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Weniger Kontakte und zeitgemäßes Arbeiten: Stadtverwaltung Lünen baut Home-Office-Möglichkeiten aus

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   News

Firmen sollen ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, vermehrt von zu Hause aus zu arbeiten. So hat es das NRW-Gesundheitsministerium in einer Verordnung bestimmt, die seit heute (27. Januar) gilt. Das „Home Office“ gilt mittlerweile als effektive Maßnahme, um Kontakte zu reduzieren. Außerdem hofft man beispielsweise, dass die Öffentlichen Verkehrsmittel weniger voll sind, wenn mehr Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Hause bleiben.

Aber gilt das auch für eine Stadtverwaltung? „Ja, natürlich ist auch die Stadt Lünen als Arbeitgeberin angehalten, ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern das mobile Arbeiten zu ermöglichen“, sagt Michael Kuzniarek, Fachbereichsleiter Personal, Organisation, IT im Lüner Rathaus. Die Verordnung sieht er entspannt: „Wir sind gut vorbereitet, weil wir schon früh angefangen haben, flexible Modelle umzusetzen, die dabei helfen, die Kontakte zu reduzieren.“

Die Zahl der Verwaltungsmitarbeiterinnen und -mitarbeiter, die von zu Hause aus arbeiten können, ist im Laufe des Jahres 2020 stark gestiegen. Von den 1.050 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung können derzeit rund 350 mobil arbeiten. Das bedeutet, sie sind mit Geräten ausgestattet, die es ihnen erlauben, ihren Arbeitsplatz frei zu wählen. So können sie auch von zu Hause aus arbeiten. Noch vor einem Jahr waren es gerade einmal 80 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die diese Möglichkeit hatten.

Um mehr Kolleginnen und Kollegen das mobile Arbeiten zu ermöglichen, musste die Verwaltung tun, was Behörden sonst eher nicht liegt: „Wir haben einfach angefangen, sind quasi losmarschiert. Es musste ja auch schnell gehen“, sagt Fachbereichsleiter Kuzniarek. Dankbar sei er dafür, dass der Personalrat bei den Plänen mitgezogen habe. „Die Arbeitsrealität wird durch das Home Office stark verändert, da muss man sich schon ein paar Gedanken zu machen.“ Daher plane die Stadt nun auch, dem mobilen Arbeiten einen klaren Rahmen zu geben: „Wir möchten mit dem Personalrat eine Dienstvereinbarung abschließen und sind damit auch schon ziemlich weit“, so Kuzniarek.

Bei den Beschäftigten sei das Angebot bisher gut angekommen, berichtet der Fachbereichsleiter: „Abgesehen davon, dass mobiles Arbeiten einfach zeitgemäß ist, sehen die meisten Kolleginnen und Kollegen vor dem Hintergrund der Pandemie darin einen Zugewinn an Sicherheit.“ Auch die meisten Führungskräfte würden das Arbeitsmodell positiv bewerten.

Von den rund 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind nicht alle ständig im Home Office. Es gibt verschiedene Modelle: Einige bleiben nur an einzelnen Tagen im heimischen Büro, andere wechseln sich beispielsweise wochenweise mit Kolleginnen oder Kollegen ab. Um das Arbeiten zu Hause zu ermöglichen, hat die Stadt aufgerüstet: Gut 270 zusätzliche Laptops mit Dockingstation wurden seit März für das Home Office beschafft, dazu über 100 Monitore und das entsprechende Zubehör wie Mäuse und Tastaturen.

Allerdings hat das Home Office in der Verwaltung Grenzen: So können die rund 170 Erzieherinnen und Erzieher in den zehn städtischen Kindertagesstätten nur wenige Arbeiten rund um Verwaltung und Dokumentation zu Hause erledigen. Für die fast 100 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst ist das Home Office ebenfalls keine Option. Auch dort, wo es um den direkten Service für die Bürgerinnen und Bürger geht, sucht man oft vergeblich nach Heimarbeitsplätzen. So ist das Bürgerbüro – natürlich unter diversen Sicherheitsvorkehrungen – geöffnet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Außendienst, wie etwa beim Ordnungsamt oder im Straßenbau, können ihre Jobs oft naturgemäß nicht vom heimischen Schreibtisch aus erledigen. Ähnliches gilt für interne Dienste wie die Poststelle oder die Druckerei.

„Es liegt in der Natur einer Stadtverwaltung, dass nur ein bestimmter Anteil der Kolleginnen und Kollegen regelmäßig von zu Hause aus arbeiten kann. Vor dem Hintergrund sind wir schon ziemlich weit“, sagt Michael Kuzniarek. Etwas Luft nach oben gibt es noch: Der Fachbereichsleiter schätzt auf der Basis einer Abfrage in den Dezernaten, dass in einer nächsten Phase noch weitere 100 Mitarbeiter im Home Office arbeiten könnten. Derzeit prüft man bei der Stadt, wieviel und welche technische Ausstattung dafür notwendig ist.

Home Office
(c) Pixabay; Home Office