Zum Inhalt (Access key c)Zur Hauptnavigation (Access key h)Zur Unternavigation (Access key u)

Privatsphäre-Einstellung

Wir verwenden auf dieser Website Cookies, die für den Betrieb der Website notwendig sind und deshalb auch nicht abgewählt werden können. Wenn Sie wissen möchten, welche Cookies das sind, finden Sie diese einzeln im Datenschutz aufgelistet. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Notwendige Cookies werden immer geladen

Google Translate

Mit Google Translate kann luenen.de in andere Sprachen übersetzt werden. Wenn Sie eine Sprache auswählen, rufen Sie Inhalte auf Google-Servern ab. Die Stadt Lünen hat keinen Einfluss auf die Verarbeitung Ihrer Daten durch Google. Wenn Sie nicht möchten, dass Ihre Daten an Google übermittelt werden, schließen Sie dieses Fenster mit einem Klick auf "X".

Um die Sprachwahl nutzen zu können, müssen Sie zunächst das Laden von externen Komponenten erlauben.

16. Januar 2026

„Nachkriegsjahre - Lünen zur Zeit der Weimarer Republik“ – VHS-Lesung im Treffpunkt Persiluhr mit anschließender Ehrung

Gut besuchte VHS-Lesung und besondere Ehrung im Treffpunkt Persiluhr „Nachkriegsjahre - Lünen zur Zeit der Weimarer Republik“ (1)

Eine literarische Zeitreise in die Weimarer Republik und eine Ehrung prägten den Besuch von Günter Sehrbrock in Lünen. Der 100-jährige Autor und gebürtige Lüner folgte einer Einladung der Volkshochschule (VHS) in den Treffpunkt Persiluhr. Vor rund 40 Gästen präsentierte er seinen Roman „Nachkriegsjahre“ und wurde in diesem Rahmen auch für sein kulturelles Lebenswerk geehrt.

Kulturdezernent und Beigeordneter Dr. Christian Klicki würdigte die enge Verbundenheit Sehrbrocks mit der Lippestadt. Anschließend trug sich der Autor in das Gästebuch der Stadt Lünen ein. Sehrbrock notierte dazu: „Als Sohn der Stadt Lünen freue ich mich, an die Stätte meiner Kindheit zurückkehren zu dürfen. Alte Erinnerungen werden wieder lebendig.“

Zeitzeugenschaft und Literatur

Im Mittelpunkt der Lesung stand der Roman, dessen Handlung in Lünen angesiedelt ist. Während Illustrator Andreas Raub ausgewählte Passagen vortrug – etwa die Heimkehr des Protagonisten Paul oder das Kennenlernen seiner Frau Toni –, ordnete der Autor das Gehörte historisch ein. Sehrbrock verknüpfte die Romanhandlung mit realen Erlebnissen seiner Kindheit: Er berichtete eindringlich von der politischen Radikalisierung der damaligen Zeit, etwa von gewaltsamen Auseinandersetzungen am Borsigplatz oder der Rekrutierung von Arbeitslosen durch extremistische Gruppen.

VHS-Leiter Björn Falke betonte den Wert dieser Zeitzeugenschaft, die Parallelen zwischen den politischen Spannungen der 1920er Jahre und der Gegenwart sichtbar mache.

Hintergrund zum Autor und Werk

Günter Sehrbrock wurde nach einer Maurerlehre und dem Beginn eines Ingenieurstudiums zur Wehrmacht eingezogen. Nach 20 Monaten Kriegseinsatz und über vier Jahren Kriegsgefangenschaft arbeitete er später als Bauingenieur, spezialisiert auf die Sanierung historischer Burganlagen. Nach seiner Erblindung im Alter setzt Sehrbrock seine schriftstellerische Arbeit fort, indem er Texte diktiert. Er ist Mitglied bei BLAutor, der Gemeinschaft blinder und sehbehinderter Autorinnen und Autoren. Sein literarisches Werk umfasst mittlerweile 27 Bücher, darunter der Antikriegsroman „50.000.000“.

Sehrbrock hat verfügt, dass sein literarischer Nachlass dem Archiv der Stadt Lünen übergeben wird. Exemplare seiner Werke, die er der Stadtbücherei Lünen anlässlich der Lesung schenkte, stehen dort zur Ausleihe bereit.