Herzlich Willkommen in Lünen!

Ausgabe Nr. 45: »Auf ein Wort« vom 06.05.2017

Quelle: www.dvb.de
Quelle: www.dvb.de

Soziale Teilhabe ermöglichen! - Wer kennt das nicht: Man lernt sich kennen - auf der Straße, im Café oder Supermarkt - kommt ins Plaudern, und spätestens die dritte Frage ist: "Und was machen Sie so beruflich?"

Was für den Großteil der Bevölkerung den Auftakt zu einem entspannten Gespräch über den aktuellen Job, die Karriere und die beruflichen Interessen bedeutet, ist für viele Langzeitarbeitslose wie ein Schlag in die Magengrube.

Denn, ob richtig oder nicht, wir definieren uns in weiten Teilen über unsere Arbeit. Ein guter Posten stärkt unser Selbstbewusstsein, interessante Aufgaben tragen zur Selbstverwirklichung bei, und auch ganz praktisch bietet der Job einfach viel Gesprächsstoff. So kreisen die Diskussionen auch im Freundeskreis nur allzu oft um anstehende Aufgaben, Kollegen oder den Chef.

Wer aktuell keine Arbeit hat, läuft Gefahr, aus dem Blickfeld zu geraten. Viele Betroffene halten sich in den erwähnten Diskussionen dann zunächst zurück. Und beim nächsten Treffen sind sie dann oftmals schon gar nicht mehr dabei. Nach und nach gehen die Kontakte nach Außen verloren. Kurz gesagt: sie verlieren die "soziale Teilhabe".

Ein Strudel dem das Projekt "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" entgegen tritt. Gefördert vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales erhalten hier Langzeitarbeitslose mit besonderen Problemlagen (gesundheitliche Einschränkungen, Bedarfsgemeinschaften mit Kindern) die Chance auf einen geförderten Arbeitsplatz.

61 dieser Stellen konnten wir nun im kommunalen Umfeld der Stadt Lünen schaffen. Von der Hausaufgabenbetreuung in der OGS über die Stadtbildpflege bis zum Stadtteillotsen für Neuzugewanderte: In den verschiedensten Bereichen werden die ehemals Langzeitarbeitslosen künftig im Auftrag der Verwaltung tätig sein.

Ein toller Erfolg, auf den wir stolz sein können - wie ich finde!

Denn auch wenn jedes Förderprojekt eine große Chance bedeutet und wir immer dankbar für die Unterstützung aus Bund und Land sind, ist es manchmal gar nicht so leicht, die Förderungsvoraussetzungen zu erfüllen. Bei dem Projekt "Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt" müssen die Stellen zusätzlich geschaffen werden, wettbewerbsneutral sein und im öffentlichen Interesse liegen. Außerdem muss jeder einzelne Beschäftigte durch ein Rahmenprogramm umfassend betreut werden, um sich möglichst schnell wieder an einen geregelten Berufsalltag gewöhnen zu können. Hierzu erfordert es kompetente Mitarbeiter und ausreichend Zeit.

Der entscheidende Punkt ist aus meiner Sicht, dass wir die Menschen in unserer Stadt nicht irgendwie beschäftigen, sondern ihnen sinnvolle Aufgaben geben. Nur dann können wir "soziale Teilhabe" erreichen. Nur wer sich wirklich gebraucht fühlt, wer sieht, spürt und rückgespiegelt bekommt, dass die eigene Tätigkeit einen Nutzen hat, wird sich wieder als Teil unserer Gesellschaft fühlen können.

Daher glaube ich: 61 Stellen sind ein guter erster Schritt. Weitere sollten sobald wie möglich folgen. Sinnvoll geplant und am wirklichen Bedarf orientiert.

In diesem Zusammenhang möchte ich auch anderen Institutionen und Unternehmen nahelegen, sich einmal mit den Fördermöglichkeiten auseinander zu setzen und eigene Einsatzmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose zu untersuchen. Denn das Programm steht allen Interessierten offen.

In Dresden beispielsweise bietet die Verkehrsgesellschaft mit Langzeitarbeitslosen einen Begleitservice an, der die Benutzung der Verkehrsmittel aber auch Besuche von Ärzten, Behörden oder Veranstaltungen erleichtert. Die Möglichkeiten der sozialen Teilhabe setzen sich dadurch bei der Zielgruppe der älteren und mobilitätsbeeinträchtigten Kunden fort.

Eine tolle Idee, die zum Nachdenken anregt - wie ich finde!

In diesem Sinne wünsche ich ein angenehmes Wochenende in bester Gesellschaft und mit vielen guten Gesprächen - vielleicht mal ausnahmsweise nicht über die Arbeit.

Herzliche Grüße,

Ihr

Jürgen Kleine-Frauns
Bürgermeister der Stadt Lünen

Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner

Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns

Assistentin des Bürgermeisters Anna Steinhoff

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