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Rudolph Nagell

Rudolph Nagell wurde vor 1640 in Rulle bei Osnabrück geboren. Er scheint eine kirchenmusikalische Ausbildung erhalten zu haben und durch Vermittlung des Propstes des Stifts Cappenberg die Anstellung an der St. Marien-Kirche erhalten zu haben: 1674 übernahm er die Lehrer-, Küster- und Organistenstelle.

1677 erschien ein münsterisches Gesangbuch ("Melodeyen über die Gesänge und Psalmen deß Münsterischen Gesang-Buchs"), in dem Nagell unbekannte Melodien sowie Lieder in ihrer ursprünglichen Fassung veröffentlichte. Das Buch verdient Beachtung in der Kirchenmusik in Westfalen; der Inhalt zeichnet Nagell als Musikerpersönlichkeit aus.

Nagell lag die Förderung des Gnadenbildes der St. Marien-Kirche und der Wallfahrt am Herzen. 1682 schenkte er der Kirche eine Pieta. Im gleichen Jahr ließ er von dem in der Nische auf dem Chor stehenden Gnadenbild einen Kupferstich fertigen und einen Gebetszettel mit der Darstellung des Gnadenbildes als Wallfahrtszettel offenbar auf eigene Kosten beim Drucker Friessem in Köln drucken. Stecher des Bildes war der ebenfalls aus Köln stammende Johann Heinrich Löffler.

An Nagell erinnert das Fachwerkhaus Laakstraße 45, das er laut Torbalkeninschrift 1690 als Wohn- und Küsterhaus erbauen ließ. Er starb 1700 in Lünen.

Anmerkung: Da es sich in der Schreibweise des Namens um ein barockes (doppeltes) Endungs-L handelt, erfolgt die Aussprache des Namens wie mit einem einfachen Endungs-L: Nagel.

(Fredy Niklowitz/Klaus Keller, Straßen und Straßennamen in Lünen, Manuskript)

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