Herzlich Willkommen in Lünen!

Vom 05.10.2018 | InnovationCity roll out: Fahrplan für die energetische Entwicklung von Lünen-Süd vorgestellt

Auf dem Foto, v.l.n.r.: Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen - Burkhard Drescher, Geschäftsführer Innovation City Management GmbH - Martin Schack, Bereichsleiter Kaufmännische Dienst der Stadtwerke Lünen | Quelle: Stadt Lünen
  • Stadt Lünen unterzeichnet Zielvereinbarung
  • Senkung des Endenergieverbrauchs um sieben Prozent und der Treibhausgas-Emissionen um sechs Prozent in fünf Jahren realistisch

Nach umfangreichen Analysen und vielen Gesprächen kann nun das nächste Kapitel eingeläutet werden: Burkhard Drescher, Geschäftsführer der Innovation City Management GmbH (ICM), übergab heute im Rathaus das Integrierte Energetische Quartierskonzept für Lünen-Süd an den Technischen Beigeordneten Arnold Reeker. Es bildet die Basis für ein zukünftiges Sanierungsmanagement, das Eigentümer unter anderem bei der energetischen Modernisierung von Gebäuden unterstützen soll. "Mit dem Konzept geben wir der Stadt konkrete Handlungsempfehlungen für die Weiterentwicklung von Lünen-Süd an die Hand", erklärt Burkhard Drescher. "Zusammen mit bereits bestehenden Konzepten zum Stadtumbau und weiteren Aktivitäten der Kommune möchten wir die Weichen für eine klimagerechte und lebenswerte Metropole Ruhr stellen sowie für eine erfolgversprechende Zukunft des Energielands Nordrhein-Westfalen."

Zielvereinbarung unterzeichnet
Arnold Reeker händigte der ICM die von der Stadt unterzeichnete Zielvereinbarung aus. Darin erklärt die Stadt, dass sie "eine schrittweise Umsetzung einzelner Maßnahmen [...] zur kurz- und mittelfristigen Reduzierung des CO2-Ausstoßes" anstrebt. "Lünen-Süd kann mit der Umsetzung des Konzeptes eine Vorreiterrolle für den klimagerechten Stadtumbau Lünens übernehmen. Darüber hinaus können wir zeigen, wie auf kommunaler Ebene ein Beitrag zum Erreichen der abstrakten Klimaschutzziele geleistet werden kann", erklärt Arnold Reeker. "Dazu wollen wir ein Sanierungsmanagement aufbauen, das in den nächsten Jahren den privaten Gebäudeeigentümern Fördermöglichkeiten im Bereich der energetischen Sanierung näherbringt und möglichst Viele dazu bewegt, in ihre Immobilien zu investieren. Wir als Stadt wollen zudem vorangehen und werden mit Hilfe der Städtebauförderung das Hauptgebäude der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule umfassend energetisch sanieren."

Ergebnisse der Analysen
Die Analyse des Quartiers macht deutlich, dass durch die Maßnahmen des Stadtumbaus und der Wohnbauprojekte im Norden wichtige Impulse für das Quartier entstehen können. Diese werden in Lünen zusätzlich verstärkt durch die hohe Nachfrage des Hof- und Fassadenprogramms.

Für energetische Modernisierungen besteht hohes Potenzial insbesondere in den Beständen der Mehrfamilienhäuser aus den Baujahren 1919 - 1948 und 1949 - 1968 sowie denen der Reihenhäuser aus den Jahren 1919 - 1948. Diese Bestände werden unter anderem berücksichtigt in den 25 Maßnahmen, mit denen der Energieverbrauch der Bewohnerinnen und Bewohner teils deutlich reduziert werden kann. Des Weiteren beinhaltet das Konzept beispielsweise die Umstellung der Wärmeversorgung, den Ausbau von Photovoltaik sowie die Initiierung von Mieterstrommodellen. Ebenfalls thematisiert werden Klimaschutz im Kindergarten, Mieterprojekte zum Energiesparen und Energielotsen für fremdsprachige Haushalte.

Laut Konzept können in den kommenden fünf Jahren der Endenergieverbrauch um knapp sechs Prozent (3.923 MWh/a) und die Treibhausgas-Emissionen um über sieben Prozent (1.585 t CO2eq/a) pro Jahr gesenkt werden. Dies entspricht dem durchschnittlichen Wärme- und Strombedarf von etwa 218 Vier-Personen-Haushalten in Deutschland bzw. dem durchschnittlichen CO2-Ausstoß von 1.056 Berufspendlern in NRW im Jahr.

Umsetzungsfahrplan für Lünen-Süd
Die in der Konzeptphase gesammelten Analyseergebnisse wurden in einem 270-seitigen Bericht ausgewertet und aufbereitet. Der Bericht ist der Leitfaden für das kommende Sanierungsmanagement und bildet die Grundlage für die energetische Erneuerung von Lünen-Süd. Zusätzlich wurde eine 20-seitige Kurzfassung erstellt, die unter www.icrollout.de heruntergeladen werden kann.

InnovationCity roll out
Der Name "InnovationCity roll out" steht für eines der größten Projekte des Strukturwandels im Ruhrgebiet. Dessen Ziel ist, durch Analyse, Konzeptentwicklung und eine darauf folgende Umsetzung eine deutliche CO2-Reduktion zu erzielen und die "Energiewende von unten" weiter voranzutreiben. Die Erfahrungen und Erkenntnisse aus dem 2010 gestarteten Projekt "InnovationCity Ruhr | Modellstadt Bottrop" sollen im Rahmen des InnovationCity roll out auf 20 Quartiere der Metropolregion Ruhr übertragen werden. Gefördert wird das Vorhaben im Rahmen des "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE)". Alle wichtigen Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen zum Projekt des "InnovationCity roll out" und Informationen zum Quartier Lünen-Süd finden sich unter www.icrollout.de.

(Auf dem Foto, v.l.n.r.: Arnold Reeker, Technischer Beigeordneter der Stadt Lünen - Burkhard Drescher, Geschäftsführer Innovation City Management GmbH - Martin Schack, Bereichsleiter Kaufmännische Dienst der Stadtwerke Lünen | Quelle: Stadt Lünen)

Weitere aktuelle Nachrichten auf luenen-nachrichten.de