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Museum der Stadt Lünen wegen Umbauarbeiten geschlossen

Erstellt von Kulturbüro Stadt Lünen | |   Startseite

Das Museum der Stadt Lünen schließt ab sofort wegen Umbauarbeiten und aufgrund von coronabedingten Terminverschiebungen im Ausstellungsbetrieb seine Türen. Die Sonderausstellung über die Familie Waldschmidt wird abgebaut und macht Platz für Neues. Ab dem 19. Dezember werden dann die Ausstellung "Jüdisches Leben in Lünen" (bis 3. April 2022) und eine kleine Weihnachtsausstellung zu sehen sein.

Die Ausstellung "Jüdisches Leben in Lünen" im Museum der Stadt Lünen ist ein Beitrag zum 2021 gefeierten Festjahr "1700 Jahre jüdischen Leben in Deutschland" und wird am 19. Dezember eröffnet. In Lünen reicht die Geschichte jüdischen Lebens nicht ganz so weit zurück: Der erste Beleg für Juden in der Stadt an der Lippe stammt aus dem Jahr 1544. Aber von da an gehörten Jüdinnen und Juden zur städtischen Gemeinschaft dazu. Die jüdische Gemeinde war immer klein, aber neben einer Synagoge gab es auch eine jüdische Schule direkt in der Lüner Innenstadt. Einige jüdische Familien besaßen einen kleinen Lebensmittel- oder Haushaltswarenladen, die Väter arbeiteten als Metzger oder Sattler und waren Mitglied im Stadtrat oder im Schützenverein. Sie waren ein Teil dieser Stadt.  Doch der Versuch, das alltägliche Leben der jüdischen Familien in Lünen in den späten 1920er und den frühen 1930er Jahren in einer Ausstellung zu zeigen, gestaltete sich schwierig. Denn die Vertreibung und Ermordung der jüdischen Menschen ging einher mit einer nahezu vollständigen Zerstörung der Zeugnisse der jüdischen Kultur. Am Ende des Zweiten Weltkriegs waren die Synagoge und die Schule zerstört, der jüdische Friedhof eingeebnet, die ursprünglich jüdischen Geschäfte und Werkstätten aufgelöst, die Wohnungen der jüdischen Familien ausgeräumt. Die Ausstellung zeigt diese wenigen – im Wissen um das Geschehene – gerade in ihrer Normalität und Einfachheit bedrückenden Dinge. Vor allem sind es aber Fotos, Dokumente und Filmmaterial, über die sich das Leben und Schicksal der Familien rekonstruieren lässt. Zudem wurden die "Leerstellen" durch Exponate gefüllt, die allgemein das Leben in Lünen in den frühen 1930er Jahren illustrieren. Gezeigt werden auch Objekte, die die Veränderungen im Leben der jüdischen Familien deutlich machen sowie die aufkommenden Repressalien und die entsetzlichen Folgen der politischen Entwicklung ahnen lassen.

Weitere Informationen zu den Ausstellungen im Museum der Stadt Lünen unter www.luenen.de

(c) Stadt Lünen; Museum der Stadt Lünen wegen Umbauarbeiten geschlossen. Neue Ausstellung "Jüdisches Leben in Lünen" ab 19. Dezember.
(c) Stadt Lünen; Museum der Stadt Lünen wegen Umbauarbeiten geschlossen. Neue Ausstellung "Jüdisches Leben in Lünen" ab 19. Dezember.