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Schulausschuss tagt zu Digitalisierung: "Lünen hat Fahrt aufgenommen"

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   News

Die Digitalisierung von Schulen ist derzeit ein allgegenwärtiges Thema. Nicht zuletzt die Corona-Pandemie hat dazu beigetragen. Der Lüner Ausschuss für Bildung und Sport hatte für den 12. August eine Sondersitzung zur Digitalisierung angesetzt, um den Stand in Lünen zusammenzufassen.

Schuldezernent Horst Müller-Baß erklärte, dass Bund, Land, Schulen und auch die Kommune als Schulträger gemeinsam die Digitalisierung voranbringen möchten. Das Land stelle daher für die kommunalen Schulträger erhebliche Mittel bereit, die in Lünen teils auch bereits investiert worden seien: "Lünen hat Fahrt aufgenommen", so der Dezernent.

Die Grundlagen seien mit dem Programm "Gute Schule 2020" geschaffen worden. Rund 1,5 Millionen Euro aus diesem Programm hat die Stadt in IT investiert. Mit dem Geld ist zunächst als Basis die Internetanbindung von Schulen per Richtfunk realisiert worden und der WLAN-Ausbau in den Schulen vorangetrieben worden. Das war auch wichtig, sagte der Leiter der Schulverwaltung, Jürgen Grundmann: "Es macht ja keinen Sinn, im großen Stil internetfähige Geräte anzuschaffen, solange keine vernünftige Internetanbindung da ist." Aus dem Programm Gute Schule 2020 wurden deswegen unter anderem auch 600 WLAN-Access-Points und 200 Netzwerk-Verteiler für die Infrastruktur beschafft. Zusätzlich konnten den Schulen über dieses Förderprogramm schon 530 Notebooks und 44 Touchboards zur Verfügung gestellt werden.

Der Großteil der Geräte für Lehrende und Schülerinnen und Schüler aber kommt im nächsten Schritt. Ende Juli hat das Land NRW zwei "Sofortprogramme" auf den Weg gebracht, eines für die Ausstattung des Lehrpersonals und eines für die Ausstattung von Schülerinnen und Schülern. Bis Ende des Jahres müssen die Gelder beantragt sein - das ist durchaus eine Herausforderung für die Stadtverwaltung, auch, weil die Programme recht überraschend kamen: "Wir haben das ja auch erst Ende Juli erfahren und die Schulverwaltung arbeitet jetzt mit Hochdruck an diesem Thema", sagt Jürgen Grundmann. "Wir haben uns schnell mit den Schulleitungen ins Benehmen gesetzt, um die Rahmenbedingungen und Regularien festzulegen." Und um die Wünsche der Schulen abzufragen: Es wird wohl iPads geben, darauf hat man sich geeinigt. Aller Voraussicht nach kann die Stadt alle der rund 750 Lüner Lehrerinnen und Lehrer damit ausstatten. Die Geräte aus dem zweiten Programm, also dem für die Schülerinnen und Schüler, sollen für den mobilen Unterricht vorgehalten werden - beispielsweise, wenn die Corona-Pandemie ganze Klassen in den Unterricht zu Hause zwingt. Davon profitieren dann vor allem Schülerinnen und Schüler, die privat kein geeignetes Gerät haben. Die beiden Sofortprogramme umfassen zusammen etwa 1,6 Millionen Euro.

Schließlich steht noch der "DigitalPakt" Schule an. Die Beantragung der Gelder daraus ist bis Ende 2021 möglich und wird deswegen von der Verwaltung nach den neuen "Sofortprogrammen" des Landes in Angriff genommen. "Der Digitalpakt setzt sozusagen auf den Erfolgen des Programms »Gute Schule 2020« auf. Aus diesen Mitteln können wir die Schulen flächendeckend mit Endgeräten und Präsentations-Hardware versorgen", erklärte Jürgen Grundmann. Etwa 4,7 Millionen Euro an Mitteln erwartet die Stadt hier.

Am Ende werden etwa 8.700 Geräte angeschafft sein - so die Prognose. Das Geld muss aber beantragt und verwaltet und die Geräte müssen gekauft und gewartet werden. Das weiß auch die Stadt. "Es mangelt nicht an Fördergeldern, aber wir müssen das Geld abrufen und effizient einsetzen. Wir brauchen neben guten Konzepten natürlich auch Personal, um dieser Herausforderung zu begegnen", sagte Michael Kuzniarek, der als Fachbereichsleiter bei der Stadtverwaltung für Personal, Organisation und IT zuständig ist. Er will als Sofortmaßnahme noch in diesem Jahr IT-Expertinnen oder -Experten einstellen. Sie sollen dabei helfen, die Sofortprogramme abzuwickeln und könnten danach auch für den Support zuständig sein. Gegebenenfalls würden auch Supportleistungen eingekauft, so Kuzniarek. Ab dem Haushaltsjahr 2021 müssen die notwendigen Stellen und Finanzmittel dann fest eingeplant werden, damit die Schulen optimal ausgestattet und nachhaltig betreut werden können.

Schuldezernent Müller-Baß fasste diese Herausforderung im Nachgang zu der Sondersitzung zusammen und appellierte: "Wichtig ist, dass Verwaltung und Politik hier zusammenarbeiten. Es geht um Stellen, es geht um Geld und da müssen alle an einem Strang ziehen, damit wir die Schulen und letztlich die Kinder und Jugendlichen nicht aus dem Blick verlieren."

Schülerin mit Tablet
(c) Pixabay; Schulausschuss tagt zu Digitalisierung: "Lünen hat Fahrt aufgenommen"