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Stadt Lünen informiert zum Einsatz von Luftfiltern in Schulen

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   News

Die Sommerferien in Nordrhein-Westfalen enden am 17. August. Zu Beginn des neuen Schuljahres ist erneut mit Corona-bedingten Einschränkungen zu rechnen. In diesem Zusammenhang werden oft Luftfilter angeführt, die einen möglichst normalen Schulalltag ermöglichen sollen. Die Stadt Lünen hatte die Lüftungssituation im vergangenen Jahr an allen Schulen in städtischer Trägerschaft sowie in den Kitas systematisch untersuchen lassen.

Diskutiert werden derzeit bundesweit mobile Luftfilter, die in den Klassenräumen aufgestellt werden. Die Raumluft wird dabei durch einen Ventilator angesaugt und gefiltert. Ihre Wirksamkeit hängt grundsätzlich von den Aufstellbedingungen vor Ort und von der Luftausbreitung im Raum ab. Dabei ist es erforderlich, dass die Luftführung und -strömung im Raum exakt erfasst wird. Die mobilen Geräte müssen dann gezielt im Klassenraum platziert werden.

Das Umweltbundesamt teilt Schulräume aus innenraumhygienischer Sicht in drei Kategorien ein:

  • Kategorie 1: Räume mit guter Lüftungsmöglichkeit, in denen es raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) gibt oder in denen Fenster weit zu öffnen sind
  • Kategorie 2: Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit, in denen es keine RLT-Anlagen gibt oder Fenster nur auf "Kipp" zu öffnen sind
  • Kategorie 3: nicht zu belüftende Räume

In Räumen der Kategorie 1 ist laut Umweltbundesamt der Einsatz mobiler Luftreinigungsgeräte nicht notwendig. Räume der Kategorie 3 sind aus innenraumhygienischer Sicht nicht für den Unterricht zu empfehlen. Nur bei Räumen der Kategorie 2 werden mobile Luftfilter als Alternative genannt - und zwar nur als Ergänzung zu den üblichen Coronaschutzmaßnahmen (Abstand, Hygiene, Alltagsmasken/Atemschutz, Lüften).

Nach grundsätzlicher Auffassung des Umweltbundesamtes und des Robert Koch-Instituts (RKI) reichen mobile Luftfilter nämlich nicht aus, um wirkungsvoll über die gesamte Unterrichtsdauer Schwebepartikel - zum Beispiel Viren - aus der Raumluft zu entfernen, weil die Luft lediglich gefiltert und nicht komplett ausgetauscht wird.

Die Bundesregierung hat erklärt, den Ländern für die Beschaffung von mobilen Luftfiltern insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Die Förderung mobiler Luftfilter gilt für Räume mit eingeschränkter Lüftungsmöglichkeit (Kategorie 2) in Einrichtungen für Kinder unter zwölf Jahren, das heißt vor allem in Kindergärten und Grundschulen. Auf einen flächendeckenden Einsatz von mobilen Luftreinigungsgeräten in Klassenzimmern wurde ausdrücklich verzichtet und keine Förderung von Geräten in den Räumen der Kategorie 1 ermöglicht.

Untersuchungen und Maßnahmen der Stadt Lünen

Der Stadtbetrieb Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen (ZGL) hat schon im November und Dezember 2020 einen unabhängigen Sachverständigen beauftragt, die Räumlichkeiten in Schulen, Kitas und Sporthallen zu untersuchen.

Das Ergebnis: Alle Räume in den Schulen, den Turnhallen und in den Kitas sind durch eine ausreichende Fensterlüftung oder RLT-Anlagen gut zu belüften. Bei zwei Ausnahmen - in den Turnhallen der Grundschulen "Am Heikenberg" und der Matthias-Claudius-Schule/Gottfriedschule - sind technische Anpassungen vorgenommen worden, um bessere Lüftungs-Ergebnisse zu erzielen. Deshalb besteht für die Stadt Lünen kein Förderanspruch auf mobile Luftfilter.

Um dauerhaft geöffnete Fenster in den kälteren Jahreszeiten zu vermeiden, hat ZGL mobile CO2-Ampeln beschafft, die die Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler an das regelmäßige Lüften erinnern. Diese Methode bleibt daher Mittel der Wahl, um vor potenziell infektiösen Aerosolen in Innenräumen zu schützen.

Falls das RKI oder das Umweltbundesamt ihre Einschätzungen zur Raumlufthygiene ändern sollten und mobile Raumluftfilter für alle Raumkategorien gefördert werden, dann wird auch die Stadt Lünen diese Mittel beantragen.

RLT-Anlagen mittel- und langfristig in allen Klassenräumen

In 8 Prozent der Lüner Klassenräume sind RLT-Anlagen eingebaut. Mittel- und langfristige Strategie der Verwaltung ist es, alle Klassenräume - zum Beispiel im Zuge von Neubauten oder energetischen Sanierungen - mit diesen stationären Anlagen auszurüsten.

Die Luft fließt bei RLT-Anlagen aus einem Zentralgerät durch ein Luftkanalsystem. Alle angeschlossenen Räume werden mit aufbereiteter Luft versorgt. Die verbrauchte Raumluft wird aus dem Raum entzogen und ins Freie oder als Umluft im Zentralgerät verarbeitet. Alle RLT-Anlagen sind bereits zum Schuljahresbeginn 2020/2021 in Lünen so eingestellt worden, dass ausschließlich unverbrauchte Außenluft in die Räume gelangt. Das Umweltbundesamt empfiehlt - nicht nur vor dem Hintergrund der aktuellen pandemischen Lage - Klassenräume damit auszustatten.

Eine kurzfristige Nachrüstung ist aufgrund der umfangreichen Baumaßnahmen nicht möglich. Seitens des Bundes und des Landes sollen RLT-Anlagen außerdem künftig gefördert werden, da deren Nachhaltigkeit und Funktionalität, auch unter pandemischen Lagen, bereits erwiesen ist.

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Foto Klassenzimmer
(c) Pixabay; Die Stadt Lünen informiert zum Einsatz von Luftfiltern in Schulen