Herzlich Willkommen in Lünen!

Ausgabe Nr. 10: »Auf ein Wort« vom 24.06.2016

Nur im Schulterschluss kommen wir weiter - Darüber waren sich am vergangenen Dienstag alle einig: Eine Straßenwidmung mit einem derart "großen Besteck" hat Lünen noch nie erlebt. Zur Einweihung der Alfred-Meermann-Straße wurde es proppenvoll auf dem Gelände des ehemaligen Lüner Hallenbades. Familie, Schützen, Feuerwehr, Gesangsvereine, Nachbarn, Freunde und Weggefährten huldigten dem Vollblut-Politiker und "großen Sohn unserer Stadt", wie eine Zeitung zum Tod Meermanns im Februar des vergangenen Jahres titelte.

Ich bin sicher: Alfred Meermann hat von "oben" lächelnd zugeschaut. Denn auch posthum ist ihm gelungen, was seine christlich demokratische Leitlinie war: Menschen zu verbinden - und dies über die Parteigrenzen hinweg. Am Dienstag hatten sich Politiker aller Couleur unter dem neuen Straßenschild zusammengefunden und sich damit vor dem ehemaligen Altlüner Bürgermeister gemeinsam verbeugt. Anschließend kreiste, Alfred Meermann hätte dies nicht anders gewollt, das Schnäpschen. Man fühlte sich sichtlich wohl in diesem Kreis, tauschte sich über neue Vorhaben aus und formulierte Ziele.

Auch der Verein "Pro Lünen" hatte es sich am vergangenen Freitagabend zum Ziel gesetzt, fraktionsübergreifend mit der Politik ins Gespräch zu kommen. Denn nur im Schulterschluss mit allen Akteuren können wir unsere Stadt weiter entwickeln, formulierte es Hubert Tenberge in seiner Ansprache. Die Atmosphäre auf der Santa Monica war denn auch entsprechend gelockert. Und die Äußerung eines Gastes, der Gastgeber habe die Bootsfahrt allein aus dem Grunde gewählt, dass keiner vor Gesprächspartnern flüchten könne, war mit Sicherheit nicht ernst gemeint.

Die Zukunft unserer Stadt, das wissen wir alle, hängt von einem offenen Dialog mit allen gesellschaftlichen Akteuren ab. Und so lautet mein Appell: Lassen Sie uns konstruktiv und fair über die politischen Themen der Gegenwart miteinander streiten. Diskurs und Debatte, der Austausch von Meinungen und Auffassungen - das ist gelebte Demokratie.

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat es in Ihrer ersten Rede nach der Wahl so formuliert: "Wo Politik den fairen und klaren Wettstreit um die besten Lösungen zeigt, da ist sie anerkannt. Wo sie zankt, polemisiert und sich verkämpft, da haben alle am Ende verloren."

Vor diesem Hintergrund freue ich mich auch an diesem Wochenende auf einen spannenden und konstruktiven Austausch mit den Lüner Ratsmitgliedern, die mit mir nach Salford fahren. Dort ist der Festakt anlässlich der 50 Jahre bestehenden Städtepartnerschaft mit Lünen. Schade, dass sich eine knappe Mehrheit in England gegen den Verbleib in der Europäischen Union ausgesprochen hat. Dieses Votum wird die Freundschaft zwischen unseren Städten jedoch nicht schmälern!

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,

Ihr

Jürgen Kleine-Frauns
Bürgermeister der Stadt Lünen

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Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns