Die Wehrenboldstraße liegt im nordöstlichen Bereich der Stadt Lünen und verbindet als Hauptsammelstraße die Münsterstraße B 54 mit der Cappenberger Straße L 810. Neben der Erschließung hat sie Sammelfunktion für die angrenzenden Wohngebiete.
Der städtische Abwasserkanal wird in den nächsten Jahren Zug um Zug erneuert und die Straße befindet sich in weiten Teilen in einem stark erneuerungsbedürftigen Zustand.
Priorität bei der Kanalerneuerung hat dabei, in Folge der Bebauung "Lüner Heide" der Streckenabschnitt zwischen der Steinstraße und der Straße "Am Vogelsberg" mit dem in 2009 begonnen werden soll.
In der zweiten Stufe erfolgt die Kanalerneuerung zwischen Cappenberger Straße und Steinstraße.
Als dritter Abschnitt soll der Bereich zwischen "Am Vogelsberg" und DB- Brücke erneuert werden.
Ein vierter Abschnitt ist der Bereich zwischen DB- Brücke und Münsterstraße.
Gegenstand dieses Beschlusses sind die drei ersten Abschnitte, die bislang planerisch bearbeitet wurden.
Neben dem allgemein schlechten baulichen Zustand der Straße ist in erster Linie das äußerst unbefriedigende bzw. fehlende Radverkehrsangebot zu nennen. Zwischen Cappenberger Straße und Bahnüberführung sind die beidseitig vorhandenen, teilweise durch Bäume stark eingeengten Gehwege durch den Zusatz "Radfahrer frei" zur Nutzung freigegeben. Eine Lösung die weder Radfahrern noch den Fußgängern gerecht wird.
Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat daher in seiner Sitzung am 22.08.2006 den Grundsatzbeschluss über die Erneuerung der Wehrenboldstraße gefasst.
Kanal-/Straßenbaumaßnahme Wehrenboldstr. auf einer größeren Karte anzeigen
Die aktuelle Verkehrsbelastung liegt in der Wehrenboldstraße zwischen 2100 bis 5100 Kfz/24h. Sie wird als innerörtliche Hauptsammelstraße eingestuft.
Über die Wehrenboldstraße wird eine Buslinie, die R 11, geführt, welche von der B 54 kommend an der Wendeanlage unmittelbar östlich der Straße Am Vogelsberg endet und zurück zur Münsterstraße geleitet wird. Sie verkehrt im 1/2-Std.-Takt und wird mit Gelenkbussen beschickt.
Zusätzlich verkehren auf der Wehrenboldstraße im gesamten Abschnitt die Schulbus - Linien 105 und 106.
Es ist der vollständige Umbau der Wehrenboldstraße geplant.
Ausgehend von den unterschiedlichsten Nutzungsansprüchen der einzelnen Verkehrsteilnehmer wird der vorhandene ca. 14,00 m breite Raum neu aufgeteilt.
Nach Maßgabe des Kanalbaus soll die Baumaßnahme in 4 Bauabschnitten realisiert werden:
1. Bauabschnitt zwischen Steinstraße und Am Vogelsberg (2009)
2. Bauabschnitt zwischen Cappenberger Str. und Steinstr. (2010)
3. Bauabschnitt zwischen Am Vogelsberg und DB- Brücke (2011)
4. Bauabschnitt zwischen DB- Brücke und Münsterstr. später
Hier betrachtet werden zunächst die ersten drei Bauabschnitte die bislang planerisch bearbeitet sind.
Die Wehrenboldstraße erhält im Bereich zwischen Steinstraße und Am Vogelsberg mit ihren Seitenbereichen einen komplett neuen Oberbau.
Ausgehend von den unterschiedlichsten Nutzungsansprüchen der einzelnen Verkehrsteilnehmer wird der vorhandene ca. 14,00 m breite Raum neu aufgeteilt.
Der Radfahrer wird auf abmarkierten 1,25 m breiten Angebotsstreifen auf der Fahrbahn geführt. Diese bieten Radfahrern auf Verkehrsstraßen in einem Belastungsbereich zwischen 5.000 und 10.000 Kfz/24h die nötige Sicherheit und wirken gleichzeitig durch die optische Einengung der Fahrbahn geschwindigkeitsdämpfend auf den Kfz-Verkehr ohne diesen dabei zu behindern oder einzuschränken. Die Verkehrsbelastung der Wehrenboldstraße liegt zwischen 2.100 und 5.100 Kfz/24h und ist für eine solche Radverkehrsführung geeignet.
Die asphaltierte Fahrbahn ist im nahezu gesamten Abschnitt in einer Breite von 6,00 m vorgesehen. Bedingt durch die abmarkierten Angebotsstreifen für den Radverkehr bleibt ein Fahrbahnbereich von 4,50 m zur Verfügung.
Für den Fußgänger stehen auf beiden Seiten gepflasterte Gehwege von mindestens 2,0 m Breite zur Verfügung.
Der ruhende Verkehr wird neu geordnet und erhält im nördlichen Seitenbereich ausgewiesene Parkstände. Vorgesehene Baumanpflanzungen in ausreichend bemessenen Baumscheiben werden zwischen den Parkständen angeordnet.
Der Knotenpunkt Steinstraße/ Wehrenboldstraße wird zu einem "Minikreisverkehr" umgebaut.
An allen Bereichen von Überwegen, Querungen und Bushaltestellen ist der Einbau taktiler Orientierungsstreifen und Aufmerksamkeitsfelder zur Berücksichtigung der Belange der behinderten Mitbürger vorgesehen.
zum Plan 1. Bauabschnitt
Der zweite Bauabschnitt der Wehrenboldstraße erhält im Bereich zwischen Steinstraße und Am Vogelsberg mit ihren Seitenbereichen einen komplett neuen Oberbau. Dieser Abschnitt entspricht in Art und Umfang des Straßenbaus dem ersten Bauabschnitt.
Der Knoten Cappenberger Str./ Wehrenboldstr. soll zu einem Kreisverkehrsplatz umgebaut werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung hat in seiner Sitzung am 03.06.2008 darüber entschieden.
Für den Knoten Cappenberger Straße wurde im April 2008 eine Verkehrszählung durchgeführt. Im Ergebnis beträgt die Summe der einfahrenden Fahrzeuge etwa 17.450 Kfz/d.
Die Verkehrsverteilung ist im folgenden Bild dargestellt:
Ein hier vorgesehener Kreisverkehr wird aufgrund seiner Leistungsfähigkeit nach HBS 2001 in die Stufe A und Stufe B eingestuft.
Stufe A: Die Mehrzahl der Verkehrsteilnehmer kann nahezu ungehindert den Knotenpunkt passieren. Die Wartezeiten sind sehr gering.
Stufe B: Die Fahrmöglichkeiten der wartepflichtigen Fahrzeuge werden vom bevorrechtigten Verkehr beeinflusst. Die dabei entstehenden Wartezeiten sind sehr gering.
Die Berechnungen wurden sowohl mit den Analysedaten von 2008 als auch mit den Prognosedaten für das Jahr 2015 durchgeführt. Die Stufeneingliederung bleibt bestehen, so dass nachhaltig auch eventuell zurzeit noch nicht bekannte Mehrverkehre noch problemlos abgewickelt werden können.
Der dritte Bauabschnitt der Wehrenboldstraße erhält mit seinen Seitenbereichen ebenfalls einen komplett neuen Oberbau. Der 3. Bauabschnitt der Gesamtstrecke der Wehrenboldstraße verläuft von km 0.7 + 13.810 bis km 1.4 + 43.355 mit einer Länge von ca. 730 m.
Die Linienwahl ermöglicht den Erhalt der nördlichen Baumreihe durch Modifikation des Straßenquerschnitts, womit die Fahrbahnbreite hier auf 6,0 m zwischen den Borden reduziert werden konnte.
Der Kurvenbereich der Straßentrasse unmittelbar vor dem DB-Brückenbauwerk nach Süden wird richtlinienkonform auf 7,5 m aufgeweitet. Die Fahrbahnverbreiterung erfolgt zum Innenrand.
Der Radfahrer in Richtung Osten wird auf einem abmarkierten 1,25 m breiten Angebotsstreifen auf der Fahrbahn geführt.
Die asphaltierte Fahrbahn ist im nahezu gesamten Abschnitt in einer Breite von 6,00 m vorgesehen. Bedingt durch die abmarkierten Angebotsstreifen für den Radverkehr bleibt ein Fahrbahnbereich von 4,75 m zur Verfügung.
Der Radfahrer wird zwischen der DB-Brücke und der Bus-Wendeanlage auf der Nordseite auf einem abgesetzten Radweg von 1,5 m Breite geführt.
Für den Fußgänger stehen auf beiden Seiten Gehwege von mindestens 2,0 m Breite zur Verfügung.
Jeweils in Höhe der Bushaltestellen werden zusätzliche Querungshilfen in Form von Fußgängerüberwegen (Zebrastreifen) angelegt.
Der ruhende Verkehr wird neu geordnet und erhält im südlichen Seitenbereich ausgewiesene Parkstände. Vorgesehene Baumanpflanzungen in ausreichend bemessenen Pflanzscheiben ergänzen die noch zu erhaltenden Bäume auf der Südseite und gestalten insgesamt als vertikales Element den Straßenraum zu einer Allee.
An allen Bereichen von Überwegen, Querungen und Bushaltestellen ist der Einbau taktiler Orientierungsstreifen und Aufmerksamkeitsfelder zur Berücksichtigung der Belange der behinderten Mitbürger vorgesehen.
Priorität bei der Neuaufteilung des Straßenraums in diesem Bereich hat der Erhalt der vorhandenen Bäume, deren Vitalität im Vorfeld fachkundig untersucht wurde.
Die Qualität der Bushaltestellen wird durch Anlage von Buskap-Steinen und taktilen Leitelementen dem aktuellen Standard angepasst.
Der neue Straßenverlauf folgt im Wesentlichen der alten Straßenführung unter Ausnutzung der öffentlichen Parzellen. Die gewählten Radien in Kurvenbereichen sind richtlinienkonform und mittels Schleppkurven für Lastzüge und Gelenkbusse geprüft.
Auch der Höhenverlauf hat sich dem Bestand anzupassen und wird daher im vorhandenen Niveau abgewickelt.
Die Mindestlängsgefälle von 0,5 % in den Rinnen aus Betonsteinen werden nicht unterschritten. Dabei wird der Sachlage Rechnung getragen, dass die zu erhaltenden Bäume einen deutlich erhöhten Wurzelbereich ausgebildet haben.
Die bestehenden Einfahrten und Einmündungen werden höhentechnisch berücksichtigt und verkehrstechnisch angebunden.
Der Deckenaufbau wurde nach RSTO 01 anhand der Verkehrsbelastung ermittelt. Daraus ergibt sich folgender Straßenaufbau:
Der Straßenaufbau - Tafel 1, Bauklasse III Zeile 1 der RSTO
4 cm Splittmastixasphalt SMA 11 S
6 cm Asphaltbinderschicht AC 16 B S
14 cm Asphalttragschicht AC 32 T S
41 cm Frostschutzschicht, HKS, 0/56 mm
65 cm GESAMTAUFBAU
Für die Rad- + Gehwege ist ein Aufbau mit
8 cm Betonpflaster 20/10 cm
3 cm Sand-/Splittbettung 0/5 mm G
29 cm Frostschutzschicht, HKS, 0/45 mm
40 cm GESAMTAUFBAU
Die Einfahrten erhalten einen verstärkten Oberbau.
Die Abtrennung des Gehwegs und/oder Grünstreifens zur Fahrbahn erfolgt mit Borden der Abmessung A4 H12/15/30 cm bzw. 15/22 cm R=5cm
Zur Wasserführung wird vor den Borden eine zweizeilige Rinne aus Betonsteinen 16/24/14 cm ohne Fase angelegt.
Die Gehwegflächen werden mit Betonsteinpfaster 10/20/8 grau, die Parkplatzflächen mit Betonsteinpflaster 10/20/8 anthrazit gepflastert. Die Radwege in den Nebenanlagen werden mit Betonsteinpflaster 10/20/8 rot, ungefasst hergestellt. Zur Verdeutlichung wird der Radweg mit einem Läufer 10/20/8 weiß, gewaschen eingefasst.
Das Oberflächenwasser wird über Längs- und Quergefälle in seitlich angeordnete Abläufe des Typs Elcord 300/500 mm geleitet.
Die Abläufe werden an die von SAL zu bauende Kanalisation angeschlossen.
Die vorhandenen Lampenstandorte werden in Abstimmung mit den Stadtwerken aufgenommen und ergänzt.
Die Markierung und Beschilderung erfolgen nach den gültigen Richtlinien und in Abstimmung mit der zuständigen Straßenverkehrsbehörde.
Zur Realisierung des Projekts ist Grunderwerb durchzuführen.
Die erforderlichen Flächen sind im beiliegenden Grunderwerbsplan und dem dazu gehörenden Grunderwerbsverzeichnis ausgewiesen.
Der in der Planung ausgewiesene Grunderwerb entlang der nördlichen und östlichen Straßenseite muss rechtzeitig vor Baubeginn gesichert werden.
Die zu erwartenden Baukosten des Projekts wurden anhand der Berechnung nach AKS ermittelt.
Sie betragen:
1. Bauabschnitt zwischen Steinstraße und Am Vogelsberg 501.000 Euro
2. Bauabschnitt zwischen Cappenberger Str. und Steinstr. 997.000 Euro
3. Bauabschnitt zwischen Am Vogelsberg und DB- Brücke 1.385.000 Euro
4. Bauabschnitt zwischen DB- Brücke und Münsterstr. Später
Die Maßnahme wird nach GVFG mit einem Fördersatz von 60 % gefördert.
Es werden Anliegerbeiträge nach KAG in Verbindung mit der Satzung der Stadt Lünen erhoben.
in der
Abteilung Straßenbau
für das Projekt Wehrenboldstraße:
montags bis freitags 7.00 - 12.00 Uhr
Technisches Rathaus
Raum: 110, 1. OG
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