Herzlich Willkommen in Lünen!

Stadt, Land und Leute - Stadtteile haben ihren Reiz

 

Lünen

Siegel der Stadt Lünen von 1320
Siegel der Stadt Lünen von 1320
Wappen

Der Name Lünen wird erstmals um 880/890 im Heberegister des Klosters Werden als Sudenliunon erwähnt. Siegel und Wappen der Stadt zeigen einen nach rechts gewendeten, aufsteigenden Löwen im Feld. Graf Adolf II. von der Mark lässt Lünen ab 1336 auf das südliche Lippeufer verlegen und verleiht dem Ort 1341 Stadtrechte.


Die Stadtkirche St. Georg wird 1366 eingeweiht und ist heute das älteste erhaltene Gebäude der Stadt. Mit der Nutzung der Lippe für die Schifffahrt, 1823, und der Gründung der Eisenhütte Wehrenbold und Compagnie durch Caspar Diedrich Wehrenbold, 1826, beginnt das Industriezeitalter für Lünen.

Das Abteufen der Schächte Prinz Heinrich in Gahmen und Bertha Wilhelmine in Horstmar, 1873, leitet die Bergbauära für Lünen ein und bewirkt beständig wachsende Einwohnerzahlen. Mit der Eröffnung der Eisenbahnlinie Dortmund - Lünen - Gronau wird 1874 der Anschluss an das Verkehrsnetz des Ruhrgebietes erreicht und der Bau des Datteln-Hamm-Kanals, 1913/14, verschafft Lünen die Anbindung an das europäische Wasserstraßennetz.

Die seit 1928 kreisfreie Stadt Lünen wird 1975 dem Kreis Unna zugeordnet und verliert die Selbständigkeit.

Nachdem am 30. Juni 1992 mit der Schachtanlage Minister Achenbach die letzte Zeche in Lünen geschlossen wurde, endete die über 100 Jahre währende Bergbauära für die Lippestadt. Seither ist der Strukturwandel vordringliches Anliegen der Stadtentwicklung.

 

Altlünen

Bootsanleger am Cappenberger See
Bootsanleger am Cappenberger See

Durch Gebietsänderungsvertrag vom 25. Mai 1973 wurde Lünen mit den Bauerschaften Alstedde, Nordlünen und Wethmar im Zuge der Kommunalreform mit Wirkung zum 1. Januar 1975 zusammengeschlossen. Im Übergang in die reizvolle Parklandschaft des Münsterlandes ist Altlünen auch heute beliebter Wohnstandort.

Bis zum Beginn der Industrialisierung durch Gründung der Eisenhütte Westfalia im Jahr 1826 war Altlünen landwirtschaftlich geprägt. Großflächige Ausbaggerungen eiszeitlicher Sandmassen veränderten das Landschaftsbild seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erheblich. Als Schüttmaterial für den Damm der Eisenbahnlinie nach Werne benötigt wurde, fand man dieses in Wethmar. Das dabei entstandene Loch füllte sich mit Wasser und erhielt den Namen "Cappenberger See", der schon bald als Badeanstalt genutzt wurde und so die Keimzelle für die heutigen Sport- und Freizeiteinrichtungen bildete.

Als Nachfolger der Eisenhütte Westfalia machte sich die weltweit operierende Deutsche Bergbautechnik GmbH (DBT) einen Namen als Weltmarktführer in den Bereichen Strebausrüstungen und stranggeführte Transportsysteme im untertägigen Bergbau. Von 2007 bis Anfang 2011 gehörte dieses Unternehmen zum amerikanischen Unternehmen Bucyrus International aus South Milwaukee, Wisconsin, trug ab dem 1. Januar 2008 den Namen Bucyrus. 2011 wurde das Unternehmen vom US-amerikanischen Bergbaumaschinen-Spezialist Caterpillar gekauft.

Weitere Industriebetriebe siedelten sich in Alstedde und Nordlünen an, so 1907 die Lüner Glashüttenwerke an der Eisenbahnlinie Lünen-Bork. Zwischen den Jahren 2003 und 2007 gehörten die Lüner Glashüttenwerke zum Weltkonzern Rexam in Großbritannien, seit Frühjahr 2007 zur Ardagh Glass Group aus Dublin/Irland.

 

Beckinghausen

Römisches Uferkastell
Bootskonstruktion am Römischen Uferkastell

Der "Ort des Becking" gehört seit 1923 zu Lünen und ist heute der östlichste Stadtteil an der Ortsgrenze zu Bergkamen. Südlich der Lippe gelegen war Beckinghausen zur Römerzeit Standort eines Uferkastells zum Schutz des Lippehafens für das Legionslager in Bergkamen. Eine Hinweistafel an der Römer-Lippe-Route verweist in Höhe des Friedhofes auf diese Tatsache.

 

Brambauer

Colani-Ufo
Colani-Ufo im Lüner Technologiezentrum »LünTec«

Nach hartem politischem Ringen zwischen Dortmund und Lünen wurde die "Bauerschaft in Ginsterlandschaft" am 1. April 1928 Lünen zugeschlagen und bildet heute den größten Lüner Stadtteil. Die Bauerschaft Brambauer änderte mit dem Abteufen des ersten Steinkohlenschachtes 1897 radikal den Charakter. Damals zählte der Ort rund 700 Einwohner, drei Jahrzehnte später waren es bereits 15.000, denen der Bergbau als Broterwerb diente.

Mit dem Rückgang des Bergbaus, 1992, wurde die Kohleförderung in Lünen eingestellt, war auch hier eine Neuorientierung erforderlich. Historische Bergbaustandorte sind zu attraktiven Gewerbe- und Industriegebieten entwickelt worden. Allein 26 Mio. € wurden in die Aufbereitung des ehemaligen Bergbaustandortes "Minister Achenbach I/II" investiert. Auf dem Gelände der einstigen Kohlenzeche "Minister Achenbach IV" hat das Lüner Technologie- und Gründerzentrum LÜNTEC  sein Domizil gefunden.

Colani-Ufo
Colani-Ufo

Symbolträchtige Landmarke des Strukturwandels ist das weithin sichtbare, futuristisch anmutende Colani-Ufo, mit dem Stardesigner Luigi Colani den Förderturm der alten Zeche krönte.

 

Gahmen

Napoleonsbuche
Zweibeinige »Napoleonsbuche« am Gahmer Berg

Der Stadtteil Gahmen liegt im südlichen Stadtgebiet von Lünen. Er entstand im Zuge der Bergbauentwicklung aus einer Bauernschaft. Obwohl auch hier der Bergbau seine Spuren hinterlassen hat, konnte Gahmen seine ländliche Prägung weitgehend erhalten. Der Stadtteil verfügt über schöne Freizeit- und Grünflächen, die zum Verweilen einladen. Der Bürgerpark Gahmener Senke und der Aktionsplatz Kaubrügge sind ein Teil davon. Sie sind beliebte Anlaufstellen zur aktiven Freizeitgestaltung.

 

Horstmar

Schloss Schwansbell
Schloss Schwansbell, Horstmar

Die "erhöhte Stelle im Feuchtgebiet", so die Namensdeutung, wurde 1923 nach Lünen eingemeidet. Mit dem Schloss Schwansbell verfügt der Ortsteil über das einzige erhaltene Adelshaus im Bereich der Stadt Lünen. 1872 bis 1875 erbaut, beherbergt es heute im ehemaligen Gesindehaus das Museum der Stadt Lünen


Südlich des Datteln-Hamm-Kanals befindet sich der Seepark Lünen mit dem Horstmarer See, das Gelände der Landesgartenschau 1996, ein Anziehungspunkt für Erholungssuchende, der sich großer regionaler Beliebtheit erfreut.

 

Lippholthausen

Schlossmühle Lippholthausen
Schlossmühle Lippholthausen mit Mühlrad und Teich

Die kleine "Ansiedlung im Wald an der Lippe", so die Bedeutung dieser Ortsbezeichnung, wurde 1914 nach Lünen eingemeindet. Ende des 18. Jahrhunderts erlangte der Ort überregionale Bedeutung als eine Mineralquelle erschlossen wurde und zum Heilbad mit Kurhaus und Spielbank "Lüner Brunnen" ausgebaut wurde.

Heute dominieren das Recycling-Unternehmen Remondis  (ehemals Rethmann Lippewerk) zur Wiedergewinnung von Rohstoffen aus Sekundärmaterialien und das EVONIK- (vorm. STEAG-) Kraftwerk den Ortsteil.

 

Niederaden

Spieker Niederaden
Spieker Niederaden

Durch Gebietsänderungsvertrag wurde Niederaden, "Ansiedlung am Wasser", mit Wirkung vom 1. Januar 1968 in die Stadt Lünen eingegliedert. Der Ort Niederaden ist an der Grenze zu Bergkamen/Kamen gelegen und entstand im 12. Jahrhundert um die ehemaligen Adelshäuser Oberfelde und Aden im Niederungsgebiet der Seseke. An den alten Adelssitz Oberfelde erinnert der auf einer Gräfteninsel gelegene "Spieker".

 

Lünen-Süd

Blick von der Kanalbrücke auf den Preußenhafen
Blick auf den »Preußenhafen«

Der Stadtteil Lünen-Süd ist nach Lünen-Mitte der zweitälteste Lünens.

Mit dem Einzug des Bergbaus in die benachbarten Ortsteile änderte sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts das landschaftliche Bild, denn für die zahlreich zugewanderten Bergarbeiter wurden Wohnungen gebaut.

Ein gutes Beispiel dafür ist die Kolonie an der Ziethenstraße, die als bedeutende Siedlung Aufnahme in die Route Industriekultur  des Regionalverbandes Ruhr  gefunden hat. In Lünen-Süd wurde bereits 1896 an der Scharnhorststraße der erste Lüner Bahnhof gebaut, der im wesentlichen dem Kohlentransport diente.

Diese Aufgabe ging 1924 auf den von der Harpener Bergbau AG gebauten Preußenhafen am Datteln-Hamm-Kanal über, der heute als Wasserwanderrastplatz mit Kanalpromenade und begleitender Wohnbebauung einer neuen Nutzung zugeführt wurde.