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Ausbildung im Quartier: Übergangsmanagement Schule-Beruf unterstützt Lüner Schüler bei Handwerks-Workshops

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   News

Ob sägen, schrauben und streichen oder frisieren, mauern und folieren eines Autos - für rund 150 Schülerinnen und Schüler aus Dortmund und Lünen gab es am Mittwoch (22. September) viel zu tun.

Auf Einladung der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen, des Bildungskreises Handwerk e.V. (BKH) und der Wirtschaftsförderung Dortmund sowie in Zusammenarbeit mit dem "Team Übergangsmanagement Schule-Beruf" der Stadt Lünen konnten sie in den Werkstätten des Handwerks in Dortmund-Körne einen ganzen Tag lang Handwerksluft schnuppern. Insgesamt 14 verschiedene Berufe von "A" wie Anlagenmechaniker/in bis "Z" wie Zimmerer/in galt es, live vor Ort in jeweils zweistündigen Workshops auszuprobieren.

Dabei konnten die Jugendlichen frei nach eigener Interessenlage zwei berufliche Schwerpunkte setzen. Für die begleitenden Lehrkräfte gab es gleichzeitig einen Workshop zur Unterstützung bei der Berufswahl ihrer Schülerinnen und Schüler. Im Mittelpunkt standen die Vielfalt der Handwerksberufe, ihre Anforderungsprofile sowie die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk. "Wir brauchen viel mehr qualifizierte und engagierte Auszubildende, wenn das Handwerk sein vielfältiges Dienstleistungsangebot auch in Zukunft aufrechterhalten soll", brachte Joachim Susewind, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen, die Botschaft des Tages auf den Punkt. "Nur mit Akademikern lassen sich die Herausforderungen unserer Gesellschaft in Zukunft nicht gestalten. Studium und Duale Ausbildung müssen als gleichwertig anerkannt werden."

Seitens der Stadt Lünen hatte das "Team Übergangsmanagement Schule-Beruf" (ÜSB) der Abteilung Schule und Sport in der Lippestadt erstmals für die Aktion geworben und brachte interessierte Schülerinnen und Schüler per Bus nach Dortmund. "Wir haben in Gesamt- und Realschulen, am Berufskolleg, dem Förderzentrum und der Jugendwerkstatt für diese Veranstaltung geworben", erklärte dazu Nicole Winterberg vom ÜSB. "Wir denken, dass diese praktische Erfahrung eine gute Entscheidungshilfe für die berufliche Orientierung ist. Zukünftig setzen wir weiter auf praktische Berufsorientierung für Lüner Schulen."

"Der Schritt von der Schule in den Beruf ist eine wichtige Entscheidung im Leben", erläuterte Hauptgeschäftsführer Joachim Susewind die Beweggründe für die Aktion. "Es gibt im Handwerk rund 130 verschiedene Berufe, beste berufliche Chancen und gute Nachwuchskräfte werden dringend gesucht. Wir würden uns freuen, wenn dieser Tag für den einen oder anderen zum Beginn einer beruflichen Karriere in den Mitgliedsbetrieben unserer 22 Innungen werden könnte." Das ist auch ein Anliegen der Wirtschaftsförderung Dortmund, die vor Ort von Geschäftsbereichsleiter Friedrich-Wilhelm Corzilius vertreten wurde. "Das Handwerk ist in unserer Region mit rund 4.800 Betrieben eine starke Wirtschaftsmacht", beschreibt er die Gründe der Stadt für die Aktion "Ausbildung im Quartier". "Wir wollen mit unserer Beteiligung diesen wichtigen konjunkturellen Eckpfeiler, der sich auch in der Corona-Pandemie bisher als ausgesprochen krisensicher gezeigt hat, durch gezielte Nachwuchswerbung weiter stärken."

Gemeinnütziger Träger der handwerklichen Ausbildung, Weiterbildung und Umschulung in den Werkstätten in Dortmund-Körne ist der Bildungskreis Handwerk e.V., der seit mehr als 40 Jahren im starken Verbund mit der Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen erfolgreich in der Aus- und Weiterbildung tätig ist. "Wir haben hier in Dortmund neun moderne Werkstätten auf einer Fläche von mehr als 10.000 Quadratmetern", berichtet der Geschäftsführer des BKH, Volker Walters. "Qualifizierte Handwerksmeister/innen und Hochschulabsolventen/innen betreuen im Jahr rund 450 Lehrgangsteilnehmer. Das ist das ideale Umfeld, um im Rahmen eines solchen Aktionstages Berufe aus erster Hand kennenzulernen."

Weiterer Vorteil am Mittwoch: Der Aktionstag "Ausbildung im Quartier" fand parallel zum normalen Ausbildungsbetrieb statt, so dass die Schülerinnen und Schüler neben dem erfahrenen Ausbildungspersonal in vielen Workshops auch direkt Auszubildende treffen und von ihnen Informationen aus erster Hand bekommen konnten. Gleichzeitig schlugen die Beraterinnen und Berater des Projekts "Passgenaue Besetzung" im Rahmen der Veranstaltung die Brücke zu Handwerksbetrieben mit freien Ausbildungsplätzen bzw. unterstützten Schülerinnen und Schülern, die ein Praktikum in der Region suchen

Die Kreishandwerkerschaft Dortmund und Lünen, der Bildungskreis Handwerk e.V. und die Wirtschaftsförderung Dortmund führen seit mehreren Jahren Aktionstage dieser Art durch. Sie werben erfolgreich für den beruflichen Nachwuchs im Handwerk und legen bei vielen Schülerinnen und Schülern den Grundstein für deren künftigen Ausbildungsplatz. Derzeit absolvieren in Dortmund und Lünen rund 3.900 junge Menschen eine Ausbildung im Handwerk. Dabei gehen viele Betriebe - gerade auch in Zeiten der Corona-Pandemie - bis an ihre Belastungsgrenze, um den beruflichen Nachwuchs in ihrem Gewerk zu sichern.

Junge Menschen beim Bau einer Mauer
(c) Bildungskreis Handwerk e.V.; Im Mittelpunkt der Workshops standen die Vielfalt der Handwerksberufe, ihre Anforderungsprofile sowie die Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten im Handwerk - hier konnten sich Interessierte u. a. im Berufsbild "Maurer" informieren und ausprobieren.
Junge Frau bei Zimmer-Arbeiten in einem Dachstuhl
(c) Bildungskreis Handwerk e.V.; Längst gibt es nicht nur "Zimmermänner" - auch andere Geschlechter können im Beruf "Zimmerer/in" inzwischen "hoch hinaus".
Junge Leute in einer Lichtreklame-Werkstatt
(c) Bildungskreis Handwerk e.V.; Auch eine Lichtreklame-Werkstatt stellte sich den Jugendlichen vor und zeigte, wie Vielfältig die Aufgaben in der Werbung sind.
Plakatausschnitt Ausbildung im Quartier
(c) wirtschaftsfoerderung-dortmund.de; Plakatausschnitt "Ausbildung im Quartier"