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100 Jahre Frauenwahlrecht im "Frauensalon"

Erstellt von Pressestelle Stadt Lünen | |   Pressemitteilungen

Zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts und im Jahr des 70-jährigen Bestehens des Grundgesetzes hatte der vierte "Frauensalon Lünen-Süd" den langen Kampf der Frauen um ihr Wahlrecht zum Thema. Gut 80 Gäste kamen dazu am Freitag, 23. Mai, ins Paul-Gerhardt-Haus.

Kerstin Wolff vom Archiv der deutschen Frauenbewegung referierte zum Thema "Auch wir wollen die Wahl haben! Der lange Weg zum politischen Stimmrecht". Sie stellte wegweisende Persönlichkeiten der Stimmrechtsbewegung vor und deren langen und mühsamen Kampf. Darunter waren unter anderem die Schriftstellerin Hedwig Dohm und die Sozialistin Clara Zetkin. Wolff widmete sich auch Marie Juchacz, die zu den Gründerinnen der AWO gehörte und 1919 die erste weibliche Abgeordnete war, die im Parlament reden durfte.

Die Frauenbewegungs-Expertin schloss ihren Vortrag mit einem Einblick in aktuelle Fragen und stellte eine Petition des Deutschen Frauenrates vor, die fordert, dass Frauen und Männern eine gleiche Anzahl von Plätzen auf den Listen der Parteien gesetzlich garantiert sein soll.

Zweiter Podiumsgast des Frauensalons war die ehemalige Bürgermeisterin der Stadt Lünen, Christina Dörr-Schmidt. Sie erzählte von ihrem persönlichen und politischen Werdegang und riet allen Frauen, sich einzumischen. Konkret empfahl sie den Besucherinnen des Frauensalons beispielsweise, aktiv den digitalen Wandel mitzugestalten und sich dafür in der Politik zu engagieren, um die weibliche Perspektive nicht außen vor zu lassen.

Marianne Strauch, unter anderem Ehrenamtspreisträgerin der Stadt Lünen und langjährige Ratsfrau, verwies in der anschließenden Diskussion auf die Bedeutung des parteiübergreifenden Zusammenhalts, den die Ratsfrauen immer praktiziert hätten, "wenn es drauf ankam". Sie riet für die Zukunft: "Frauen müssen zusammenhalten".

Gabriele Schiek, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Lünen, sprach im Nachgang von einem sehr gelungenen Abend: "Mit diesem Konzept treffen wir als Veranstalterinnen offenbar den Nerv der Zeit, wenn wir ganz bewusst eine Veranstaltung im Stadtteil anbieten und zu den Frauen gehen." Organisiert wird die Veranstaltungsreihe "Frauensalon" von der Gleichstellungsstelle der Stadt Lünen, der Evangelischen Kirchengemeinde Horstmar-Preußen und dem Pastoralen Raum Lünen.

Christina Dörr-Schmidt (l.) und Dr. Kerstin Wolff
Auf dem Bild: Die ehemalige Lüner Bürgermeisterin Christina Dörr-Schmidt (l.) und Dr. Kerstin Wolff vom Archiv der deutschen Frauenbewegung waren Podiumsgäste beim vierten Frauensalon Lünen-Süd.