Herzlich Willkommen in Lünen!

Ausgabe Nr. 37: »Auf ein Wort« vom 24.02.2017

Gymnasium Altlünen, Foto: G. Blaszczyk

Unsere Schulen vermitteln mit der Bildung auch eine Haltung - Was Schulen lehren, was Schülerinnen und Schüler in unserer Stadt lernen - das führte uns am Donnerstagabend das Altlüner Gymnasium in beeindruckender Weise und exemplarisch für all unsere Bildungseinrichtungen vor Augen: Mit einem grandiosen Konzert leitete die Schule die Jubiläumsaktivitäten anlässlich des 50-jährigen Bestehens ein. Das ganze Jahr über zeigen sich die jungen Lünerinnen und Lüner von ihrer sportlichen, musischen und sozialen Seite - bieten Theater, Kabarett und vieles mehr.

Wenn man heute fragt, was Schule vermitteln soll, dann fallen natürlich die Begriffe Kenntnisse und Lernfähigkeit, aber oft oder sogar meist ist von Bildung die Rede. Manchmal wird Bildung synonym mit Wissen verwandt. Doch Bildung ist mehr als Wissen.

Bildung ist eine Haltung. Bildung bezeichnet die Fähigkeit, selber zu denken und die richtigen Fragen zu stellen. Das fängt mit der Frage an, warum etwas so ist, wie es ist, und führt weiter zu der Frage, warum es nicht anders ist.

Das heißt, Bildung befähigt nicht nur, die Welt zu verstehen, wie sie ist, sondern auch, Alternativen zu sehen. Dabei geht es darum, sozusagen einen Schritt zurückzutreten und scheinbar Selbstverständliches zu hinterfragen. Dabei geht es darum, noch einmal auf Anfang zu gehen und alles mit einem neuen, einem unverstellten Blick zu betrachten.

Wir leben in einer Zeit, die dringend neuer Antworten und neuer Lösungen bedarf. Wir sehen uns vielen politischen Krisen und Problemen gegenüber, die Besorgnis auslösen und die uns vor große, wenn nicht ungekannte Herausforderungen stellen. Diese Zeiten sind ja davon geprägt, vom Bürgerkrieg in Syrien, dem internationalen Terrorismus oder auch der Uneinigkeit in Europa.

Doch neue Ansätze und unkonventionelle Lösungen brauchen wir nicht nur für die großen politischen Konflikte, sondern für viele der sozusagen "normalen" Aufgaben, die vor uns liegen. Denken wir nur an den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien, an Städteplanung, die der sich verändernden Bevölkerungsstruktur Rechnung trägt, oder an die Frage, wie wir eine weiter wachsende Weltbevölkerung ausreichend und gesund ernähren können.

Überall brauchen wir Menschen, die daran arbeiten und dabei mitmachen, die neue Ideen mitbringen und bereit sind, Herausforderungen couragiert zu schultern. Die jüngste Shell-Jugendstudie, die auf Befragungen im Jahr 2015 beruht, hat ermittelt, dass die junge Generation zu einem hohen Prozentsatz mitgestalten will und in ihrem Beruf etwas Nützliches für die Gesellschaft tun möchte. Junge Menschen sind natürlich, wie könnte es heute anders sein, auf einen sicheren Arbeitsplatz bedacht. Aber sie möchten auch die Möglichkeit haben, eigene Ideen einzubringen, und sich im Beruf entfalten können. Da ist von Ihnen allen, von uns allen doch einiges zu erwarten.

Vor den jungen Lünerinnen und Lünern liegen also große, vielfältige Betätigungsfelder. Die Gesellschaft, die Wirtschaft wartet auf sie, auf junge Menschen, die qualifiziert und motiviert sind, die anpacken und Zukunft gestalten wollen. Und wir müssen sie dazu ermutigen, sich einzubringen – und auf diesem Weg begleiten.

Wir müssen die jungen Menschen in unserer Stadt zudem dazu ermuntern, sich auch politisch mitzumischen. Auch das lohnt sich. Das politische Interesse und Engagement junger Menschen hat ja, was mich sehr freut, in den letzten Jahren wieder zugenommen, wie die Jugendstudie bestätigt hat. Die Jugend will etwas bewegen.

Und das ist gut für unsere Zivilgesellschaft, das ist gut für unsere Demokratie. Denn sie ist darauf angewiesen, dass die Einzelnen sich einbringen und Verantwortung übernehmen. Und dass sie für die Werte eintreten, die unsere Gesellschaft auszeichnen. Für Toleranz und ein friedfertiges Miteinander, für die Achtung aller Menschen, ganz gleich, welcher Herkunft oder Konfession sie sind.

Von daher bin ich froh und dankbar, dass hier bei uns in Lünen viele Menschen, auch viele junge Menschen deutlich zum Ausdruck bringen, dass wir eine weltoffene, eine humanen Werten verpflichtete Stadt sind. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass dies auch so bleibt.

Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende,

Ihr

Jürgen Kleine-Frauns
Bürgermeister der Stadt Lünen

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns

Assistentin des Bürgermeisters Anna Steinhoff