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Münsterstraße: Mehr Möglichkeiten für Radfahrerinnen und Radfahrer

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   News

An der Münsterstraße gibt es seit Kurzem eine neue Regelung für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer. Der Rad- und Fußweg ist jetzt zum reinen Gehweg geworden, der aber für Radlerinnen und Radler freigegeben ist. Das heißt: Fußgängerinnen und Fußgänger haben hier Vorrang und wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss Rücksicht nehmen. Über Piktogramme auf dem Boden wird das verdeutlicht. Zugleich ist mit der neuen Beschilderung die sogenannte Radewege-Benutzungspflicht aufgehoben. Das bedeutet, dass Radfahrerinnen und Radfahrer auch auf der Straße fahren dürfen, was zum Beispiel attraktiv für alle ist, die möglichst schnell ihr Ziel erreichen wollen - also zum Beispiel Berufspendlerinnen und -pendler. Außerdem hat die Stadt an allen Einmündungen rote Markierungen angebracht, die die Autofahrerinnen und Autofahrer darauf aufmerksam machen sollen, dass sie mit kreuzendem Fahrradverkehr rechnen müssen.

Gearbeitet wurde an der Münsterstraße auch am Oberflächenbelag des Gehwegs, den Radfahrerinnen und Radfahrer mitnutzen können: Weil die Platanen mit ihren Wurzeln die Gehwegplatten hochdrücken, sind einige ausgesuchte Wurzeln behutsam entfernt worden. Danach ist die Oberfläche wiederhergestellt worden. Das soll dem Radverkehr zugutekommen, aber auch Fußgängerinnen und Fußgänger vor den schlimmsten Stolperfallen schützen. 
  
Gemeinsam mit Jürgen Heidenreich und Marc Frieling vom Ortsverband Lünen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) hat sich Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns am Freitag (19. Juni) im Rahmen einer Befahrung das Ergebnis der Maßnahmen angeschaut. Die ADFC-Vertreter zeigten sich zufrieden mit den Änderungen. "Natürlich gibt es immer noch Dinge, die auf unserer Wunschliste stehen, was die Münsterstraße angeht", sagte Heidenreich. "Aus unserer Sicht wäre beispielsweise durchgehend Tempo 30, bis zur Einmündung Hüttenallee, ein weiterer wichtiger Schritt." Eine Forderung, die der Bürgermeister durchaus unterstützte. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass die Umsetzung einer solchen Geschwindigkeitsbegrenzung nicht allein in den Händen der Stadt liege, weil die Münsterstraße eine Bundesstraße ist. 
  
Die neue Regelung sei in seinen Augen sinnvoll, weil sie Radfahrerinnen und Radfahrern die Wahl lasse, sagte Kleine-Frauns im Rahmen der Befahrung: "Man kann sich aussuchen, ob man die Straße oder den Gehweg nutzen möchte." Bei letzterem sei die Rücksicht auf die Fußgängerinnen und Fußgänger wichtig. Die Piktogramme erlauben es den Radfahrerinnen und Radfahrern, bei entsprechender Verkehrslage den Gehweg nicht nur mit Schrittgeschwindigkeit, sondern in "angemessener Geschwindigkeit" zu nutzen - so heißt es in einem Erlass des NRW-Verkehrsministeriums. Weithin bekannt ist das noch nicht. "Wir werden darauf hinwirken, noch besser zu erklären, welche Möglichkeiten die Schilder und Piktogramme den Radlerinnen und Radlern einräumen", so der Bürgermeister. 
  
Zur Kritik, die nach der Umsetzung der Maßnahmen vereinzelt aufgekommen war, sagte Kleine-Frauns: "Man muss auch sehen, dass wir die - unbedingt notwendigen - Verbesserungen für den Radverkehr im Bestand erzielen müssen. Wir haben hier die Platanenallee, dazu eine relativ enge, dichte Bebauung und auch die Bedeutung der Straße für den Verkehr. Wir können nicht einfach die ganze Münsterstraße neu gestalten, sondern müssen schauen, was mit den Mitteln, die uns zur Verfügung stehen und unter den aktuellen Umständen machbar ist." Vor diesem Hintergrund seien die Maßnahmen ein richtiger Schritt. Das bestätigten auch Heidenreich und Frieling nach der kleinen Tour. Mittlerweile ist fast alles umgesetzt, es fehlt vor allem noch ein sogenannter Schutzstreifen, der demnächst auf der nördlichen Seite der Fahrbahn für den Radverkehr aufgebracht wird. 

Der Schutzstreifen schützt die Radfahrerinnen und Radfahrer grundsätzlich, weil aber viele Autofahrerinnen und Autofahrer erfahrungsgemäß den Streifen als "Abstandslinie" interpretierten, machen Heidenreich und Frieling darauf aufmerksam, dass mit oder ohne Linie beim Überholen von Fahrradfahrerinnen und -fahrern 1,5 Meter Abstand einzuhalten sind - ist das nicht möglich, darf nicht überholt werden. Erst im April 2020 ist die Straßenverkehrsordnung dahingehend ergänzt worden.

Ein Dorn im Auge bleibt Jürgen Heidenreich, der selbst Verkehrsplaner ist, allerdings ein Bauwerk, das wohl nur schwer zu verändern sein wird: Die Bahnbrücke über die Münsterstraße verengt vor allem auf der Nordseite der Münsterstraße den Gehweg extrem. "Das ist gefährlich, vielleicht kann man da noch über die Verkehrsführung etwas für die Radfahrerinnen und Radfahrer machen", regte er an. Kleine-Frauns versprach, die Anregung mit ins Rathaus zu nehmen.

Gruppenfoto ADFC-Mitglieder und Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns
(c) Stadt Lünen; Der vormalige Geh- und Radweg ist nur noch ein Gehweg, aber für Fahrradfahrerinnen und Fahrradfahrer freigegeben. Die Piktogramme zeigen an, dass Radler und Radlerinnen je nach Auslastung des Gehwegs ihre Geschwindigkeit angemessen wählen dürfen. Jürgen Heidenreich (l.) und Marc Frieling (m.) vom ADFC begutachteten gemeinsam mit Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns (r.) die neuen Regelungen auf der Münsterstraße.