
Die Stadtkirche St. Georg wird 1366 eingeweiht und ist heute das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Mit der Nutzung der Lippe für die Schifffahrt, 1823, und der Gründung der Eisenhütte Wehrenbold und Compagnie durch Caspar Diedrich Wehrenbold, 1826, beginnt das Industriezeitalter für Lünen.
Das Abteufen der Schächte Prinz Heinrich in Gahmen und Bertha Wilhelmine in Horstmar, 1873, leitet die Bergbauära für Lünen ein und bewirkt beständig wachsende Einwohnerzahlen. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Dortmund - Lünen - Gronau wird 1874 der Anschluss an das Verkehrsnetz des Ruhrgebietes erreicht und der Bau des Datteln-Hamm-Kanals, 1913/14, verschafft Lünen die Anbindung an das europäische Wasserstraßennetz.
Die seit 1928 kreisfreie Stadt Lünen wird 1975 dem Kreis Unna zugeordnet und verliert die Selbständigkeit.
Nachdem am 30. Juni 1992 mit der Schachtanlage Minister Achenbach die letzte Zeche in Lünen geschlossen wurde, endete die über 100 Jahre währende Bergbauära für die Lippestadt. Seither ist der Strukturwandel vordringliches Anliegen der Stadtentwicklung.
Durch Gebietsänderungsvertrag vom 25. Mai 1973 wurde Lünen mit den Bauerschaften Alstedde, Nordlünen und Wethmar im Zuge der Kommunalreform mit Wirkung zum 1. Januar 1975 zusammengeschlossen. Im Übergang in die reizvolle Parklandschaft des Münsterlandes ist Altlünen auch heute beliebter Wohnstandort.
Bis zum Beginn der Industrialisierung durch Gründung der Eisenhütte Westfalia im Jahr 1826 war Altlünen landwirtschaftlich geprägt. Großflächige Ausbaggerungen eiszeitlicher Sandmassen veränderten das Landschaftsbild seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erheblich. Als Schüttmaterial für den Damm der Eisenbahnlinie nach Werne benötigt wurde, fand man dieses in Wethmar. Das dabei entstandene Loch füllte sich mit Wasser und erhielt den Namen "Cappenberger See", der schon bald als Badeanstalt genutzt wurde und so die Keimzelle für die heutigen Sport- und Freizeiteinrichtungen bildete.
Als Nachfolger der Eisenhütte Westfalia machte sich die weltweit operierende Deutsche Bergbautechnik GmbH (DBT) einen Namen als Weltmarktführer in den Bereichen Strebausrüstungen und stranggeführte Transportsysteme im untertägigen Bergbau. Seit 2007 gehört dieses Unternehmen zum amerikanischen Unternehmen Bucyrus International aus South Milwaukee, Wisconsin und trägt ab dem 1. Januar 2008 den Namen Bucyrus. Weitere Industriebetriebe siedelten sich in Alstedde und Nordlünen an, so 1907 die Lüner Glashüttenwerke an der Eisenbahnlinie Lünen-Bork. Zwischen den Jahren 2003 und 2007 gehörten die Lüner Glashüttenwerke zum Weltkonzern Rexam in Großbritannien, seit Frühjahr 2007 zur Ardagh Glass Group aus Dublin/Irland.
Der "Ort des Becking" gehört seit 1923 zu Lünen und ist heute der östlichste Stadtteil an der Ortsgrenze zu Bergkamen. Südlich der Lippe gelegen war Beckinghausen zur Römerzeit Standort eines Uferkastells zum Schutz des Lippehafens für das Legionslager in Bergkamen. Eine Hinweistafel an der RömerRoute verweist in Höhe des Friedhofes auf diese Tatsache.
Nach hartem politischem Ringen zwischen Dortmund und Lünen wurde die "Bauerschaft in Ginsterlandschaft" am 1. April 1928 Lünen zugeschlagen und bildet heute den größten Lüner Stadtteil. Die Bauerschaft Brambauer änderte mit dem Abteufen des ersten Steinkohlenschachtes 1897 radikal den Charakter. Damals zählte der Ort rund 700 Einwohner, drei Jahrzehnte später waren es bereits 15.000, denen der Bergbau als Broterwerb diente.
Mit dem Rückgang des Bergbaus, 1992, wurde die Kohleförderung in Lünen eingestellt, war auch hier eine Neuorientierung erforderlich. Historische Bergbaustandorte sind zu attraktiven Gewerbe- und Industriegebieten entwickelt worden. Allein 26 Millionen € wurden in die Aufbereitung des ehemaligen Bergbaustandortes "Minister Achenbach I/II" investiert. Auf dem Gelände der einstigen Kohlenzeche "Minister Achenbach IV" hat das Lüner Technologie- und Gründerzentrum LÜNTEC sein Domizil gefunden.
Symbolträchtige Landmarke des Strukturwandels ist das weithin sichtbare, futuristisch anmutende UFO, mit dem Stardesigner Luigi Colani den Förderturm der alten Zeche krönte.
Südlich des Datteln-Hamm-Kanals befindet sich der Seepark Lünen mit dem Horstmarer See, das Gelände der Landesgartenschau 1996, ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende, der sich großer regionaler Beliebtheit erfreut.
Der Stadtteil Lünen-Süd ist nach Lünen-Mitte der zweitälteste Lünens.
Mit dem Einzug des Bergbaus in die benachbarten Ortsteile änderte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts das landschaftliche Bild, denn für die zahlreich zugewanderten Bergarbeiter wurden Wohnungen gebaut.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Kolonie an der Ziethenstraße, die als bedeutende Siedlung Aufnahme in die Route Industriekultur des Regionalverbandes Ruhr gefunden hat. In Lünen-Süd wurde bereits 1896 an der Scharnhorststraße der erste Lüner Bahnhof gebaut, der im wesentlichen dem Kohlentransport diente.
Diese Aufgabe ging 1924 auf den von der Harpener Bergbau AG gebauten Preußenhafen am Datteln-Hamm-Kanal über, der heute als Wasserwanderrastplatz mit Kanalpromenade und begleitender Wohnbebauung einer neuen Nutzung zugeführt wurde.