch Rat und Hilfe bei Entschädigungsangelegenheiten, in der Vermittlung von Wohnungen und Arbeitsstellen und in der Suchaktion des Roten Kreuzes unterstützte.

 

Verband der Heimkehrer, Ortsverband Lünen-Mitte (1953-1996; 5 Akten)
Der Verband wurde 1950 von heimgekehrten Kriegsgefangenen gegründet. Er gewährte Hilfe in Rentenangelegenheiten und organisierte Kundgebungen und Schweigemärsche zur Freilassung der Kriegsgefangenen. 1955 wurde auf seine Initiative eine Heimkehrer-Gedenkkerze am Hauptbahnhof aufgestellt.1996 löste sich der Verband auf.

 

Verein Krieger-Ehrenstätte Brambauer (1932-1934; 6 Akten)
Einziger Zweck des Ende 1932 gegründeten Vereins bestand in der Errichtung einer Kriegerehrenstätte zu Ehren der im Weltkrieg gefallenen Soldaten aus Brambauer. Er löste sich Ende 1933 nach der Übergabe der Ehrenstätte wieder auf.

 

Volkschor Brechten-Brambauer (1920-1935; 4 Akten)
Das Gründungsjahr ist nicht bekannt, auch ist die Überlieferung dürftig. Da es sich bei dem Chor um einen der SPD nahestehenden Arbeitergesangverein handelte, ist zu vermuten, dass er während der NS-Zeit aufgelöst wurde.

 

 

Firmenarchive

Gewerkschaft Eisenhütte Westfalia (1826-1997; 1.543 Akten)
Mit der Eisenhütte Westfalia wurde 1826 das erste Industrieunternehmen im Lüner Raum gegründet. 1876 wurde die Eisenerzeugung eingestellt, der Betrieb zunehmend auf die Eisenverarbeitung umgestellt. In den 1930er Jahren erfolgte die Hinwendung zum Bergbau. Seit den 1960er Jahren kamen Produkte für den Stollen- und Tunnelbau hinzu. 1991 fusionierte die GEW mit der Firma Klöckner-Becorit in Castrop-Rauxel zur Gesellschaft Westfalia Becorit Industrietechnik. Die WBI wurde 1995 von der Ruhrkohle Technik AG übernommen.

 

Sammlungen

Denkmäler, Skulpturen (1763-2003; 287 Mappen)
Der Bestand enthält Schriftgut und Fotos zu Denkmälern und Skulpturen im Lüner Stadtgebiet. Hierbei ist es oftmals schwierig, ein von einem Künstler entworfenes Objekt dem Bereich der Denkmäler oder dem der Skulpturen zuzuweisen.

 

Druckschriften (1893-2003; 671 Mappen; z. Zt. im Aufbau)
Der Bestand beinhaltet Druckschriften der Stadtverwaltung, von Wirtschaftsbetrieben, von Vereinen und Verbänden sowie von Einrichtungen, die Untersuchungen zum Raum Lünen angestellt haben.

 

Festschriften (1924-1999; 244 Mappen)
Festschriften spiegeln das Alltags- und Wirtschaftsleben einer Stadt wider. Ihnen kommt vor allem auch für die Dokumentation des Vereinslebens eine zentrale Bedeutung zu.

 

Filme (1938-2003; ca. 90 Stück; unverzeichnet)
Der Sammlungsbestand enthält Filme unterschiedlicher Formate, z. B. 36-mm-Filme, Schmalfilme und Videokassetten, darunter Dokumentationen von Veranstaltungen und Mitschnitte von Fernsehsendungen. Einige Filme, die historisch besonders wertvoll sind und die Veränderungen des Stadtbilds dokumentieren, wurden auf vorführfähige Videokassetten kopiert.

 

 

Fotosammlung (ab 1875; ca. 60.000 Fotos, über 500 Glasplatten, ca. 1.500 Dias; unverzeichnet)
Die Fotosammlung dokumentiert die Veränderungen des Stadtbildes und des öffentlichen Lebens seit dem Ende des 19. Jahrhunderts. Grundlage bilden Ansichtskarten, Fotos und Glasplatten von Tarrach (Foto-Heta) und Justus Pabst, Fotos der Lokalzeitungen (RN, WAZ/WR), Luftbilder und Reproduktionen von Originalen. Der Zugriff ist durch eine systematische Gliederung und Einteilung in Sachgruppen möglich.

 

Geldscheine (1910-1944; 4 Alben)
Der Bestand enthält Notgeld und Gutscheine der Stadt und verschiedener Städte und Kreise sowie Reichsbanknoten.

 

Kartensammlung (1761-20. Jh.; 3 Kartenschränke; unverzeichnet)
Der Mischbestand enthält auch Reproduktionen und Baupläne. Eine sachthematische Einteilung und Aufbewahrung in Mappen erleichtert den Zugang.

 

Plakatsammlung (20. Jh.; 1 Kartenschrank; unverzeichnet)
Eine sachthematische Einteilung und Aufbewahrung in Mappen erleichtert den Zugang.  

 

Sammlung Judaica (1811-2002; 189 Akten)
Bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts durften in Lünen maximal drei jüdische Familien wohnen. Ab 1812 stieg ihre Zahl an, 1931 lebten hier 216 Personen. Um 1810 wurde eine Synagoge mit einem Schulraum errichtet. Der Friedhof befand sich außerhalb der Stadt auf dem sogenannten Judenberg. Beide Einrichtungen wurden in der Reichspogromnacht zerstört. In dieser Nacht wurden drei jüdische Bürger ermordet. Ein Wiederaufleben des Gemeindelebens nach dem Zweiten Weltkrieg fand nicht statt.

 

Schulsammlung (1825-1997; 417 Akten)
Der Sammlungsbestand enthält Schriftgut Lüner Schulen und von Schulen der nach Lünen eingemeindeten Orte, darunter Protokollbücher der Systemkonferenzen, Schulchroniken und Schülerverzeichnisse. Festschriften, Schülerzeitungen und sonstige Druckschriften wurden hinzugefügt.

 

Siegelstempel (1320-1967; 43 Stück)
Der Bestand enthält Siegelstempel der Stadt Lünen, vorgesetzter Behörden und ehemaliger Landgemeinden.

 

Zeitungsausschnitte (ab 1900; ca. 400 Ordner)
Seit 1950 werden aus den lokalen Zeitungen ausgeschnittene Presseberichte in Stehordnern gesammelt. Der Zugriff ist durch eine systematische Gliederung und Einteilung in Sachgruppen möglich, die der Fotosammlung entlehnt ist.

 

Zeitungen (ab 1795; 32 verschiedene Zeitungen)
Eine Auflistung der vorhandenen Zeitungen findet sich in:
Fredy Niklowitz/Udo Bleidick, Zeitungen in den Kommunalarchiven des Kreises Unna und der Stadt Hamm, Schriftenreihe des Arbeitskreises der Archivarinnen und Archivare im Kreis Unna und der Stadt Hamm, Unna 2001.

 

 

Bibliotheken

Archivbibliothek (ab 1870; ca. 8.000 Bücher; wird z. Zt. erfasst)
Die Archivbibliothek steht als Präsenzbibliothek zur Verfügung. Der Schwerpunkt liegt auf der Orts- und Regionalliteratur (Stadt Lünen, Kreise Dortmund, Lüdinghausen, Unna sowie Ruhrgebiet, Münsterland und Westfalen).

 

Manuskripte (ab 1945; 125 Stück; Auflistung)
Der Bestand enthält vorwiegend Exemplare von Examens-, Magister- und Promotionsarbeiten.

 

Schulbibliothek (19./20. Jh.; 10 lfd. Meter; unverzeichnet)
Schwerpunkte der Schulbibliothek sind die Bereiche Deutsch, Geschichte, Erdkunde und Pädagogik. Eingang fanden auch Schulbücher aus Demmin in der ehemaligen DDR.

 

Verwaltungsbibliothek (ab 1794; ca. 90 lfd. Meter; Sachkartei)
Die Verwaltungsbibliothek beinhaltet die von der Stadtverwaltung erworbenen Bücher, die für den laufenden Geschäftsbetrieb nicht mehr benötigt werden.