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"Empfänger unbekannt" eine Theater-Kooperation gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus

Erstellt von Kulturbüro Stadt Lünen | |   News

Am 27.01.2022 dem internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocausts setzten das Lippe Berufskolleg, die Cineworld Lünen und das Kulturbüro der Stadt Lünen ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Das Kammertheater Rheinland hat coronakonform für 150 Schüler:innen das Stück "Empfänger unbekannt" aufgeführt. Es behandelt die Thematik vor dem Hintergrund politischer Ereignisse von 1932 bis 1934. Die Inszenierung erzählt von der Freundschaft zwischen dem amerikanischen Juden Max Eisenstein und dem Deutschen Martin Schulze, der immer weiter den Gedanken des Nationalsozialismus verfällt. Die Freundschaft zerbricht aufgrund des zunehmend glühenden Fanatismus, den Schulze in der Zeit lebt.
 

Das Theaterstück wird für Schulen in ganz Deutschland von Wolfgang Müller-Schlesinger und Michael Meierjohann, beide ebenfalls langjährige Freunde, in beeindruckender Art und Weise präsentiert. "Wir versuchen die Schüler zu verzaubern und wollen sie emotional packen. Wir bemühen uns alles so authentisch wie möglich zu spielen. Hier geht es nicht um die Wissensvermittlung, sondern darum, eine Geschichte zu erzählen, die einen emotional packt", sagt Müller-Schlesinger.
Das Theaterstück ist in Anlehnung an das Buch "Adressat unbekannt" entstanden. "2004 ist dieses Buch als Empfehlung in unsere Hände geraten. Wir wurden gefragt, ob wir das nicht auf die Bühne bringen können", erklärt Müller-Schlesinger. Damals spielte er dieses Stück mit seinem langjährigen Freund Klaus D. Huber, der allerdings 2012 verstarb. Meierjohann, der ebenfalls ein langjähriger Freund ist, übernahm schließlich seine Rolle.

Das Theaterstück kam bei den Schüler:innen sehr gut an. Im Anschluss an die Vorstellung entstand eine rege Diskussion über Zivilcourage, Fremdenfeindlichkeit, eigene Erfahrungen und dem Stück selbst zwischen Schauspielern und Publikum. "Es war beeindruckend zu sehen wie authentisch diese Geschichte dargestellt wurde", sagt Joel Borowski, Schüler aus der gymnasialen Unterstufe.

Das Cineworld Lünen stellte die Räumlichkeiten zur Verfügung, die Veranstaltungsorganisation aus Schulsicht übernahm Dörte Sancken und das Team des Lüner Kulturbüros um Barbara Kastner sorgte für die technische Umsetzung.

Foto © Patrick Eicke, von links nach rechts: Max Biela (Cineworld Lünen), David Zolda (Kulturbüro Lünen), Michael Meierjohann & Wolfgang Müller-Schlesinger (Ensemble) und Dörte Sancken (Schulfachliche Koordinatorin Lippe Berufskolleg).
(c) Patrick Eicke; von links nach rechts: Max Biela (Cineworld Lünen), David Zolda (Kulturbüro Lünen), Michael Meierjohann & Wolfgang Müller-Schlesinger (Ensemble) und Dörte Sancken (Schulfachliche Koordinatorin Lippe Berufskolleg).