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"Perspektivwechsel lohnt sich" - Unternehmen und Geflüchtete im Dialog

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   Startseite

Die duale Ausbildung ist bei vielen jungen Geflüchteten beliebt. Unternehmen stehen jedoch häufig vor großen Herausforderungen: Es gibt Hindernisse, weil nicht klar ist, wie die Ausbildung von Geflüchteten gelingen kann. Missverständnisse und Unsicherheiten erschweren oft eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Um diese Schwierigkeiten zu minimieren und um Kontakt miteinander aufzunehmen, trafen sich am Dienstag, 9. April, Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen aus Lünen und Umgebung sowie Geflüchtete zu einem Austausch in den Tagungsräumen der Zentrale der Bäckerei Kanne.

Organisiert wurde der Fachaustausch vom Übergangsmanagement Schule-Beruf der Stadt Lünen, dem Netzwerk "Lünen bewegt Bildung", dem Multikulturellen Forum und dem Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge". Mehrere kleine und große Unternehmen aus Lünen und Umgebung folgten der Einladung.

"Es sind mehr Unternehmen gekommen als wir erwartet hätten", freute sich Monika Lewek-Althoff, Koordinatorin Übergang Schule-Beruf bei der Stadt Lünen. Im Mittelpunkt des Nachmittages standen Vorträge, Workshops und das gegenseitige Kennenlernen. "Ziel ist es, interkulturelle Herausforderungen im Ausbildungsalltag zu meistern und mit potenziellen neuen Auszubildenden ins Gespräch zu kommen", erklärte Hatice Müller-Aras, Koordinatorin beim Multikulturellen Forum, im Vorfeld des Fachaustauschs.

Nach der offiziellen Begrüßung durch Gastgeber Wilhelm Kanne Junior ging es vor allem darum, vorhandene Potenziale der Geflüchteten zu erkennen, über Rechte und Pflichten aufzuklären und gemeinsam Vorurteile abzubauen. Unternehmer und Geflüchtete wurden während der Veranstaltung gleichermaßen angesprochen.

Was gelungene Integration und gegenseitiges Vertrauen bewirken können, machte zum Beispiel Qasem Yousef Jalal deutlich. Jalal floh vor drei Jahren aus dem Irak, lebt seitdem in Deutschland und macht derzeit seine Mittlere Reife am Lippe-Berufskolleg. Er moderierte den ersten Teil des Fachaustauschs, in dessen Verlauf vor allem Informationen für die potenziellen Arbeitgeber im Vordergrund standen. Die Arbeitsagentur Hamm referierte etwa über Fördermaßnahmen. Das Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge" informierte über die aktuelle Rechtslage der sogenannten Ausbildungsduldung, die Geflüchteten eine bessere Bleibeperspektive und Unternehmen somit mehr Planungssicherheit bietet.

Nach dem Informationsteil ging es ans Praktische: Unter dem Motto "Perspektivwechsel lohnt sich!" wurden in gemeinsamen Workshops bisherige Erfahrungen mit Geflüchteten im Beruf sowie mögliche Vorurteile zwischen Geflüchteten und Deutschen diskutiert. Im Zentrum standen dabei Differenzen und Missverständnisse, die auftreten können und häufig auf unterschiedlich und unbekannte kulturelle und sprachliche Hintergründe zurückzuführen sind. Diskutiert wurden dabei auch mögliche Lösungsansätze.

"Wir wollen mit dem Format in erster Linie Berührungsängste abbauen und mehr gegenseitiges Verständnis fördern", erklärte Eva Lauckner, Koordinatorin bei "Lünen bewegt Bildung". Dass das funktionierte, wurde im dritten Teil des Fachaustauschs deutlich, als es um das "Matching" ging. Die teilnehmenden Geflüchteten hatten dabei die Möglichkeit, mit den Unternehmen in Kontakt zu treten und sich vorzustellen - woraus im besten Fall eine Ausbildungsvereinbarung entstehen soll. Die Ergebnisse dieses ersten Kennenlernens wollen die Organisatorinnen und Organisatoren am 29. Oktober resümieren.

Abbildung: Gruppenfoto "Perspektivwechsel lohnt sich" - Unternehmen und Geflüchtete im Dialog
Die Veranstaltung wurde von mehreren Organisationen in Kooperation organisiert, darunter (v.l.n.r) Dirk Vohwinkel, IHK zu Dortmund, Dr. Eva-Maria Lauckner, Koordinatorin "Lünen bewegt Bildung", Wilhelm Kanne Junior, Geschäftsführer der Bäckerei Kanne, Tina Mondrzik, Jobcenter Unna, Sarah Strobel, Projektreferentin beim Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge", Wolfgang Kampmann, Autohaus Rüschkamp, Monika Lewek-Althoff, Übergang Schule-Beruf der Stadt Lünen, Qasem Yousef Jalal, Moderator, Hatice Müller-Aras, Multikulturelles Forum, Beate Malaschewski, Multikulturelles Forum, und Marlene Thiele, Netzwerk "Unternehmen integrieren Flüchtlinge".