Herzlich Willkommen in Lünen!

Neuzeitliche Hanse

 

Lünen - alte Handelsstadt und Mitglied der Hanse

Hansekogge, Symbol der neuzeitlichen Hansetage
Hansekogge, Symbol der neuzeitlichen Hansetage
Lünen wird wie die meisten Orte der näheren und weiteren Umgebung zum ersten Mal im 9. Jahrhundert genannt. Der Ort liegt an der Lippe. Hier überquert eine alte Handelsstraße den Fluss. Andere Übergänge wie z. B. bei Werne gewannen im Mittelalter für den Fernhandel nicht die Bedeutung wie der Lippeübergang bei Lünen, wo sich schon früh ein Straßenknoten entwickelt hatte. Südlich der Lippe querte eine Fernstraße die Stadt, die West-Ost-Verbindung von Wesel über Dorsten, durch das Vest Recklinghausen, über Lünen nach Kamen, Hamm, Soest und Lippstadt. Größere Bedeutung besaß die Nord-Süd-Verbindung, die von der Nord- und Ostsee über Bremen, Osnabrück, Münster, Lünen und Dortmund nach Köln führte.

Eine Zollliste aus den Jahren 1573/74 gibt einen Einblick in den Handelsverkehr auf dieser Straße. Die Kaufmannswagen stammten vor allem aus Hessen. Bremen und dem Bergischen Land. Sie transportierten Bier, Käse, Korn, Wein, Eisen. Kohle, Kalk und Mühlsteine oder führten Rinder, Schweine, Pferde und Schafe mit sich. Die Zielangabe "Ochsen nach Köln" lässt vermuten, dass die Tiere aus den norddeutschen Viehzuchtgebieten stammten und über die Nord-Süd-Verbindung, den "Dänischen Ochsenweg", nach Westfalen und in das Rheinland getrieben wurden.

Als 1622 spanische Truppen Lünen besetzten, bedeutete dies für die münsterischen Wein- und Viehhändler eine beträchtliche Beschwernis. Sie konnten die Passage über Lünen nicht umgehen. In jenem Jahr führte ein Wagen aus Münster Käse und Butter über Lünen nach Köln, 10 münsterische Kaufleute trieben 899 Ochsen und Kühe auf demselben Weg und 13 Kaufleute jener Stadt transportierten 38.473 Liter Wein.

Der für den Fernhandel so wichtige Lippeübergang förderte die Entwicklung Lünens. 1193 ist das in Lünen übliche Maß auch in der Umgebung als Normalmaß anerkannt. 1195 wird ein Markt erwähnt. Seit 1341 gab es die "Lüner Messe", einen siebentägigen Kram- und Viehmarkt.

Die Handelstätigkeit der Lüner Kaufleute beschränkte sich jedoch nicht auf die nähere Umgebung. 1307 bat die Hansestadt Bremen die Stadt Lünen, ihre Kaufleute vom Besuch der Märkte der Friesen solange abzuhalten, bis diese von ihren Räubereien ablassen. In der Hanse gehörte Lünen als Beistadt zum Doppelquartier der Städte Hamm und Unna und wird 1476 im Zusammenhang mit dem Hanserezess zu Lübeck erwähnt.

Zum 750jährigen Stadtjubiläum im Jahr 1980 hatte Zwolle (NL), Partnerstadt von Lünen, die Idee, den Hansegedanken wieder zu beleben. Dieses Vorhaben stieß im Kreis der ehemaligen Hansestädte auf unerwartet große Resonanz. Seither findet alljährlich der Hansetag der Neuzeit statt, an dem sich auch die Stadt Lünen beteiligt.
 

Hansebewegung der Neuzeit

Ochsenzug-Plastik an der Persiluhr
Ochsenzug-Plastik an der Persiluhr
An die eigene Hanse-Tradition erinnert der Hansesaal im Veranstaltungszentrum und das 1991 zum 650-jährigen Stadtjubiläum von internationalen Künstlern erstellte "Lüner Hansetuch", eine Gemäldesammlung zeitgenössischer Kunst im Geiste der Hanse. Eine Gruppe von drei in Bronze gegossenen Ochsen erinnert zudem in der Fußgängerzone an den "Dänischen Ochsenweg".

Weitere Informationen zur Hansebewegung der Neuzeit finden Sie bei bei http://www.hanse.org