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Ausstellungen auf der Stadtgalerie im Hansesaal: Uwe Gegenmantel und Martina Dickhut

Erstellt von Kulturbüro der Stadt Lünen | |   News

Zahlreiche Besucher nahmen am vorigen Sonntag an der Vernissage mit 82 Gemälden von Uwe Gegenmantel aus der Zeit von 1976 bis 2021 sowie mit 7 Arbeiten zu Corona teil.

Die Begrüßung erfolgte durch den Beigeordneten der Stadt, Horst Müller-Baß mit Beschreibungen der aktuellen, durch Corona eingeschränkten kulturellen und somit finanziellen Situation der Künstler aller Bereiche, wobei Hoffnung bestehe, dass Kulturveranstaltungen wie diese Vernissage in Kürze wieder Normalität werden möge. Dr. Heinrich Schulze-Altcappenberg erläuterte aus sehr differenzierter, kunsthistorischer und kunsttheoretischer Sicht die Entstehung und Wirkung der Bilder Uwe Gegenmantels. Er brachte Vergleiche mit namhaften Künstlern wie Josef Albers, De Chirico, Pablo Picasso, Jackson Pollok, Francis Bacon oder Peter Doig, durch die Uwe Gegenmantel zum Teil inspiriert wurde. Eine großformatige Porträtzeichnung Lothar Wielers, Leiter des RKI, des Robert-Koch -Instituts in Berlin mit geschriebenen Zahlenreihen von 1 bis 2021, die ähnliche Geduld beim monotonen, fast meditativen Aufschreiben erforderte wie das Ausharren fast aller Menschen bezüglich der Pandemie, erinnerte Schulze-Altcappenberg an tausende Zahlenreihen eines amerikanischen Konzept-Künstlers der 60er Jahre.
Gegenmantels großformatiges Selbstporträt als Schatten, der durch einen Scheinwerfer während des Malvorgangs auf die Leinwand projiziert wurde und die Bewegung des Körpers erahnen lässt, trägt den Titel: "Schattendasein der Kunst in Zeiten von Corona" und überträgt die Situation des einsamen Künstlers beim Malen auf die der meisten Menschen in Zeiten des "Lockdown". Das ist auch der Titel eines Gemäldes, das eine abendliche, fahl beleuchtete Szene ohne Menschen zeigt, die ein Gefühl von Einsamkeit und Verlorenheit auslöst.

Diese seltene Retrospektive eines Lüner Künstlers mit Wurzeln in der Mark Brandenburg, Berlin, im westlichen Ruhrgebiet und am Niederrhein ist sehr empfehlenswert. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. September zu sehen. Im Hansesaal und auf der Stadtgalerie gelten weiterhin die üblichen Hygiene- und Abstandsregeln. Auch das Tragen einer medizinischen Maske ist Pflicht. Es muss ein negativer Test, Genesungs- oder Impfnachweis beim Kulturbüro im Hansesaal vorgelegt werden bevor die Ausstellung besucht werden kann.

Nach einem kurzen Umbau wird am 12. September um 11 Uhr bereits die nächste Ausstellung „Hier im Ruhrgebiet – Das Bild im Bild“ auf der Stadtgalerie im Hansesaal eröffnet. Martina Duckhut bannt Fotografien markanter Motive (u.a. von Ekkehart Wünnemann) aus Dortmund und der Region, aber auch ungewöhnliche Detailansichten von Ruhrgebietsorten auf die Leinwand. Mit Acrylfarben oder Zeichenstift erfahren die Fotografien eine Erweiterung, bis das Foto im Bild verschwindet. Dabei ist es eine zeitaufwendige Herausforderung für die Künstlerin, die Farbtöne der Fotografie exakt zu treffen. Die fertiggestellten Werke bestechen durch ihre Intensität. Der gezeigte Ort gewinnt an Nähe – und es erweitert sich der Blick auf Bekanntes, Typisches und Überraschendes. Ekkehard Wünnemanns Hauptaugenmerk liegt auf der fotografischen Dokumentation der Architektur im Ruhrgebiet. Er arbeitet seit jeher analog, mit einer Hasselblad- und einer Leica-Kamera, und entwickelt die Bilder im eigenen Fotolabor. Charakteristisch sind seine Schwarzweiß-Aufnahmen, die den Motiven eine stärkere Tiefenwirkung und größere Spannung geben. Die Zusammenarbeit mit Martina Dickhut eröffnet neue Sichtweisen auf seine Fotos: Die Erweiterung durch ihr künstlerisches Auge ist eine eindrucksvolle Abwandlung des Gesehenen.

Für den Besuch der Ausstellungseröffnung am 12. September ist eine vorherige Anmeldung beim Kulturbüro Lünen (Telefon 02306 104-2299) erforderlich.

Weitere Informationen unter www.kulturbuero-luenen.de.

(c) Uwe Gegenmantel; Dr. Heinrich Schulze-Altcappenberg vor den Bildern "Mauer"(2000), "Gebäude" (2013) und Gelb konkret II (2019), von rechts
(c) Uwe Gegenmantel; Dr. Heinrich Schulze-Altcappenberg vor den Bildern "Mauer"(2000), "Gebäude" (2013) und Gelb konkret II (2019), von rechts