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Ratsfraktionen formulieren Erklärung zur "STEAG-Fläche"

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   News

Die im Rat der Stadt Lünen vertretenen Fraktionen haben in der Sitzung des Rates am Donnerstag, 25. Juni, eine gemeinsame Erklärung mit folgendem Text verabschiedet:



ERKLÄRUNG
aller Ratsfraktionen der der Stadt Lünen zur Entwicklung des "STEAG-Geländes" an der Moltkestraße

Nach der Stilllegung des STEAG-Kraftwerks Ende 2018 stellt diese etwa 40 ha große Fläche die bedeutsame Entwicklungsfläche im Stadtgebiet für eine gewerblich-industrielle Folgenutzung dar. Mit dem Beschluss des Gewerbeentwicklungskonzeptes hat der Rat am 11.04.2019 folgerichtig die beabsichtigte Darstellung im neuen Regionalplan als "Regionaler Kooperationsstandort" begrüßt. "Die Fläche ist das Zukunftspotential für den Wirtschaftsstandort Lünen, wo ohne Inanspruchnahme von Freiraum mittel- bis langfristig Arbeitsplätze für die Stadt und die Region angesiedelt werden können."

Der Rat der Stadt Lünen begrüßt es, dass mittlerweile die leistungsfähige Unternehmensgruppe Hagedorn aus Gütersloh die Flächen erworben hat und zügig für eine gewerblich-industrielle Nutzung aufbereiten will.

Bei der Entwicklung dieser zentral im Stadtgebiet Lünens gelegenen Fläche sind allerdings vielfältige Belange zu beachten. Der Rat der Stadt hat daher in 2019 die Erarbeitung eines "Entwicklungskonzeptes Wirtschaftsstandort Lippholthausen" beschlossen. Dieses wird aktuell unter Beteiligung der ansässigen Betriebe erarbeitet und soll bis Ende 2020 vorliegen und vom Rat beschlossen werden. Das Konzept wird wesentliche Grundlagen für die notwendige Bauleitplanung auf der bisherigen STEAG-Fläche bereitstellen.

Ziel der Stadt Lünen ist die Entwicklung eines zukunftsfähigen Gewerbe- und Industriestandortes auf der bisherigen STEAG-Fläche mit qualifizierten Arbeitsplätzen (angestrebt wird dabei eine Größe von mind. 40 Dauerarbeitsplätzen je Hektar), bei der neben wirtschaftlichen Interessen auch Belange des Klimaschutzes, der Klimaanpassung, der Energieversorgung sowie ökologische Kriterien (Lippeaue) hinreichend beachtet werden müssen. Angesichts der Nähe zum Wohngebiet Geist sollen stark emittierende Betriebe nicht zugelassen werden.

Der Wirtschaftsstandort Lippholthausen ist bereits heute gekennzeichnet durch eine erhebliche Überlastung des Verkehrssystems. Die Entwicklungsabsichten ansässiger Unternehmen sowie Ansiedlungen auf der STEAG-Fläche werden zu einer weiteren, erheblichen Zunahme der Verkehrsmengen führen. Die Bauleitplanung für diesen Bereich muss daher darauf abzielen, die nutzbaren Kontingente, insbesondere für Schwerlastverkehr, der bereits ansässigen Unternehmen nicht zu beeinträchtigen.

Eine zusätzliche Ansiedelung von verkehrsintensiven Betrieben mit einem hohen Schwerverkehrsanteil (z.B. reine Transport- oder Lagerlogistik) auf der STEAG-Fläche wird daher vom Rat der Stadt Lünen nicht unterstützt. 

Bei der weiteren Planung für das STEAG-Gelände ist ein Mobilitätskonzept unbedingt erforderlich, das die Auswirkungen der vorgesehenen Betriebe auf das Verkehrssystem abschätzt und notwendige Maßnahmen aufzeigt. Die Stadt Lünen strebt dabei im Sinne einer Verkehrswende eine deutliche Stärkung des Umweltverbundes (ÖPNV, Rad- und Fußverkehr) ebenso an, wie die konsequente Nutzung der trimodalen Optionen (Straße, Bahn, Kanal), die der Standort bietet.

Der Rat der Stadt Lünen wird im Rahmen seiner Planungshoheit bei den anstehenden Bauleitplanverfahren auf die hinreichende Berücksichtigung dieser Belange achten.

Lünen, 25. Juni 2020

Für die SPD-Fraktion
Michael Haustein

Für die CDU-Fraktion
Christoph Tölle

Für die GfL-Fraktion
Prof. Dr. Johannes R. Hofnagel

Für die Fraktion Bündnis 90 /Die Grünen
Eckhard Kneisel

Für die FDP-Fraktion
Dr. Roland Giller

Für die Fraktion Die Linke
Mustafa Kurt

Für die Fraktion Piraten/Freie Wähler Lünen
Gabriele zum Buttel

Für die Bürger-Gemeinschaft-Lünen
Hans-Peter Bludau
 


Fraktionsvorsitzende im Rat der Stadt Lünen
(c) Stadt Lünen; Die Fraktionsvorsitzenden aller Fraktionen im Lüner Rat haben eine Erklärung zur Zukunft der STEAG-Fläche an der Moltkestraße unterzeichnet .