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Tagebuch zweier Gärtnerinnen

Wir sind Hannah Wolf und Astrid Althoff und werden Sie in den kommenden Monaten regelmäßig mit „grünen“ Themen im Vorfeld der IGA 2027 versorgen.
Als gelernte Landschaftsgärtnerin mit anschließendem Studium bin ich, Hannah Wolf, aktuell eine der Ansprechpartnerinnen
für die IGA 2027 bei der Stadtverwaltung Lünen.
Als gelernte Staudengärtnerin und ehemalige Stadtführerin der Stadt Lünen helfe ich, Astrid Althoff, Frau Wolf bei den Vorbereitungen und der Durchführung der Veranstaltung  „Tag der offenen Gartenpforte“, die die Stadt Lünen bereits 2015 einmalig durchführte.

Jetzt ist es in den Beeten oft am schönsten! Alle Stauden, auch die sommerblühenden Gräser, sind mittlerweile ausgetrieben und bescheren uns das Wuchsbild für die nächsten Wochen.

Vielleicht haben Sie es bewusst so gepflanzt, vielleicht hat Ihnen die Natur aber auch etwas dazwischen gesät. Oft trifft auch beides zu….

Ich versuche immer, Gemeinsamkeiten zwischen Pflanzen zu finden, die sie als Nachbarn verbinden.
Bei der Katzenminze (Nepeta x faasseni) und dem benachbarten Wollziest ist es das silberne Laub und die bläulich und violettfarbene Blüte in Form einer schmalen Rispe als verbindendes Element.



Bei der Kombination von Purpurglöckchen  (Heuchera „Little Cuties Blondie in Lime“) und Funkien (Hosta „Fragrant Bouquet“) waren die Blattfarben ausschlaggebend und die verschiedenen Blütezeitpunkte, um mehrfach im Jahr in diesem schattigen Beet Blüten zu sehen. Die Heuchera blühen im Mai und im September, die Hosta im Juli.


Bei der Pflanzung der Taglilien und der Benachbarung des Storchschnabels (Geranium magnificum) handelt es sich um das von Karl Förster propagierte Konzept „Harfe und Pauke“.
Etwas hohes Schlankes mit etwas niedrigem Breiten zusammenbringen. Da diese Taglilien nicht vor Juli blühen, habe ich den Randstreifen davor mit diesem im Juni blauen Geranium bepflanzt.
Es handelt sich dabei wirklich um eine sehr ausdauernde Art, die zuvor recht schattig im verwurzelten und mageren Halbschatten unter einem
alten Kirschbaum wuchs. Er war nun in die Jahre gekommen und musste aus der Lage heraus. Frisch geteilt und in gutes Substrat vor die Taglilien gesetzt iser jetzt schon wieder sehr vital ausgetrieben!


Bei dieser Pflanzung im neugestalteten Lippepark sind es keine Taglilienhalme, sonder Grashalme, die zu den Geraniumblättern kombiniert wurden.
Hier wurde Geranium renardii verwendet, eine ebenfalls im Juni blühende Sorte, die ein besonders attraktives Laub hat.


Die Gattung Storchschnabel (Geranium) kennt sehr viele verschiedene Arten, die allen Ansprüchen gerecht werden können. Besonders wertvoll sind natürlich auch die Sorten,
die nicht nur 4-6 Wochen Blüte zeigen, sondern über Monate als Kombinationspartner zur Verfügung stehen.


Geranium x oxonianum „Claridge Druce“ ist so ein Dauerblüher in rosa genauso wie Geranium „Dreamland“ und auch der Dauerbrenner Geranium „Rozanne“, früher bekannt als Sorte „Jolly Bee“ mit Blüte von Juni bis November.


Auch der Blutstorchschnabel (Geranium sanguineum) ist so ein Dauerblüher in weiß, rosa oder pink, der aber am liebsten in der Sonne wächst und von Juni bis September in üppigen Polstern blüht (hier im Lippepark).







Und hier in meinem Garten die Sorte „Elke“.






Der Frauenmantel (Alchemilla mollis) ist eine meiner Lieblingsplanzen. Das runde, wie gefaltete Blatt hat gern aufliegende Wasserperlen, und sieht immer wie frisch gewaschen aus. Die Tropfen produziert die Pflanze selbst, mittels Wurzeldruck presst der Frauenmantel wie auch die Kapuzinerkresse aufgenommenes Wasser aus den Blättern heraus.
Die zitronenfarbene Schaumblüte passt sich überall an. Alchemilla ist völlig anpassungsfähig und wächst im leichten wie im schweren Boden mit und ohne Sonne. Ist das Laub nach der Blüte stumpf und nicht mehr ganz frisch, schneidet man die gesamte Pflanze bodennah zurück. Nach 10 Tagen ist sie soweit nachgetrieben, dass sie wieder einen sehr ansehnlichen Horst gebildet hat.


Die heute vorgestellten Stauden sind allesamt polsterwachsend und damit geeignet, große Flächen attraktiv zu gestalten und auch bodenschützend einzusetzen (keine Bodenverwehungen, keine Verkrustungen) und auch Beikraut unterdrückend zu verwenden. In Gemischtpflanzungen als Kombipartner geeignet, aber auch interessant in der Monokultur und in der Randbepflanzung, um Rabatten von Wegen abzugrenzen.



 

Sehr oft, wenn die Stauden bezahlt werden, kommt die abschließende Frage:  „und wie muss ich die zurück schneiden?“

Wie fast immer im Leben, gibt es für eine Frage mehrere Antworten und allen gemeinsam ist ein Kern der Wahrheit! Ich versuche es einmal, so kurz wie möglich und so lang wie nötig zu formulieren:

Im Reich der Stauden existieren wintergrüne und nicht wintergrüne Pflanzen. 

Die wintergrünen Gattungen werden nach dem Winter nur auf Handbreite zurückgeschnitten, wenn ihr Laub Schaden genommen hat oder wenn es sich um Stauden wie die Elfenblume (Epimedium) handelt, die noch vor der Blattentwicklung im Frühjahr eine Blüte zeigen, die sonst unter dem alten Blattdach unsichtbar bliebe.
Schneidet man nichts ab, produziert die Staude frische Blätter oder Halme hinzu. Sind die alten schäbig, schaut man halt das ganze Jahr auf den Mix aus Alt und Neu. Der Pflanze schadet es nicht, nur Ihre Optik leidet.

Dann gibt es noch Stauden wie die Steinbrechgewächse, zu denen auch alle Purpurglöckchen (Heuchera) gehören und die Christ- und Lenzrosen, die wintergrün sind, zum Beginn es Frühjahrs die Vorjahresblätter nach außen auf den Boden ablegen und aus der Mitte frisches Grün sprießen lassen. Hier kann man getrost warten, bis die alten Blätter braun sind und sie dann mit der Hand entfernen. Die Pflanze gibt sie dann „frei“.

Wintergrüne Gräser wie alle Carex-Sorten (Seggen) oder die Sorten der Marbel (Luzula) werden besser von Hand gerupft, da die Schnittkanten der Resthalme bräunen.

Bei den nicht wintergrünen Stauden ist es ganz einfach:

Sofern es keine Blattkrankheiten im Sommer oder Herbst gab, die den Winter am alten Blatt überdauern und den Neuaustrieb anstecken könnten, darf alles im Beet bleiben. Zum Schutz der Staudenwurzel ist der eigene Blatthorst eine gute Winterdecke und auch Kleingetier findet hier einen vorübergehenden Unterschlupf, sofern das Rotkehlchen es nicht aufstöbert….
Im Frühjahr kann alles meist ohne Schere oder Hacke locker händisch abgeräumt werden.
Auch Fruchtstände sind für die Tiere oftmals noch eine Nahrungsquelle und zudem ist ein Stängel mit getrockneter Restblüte besser als eine kahle Fläche „Marke Gemüsebeet im Winter“.

Und dann gibt es da noch die empfindlichen Kandidaten, die einen Rückschnitt vor dem Winter mit Leben bezahlen!
Dazu gehören auf jeden Fall Gaura lindheimeri (Prachtkerze), Verbena bonariensis (Patagonisches Eisenkraut) und die winterharten Fuchsien.
Gaura und Fuchsien  bilden den grünen Trieb im Verlauf des Sommers grundständig in eine Art Holz um, aus dem in den folgenden Jahren noch Leben spriesst.
Hier darf unbedingt erst im Frühjahr geschnitten werden, wenn man anhand des Austriebes erkennt, bis wohin das Holz noch Leben hat. Der Rest kann entfernt werden.
Die Verbene ist in unseren Breitengraden selten winterfest. Das liegt weniger an der Kälte als oftmals an der Kombination kalt und nass. Nass wird ebenfalls wie bei Gaura, Fuchsie und auch der Echinacea (Sonnenhut) im Winter schlecht vertragen und führt zu einem Absterben der feinen Faserwurzel im eisigen Matsch. In der Gärtnerei haben wir eine Verbene im Fugensand vor dem Gewächshaus seit vielen Jahren stehen. Das klappt, weil es da trocken ist und die Wintersonne den Platz auch ein wenig wärmt.
Um eine kleine Kinderschar der Verbene zu erhalten, sollte man die Pflanze stehen lassen, da sich der Samen besser über den Kältereiz entwickelt.
Abschließend noch ein Wort zum Lavendel, der ja an sich ein Halbgehölz und keine Staude ist.

Der Lavendel wird bereits nach der ersten Blüte seines Lebens geschnitten, wenn die Blüte ergraut ist. Das ist in der Regel bis Mitte August der Fall.
Es wird so tief geschnitten, dass von dem diesjährigen Zuwachs nur noch ein Minimum übrig ist, also Blütenstiele plus Grün. Es ist dann noch so warm, dass er die Wunden schließen kann und neue Köpfchen bildet und heil in den Winter geht.  Sollten diese Köpfchen sehr unregelmäßig nachgewachsen sein, kann man im folgenden März/April noch etwas „Spitzen schneiden“, und die Pflanze kann sich dann unverletzt um Längenwachstum und Blütentriebentwicklung kümmern.

Dabei bitte nicht viel düngen und auch nicht viel gießen! Mit Ausnahme von Spitzentemperaturen, wo auch der Lavendel nicht mehr mithalten kann, überlässt man es der Witterung, den Lavendel zu gießen.
Es geht ihm mit Wasser und Dünger so gut, dass er nach oben ausschlägt und so viel Nadeln nach oben bildet, dass er unten für die Atmung keine mehr braucht. Und das macht ihn kahl….

Man weiß, dass alle Pflanzen auch mit den Blättern atmen und Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben. Wenn man mit dem August-Schnitt viel „Atmungsmasse“ entfernt, dann japst er bei der Wärme und -bildlich gesprochen-  schnappt er nach Luft  und produziert in kürzester Zeit auch Nadeln aus dem unteren alten Holz und das hält ihn vital und buschig.
Dieser recht scharfe Schnitt funktioniert aber nicht, wenn es kälter ist oder die Sonne schon tiefer steht. Dann kommt die Pflanze mit der Restnadelmenge aus und bildet aus dem alten Holz nichts.

Bei der Sortenvielfalt der Staudengärtnereien lohnt es sich, nach der Endgröße der Sorte zu fragen. Lavandula angustifolia „Hidcote Blue“ ist z.B. eine eher kürzere Sorte, die auch dem Provence-Lavendel sehr ähnlich ist.  Für Liebhaber der großen Pflanzen eignet sich Lavandula x intermedia „Grappenhall“, der insg. heller wächst und blüht. 

„Rittersporn kaufe ich nicht mehr. Der geht mir immer kaputt.“

So oder ähnlich fangen viele Gespräche im Verkauf an. Ich frage dann, wie und zu welcher Jahreszeit der Rittersporn gestorben ist. In der Regel hat es etwas mit der Düngergabe zu tun, die versäumt wurde, obwohl der Rittersporn ein sogenannter „Starkzehrer“ ist.
Ganz häufig höre ich dann: „Ich hab’ mal gedüngt, aber das ist schon her.“ Oder: „Das ist doch Natur, da will ich keine Chemie dran haben.“

Pflanzen sind Lebewesen und im Gegensatz zu anderen Lebewesen müssen sie niemanden töten, um ernährt zu sein.

Wie funktioniert der Stoffwechsel einer Pflanze?
Pflanzen nehmen über ihre Wurzeln Wasser, in dem gelöste Nährstoffe aus dem Boden enthalten sind, auf. -  Über die Blätter nehmen sie Kohlenstoffdioxid aus der Luft auf.
Aus Wasser und Kohlenstoffdioxid wird  Zucker und Sauerstoff. Der Zucker dient ihr sowie Tier und Mensch als Nahrung. Der Sauerstoff wird über die Blätter wieder an die Umwelt abgegeben und dient Tier und Mensch zum Atmen.
Dieser Stoffwechselvorgang wird Photosynthese genannt. Die Energie dafür liefert das Sonnenlicht, auf das die Pflanze ebenfalls angewiesen ist.

In der Natur funktioniert das allein, im Garten greift der Mensch in den Kreislauf ein.
Der Boden ist oft nicht von allein angewachsen, sondern angeschüttet, d.h. da fehlt das Bodenleben auf lange Zeit.  Es wird etwas zusammen angepflanzt, was unterschiedliche Standortansprüche hat. Starkzehrer und Hungerkünstler also. 
Es wird abgeschnitten, rausgerissen, aufgeräumt, sauber gemacht. Sprich: dem Garten wird etwas weg genommen. Aber da, wo ich etwas wegnehme, muss ich auch wieder etwas zufügen, wenn das System funktionieren soll!
Im Idealfall wird das abgeschnittene, rausgerissene, aufgeräumte Gut kompostiert und dem Garten als zersetzte Nahrung und guter Humus wieder zugeführt.
Dann hat man oft nur vereinzelt einzelnen Pflanzen etwas dazu zu geben, wenn man mit der Wachstumsleistung, Blüte oder Frucht unzufrieden ist.
Damit ist der Kreislauf dann wieder geschlossen!

„Kompost? Das ist mir zu aufwändig!  -  Da habe ich keine Lust zu. - Das stinkt doch. - Da fehlt mir der Platz. - Alles kleinschneiden? Häckseln? Schichten? - Auf so ein Ding gucken?“
O.k.. - Dann muss ich aber wissen, was ich an Nahrung zuzuführen habe, damit das Bodenleben und die Pflanzen ihrem Lebenszyklus folgen können.

Es wird ein Cocktail aus Nitrat für das Wachstum und die Bildung von Blattgrün, aus Phosphor für Blüte und Frucht und aus Kalium für die Zellstabilität benötigt.
Die meisten Pflanzen sind mit einer Zusammensetzung von N 12 + P 12 + K 17 recht zufrieden.

Die NPK-Angabe findet sich auf jedem flüssigen oder festen, organischen oder chemischen Düngerbehälter und gibt Aufschluss, ob sie sich für Ihre Zwecke eignet.
Wollen Sie super Wachstum oder sind die Pflanzen nicht richtig grün, achten Sie auf einen
höheren N-Wert, wollen Sie ganz viel Blüte, dann ist der P-Wert zu beachten. K ist wichtig, wenn es knackig und stabil sein muss.
Mit der Kombination oben sind Sie bei der Auswahl eines Mehrnährstoffdüngers immer gut dabei.

„Was ist denn besser? Fest oder Flüssig? Organisch oder Chemisch?“
Flüssig zu düngen ist immer sofort wirksam. Die Pflanze trinkt die Lösung und kann die Nährstoffe sofort umsetzen. Also eine Art Feuerwehr, wenn die Pflanze sofort Hilfe braucht oder umgehend blühen soll.
Bei den festen Düngern gibt es pulverisierte Dünger, ummantelte Körner, die sich temperatur- und feuchtigkeitsabhängig sofort oder in 3,6,9 oder 12 Monaten auflösen, oder Pellets aus Rinder- oder Pferdedung.
Feste Dünger muss das Bodenleben also erst aufspalten, bevor es in der Bodenlösung für die Pflanze verfügbar ist. Die Nährstoffzufuhr liegt also (demnächst) in der Zukunft.
Organisch sind alle Dünger, die uns die Natur zur Verfügung stellt:
Pulverisierte Düngestoffe aus Hornspänen und Gesteinsmehlen, oder aus dem Dung von Rindern oder Pferden, in welcher Form auch immer.
Sie sind grundsätzlich deutlich niedriger in der NPK-Menge, müssen also mehrfach im Jahr ausgebracht werden, damit es durchgehend Nahrung gibt.
Die chemischen Dünger sind industriell hergestellt und können aufgrund ihrer höheren Zusammensetzung nur 1-2 x pro Jahr ausgebracht werden.

„Und was nehme ich für meinen Garten? Das Angebot ist ja kaum zu überschauen.“

Ich habe für mich den goldenen Mittelweg gefunden:
Wenn im März die Forsythien blühen, ist es Zeit, das erste Mal im Jahr Nährstoffe auszubringen.
Ich verwende dafür grundsätzlich Blaukorn in N12+P12+K17. Das, was in die Mulde einer Frauenhand (Handschuhe anziehen!) passt, wird auf einen gesäuberten Quadratmeter ausgebracht, oberflächlich eingeharkt und eingeregnet.
Wenn die Spargelernte zu Johanni (24.Juni) eingestellt wird, ist es Zeit für die 2. Düngung des Jahres. Nun ist aber alles schon ausgetrieben und das Blaukorn soll nicht auf Blatt zu liegen kommen. Und es gibt auch einige Kandidaten, die mit der ersten Düngung zufrieden sind.
Da nehme ich gern einen organischen Dünger wie Pellets oder Pulver und verteile den überall in den Beeten. Er verbessert auch immer die Bodenstruktur mit und ist milder, da der Boden im Sommer doch trockener ist und die chemischen Düngesalze ihn im Sommer doch noch spröder machen können.
Einige, wie der Rittersporn oder der Eisenhut oder das Mädchenauge oder auch die öfterblühenden Rosen, sind auch damit noch nicht zufrieden. Und denen gebe ich dann ganz gezielt an die Wurzel eine Kanne Flüssigdünger mit einer erhöhten Phosphorzahl. In der Regel ist man mit einem Dünger für Beet- und Balkonpflanzen dabei gut bedient.

Und danach ist dann aber auch Schluss mit Düngen im Beet!
Sofern Sie lieber spezielle Dünger für Rosen, Tomaten, Stauden, o.ä. verwenden möchten, ist das natürlich auch gut und richtig!

Damit hätten Sie eine ganz wichtige Arbeit im März schon erledigt. Die zweite ganz wichtige Arbeit ist -spätestens jetzt- der wichtige und richtige Rückschnitt Ihrer Pflanzen.
Dazu kommen wir das nächste Mal!
 

So, das hätten wir geschafft: der Winter liegt so gut wie hinter uns!  -  Immerhin eine Woche
vom 07. Februar bis Valentin haben wir eine richtige Winterkälte verzeichnet und endlich auch eine richtig dicke Schneedecke gehabt.

Für die Pflanzen in der Natur ist der Schnee besser als blanker Frost. Stellen Sie sich das wie einen Iglu vor. Unter der Schneedecke sind die Pflanzen besser geschützt und wenn es wieder wärmer wird, sickert die Feuchtigkeit peu à peu in den Boden. Und wenn dann die Sonne, die schon Kraft hat, auf die Erde scheint, reagieren die Wurzeln der Pflanzen auf die Temperaturunterschiede mit Austrieb.
Bauernregel: Kalter Valentin, früher Lenzbeginn!

In der Januar Ausgabe haben wir ein paar Tipps zur Beetgestaltung gegeben und auch einige Pflanzen vorgestellt, die im Winter attraktiv sind. Dazu gehörte auch die Elfenblume, botanisch
Epimedium.
Jetzt werden Viele sagen: „Die immer mit ihren botanischen Namen! Für mich sind das Elfenblumen.“, Andere sagen: „Für mich sind das Sockenblumen.“ Die Gattungs-, Art- und Sortennamen sind jedoch wichtig zur eindeutigen Bestimmung, auch, wenn es um die Gestaltung im Einzelnen geht.
Die botanische Nomenklatur geht auf Carl von Linné zurück, die dieser 1753 begründet hat.
Jede Pflanze trägt einen Gattungs- und einen Artnamen, wobei der Artname die Pflanze näher beschreibt. Die Art unterteilt sich ggfls. noch in Sorten.
Bei unserem Epimedium ist dies der Gattungsname, und Arten dürften 60 - 70 verschiedene existieren.
Wir beschränken uns auf die gängigen und auch hier erhältlichen Arten und Sorten.

Epimedien zeichnet ein wundervoll filigranes, herzförmiges Blatt aus, das fest wie Papier ist, und damit auch der Schnecke nicht schmeckt. Die Blätter sind im Austrieb oft rosa überhaucht und tragen bronzefarbene Schattierungen.
Allen gemeinsam ist, dass ein Standort im lichten Schatten bevorzugt wird. Der Boden sollte durchlässig und humos sein; dann wachsen die Arten mit hoher Wuchskraft zu stattlichen Blattflächen mit 20-40cm Höhe heran. Die Blütezeitbeginn bewegt sich zwischen Anfang April und Ende Mai; flaumig behaarte und oben gekrümmte Stiele schieben sich aus der Krume nach oben und wecken die Vorfreude auf den nur kurz währenden den Blütenteppich währt jedoch nur kurz. In der Regel schauen wir ca. 14-21 Tage auf vorwiegend weiße, gelbe, cremefarbene oder zart orange an Orchideen anmutende Blüten auf zarten Stielen ohne Blatt.
Dazu ist es erforderlich, dass der Blattteppich des Vorjahres spätestens Anfang März bodennah gekappt wird (sonst treiben die Blütenstiele aus und man schneidet ihnen den Kopf ab), der Boden damit Licht und Wärme erhält und man den Austrieb der Blüte damit anreizt.
Erst nach dem Blüteaustrieb erscheinen ca. 14 Tage später frische Blatt tragende Stiele, die die Blüten sehr rasch überwachsen und damit die kurze, aber spektakuläre Blüte zur Liebhaberei werden lassen. Je größer die gepflanzte Fläche, umso eindrucksvoller ist die Wirkung.
Ausgezeichnete Sorten sind:
Epimedium x perralchicum „Frohnleiten“
Epimedium pinnatum subsp. colchicum,
Epimedium x versicolor „Sulphureum“
Epimedium x warleyense „Orangekönigin“

(Das „x“ zwischen Gattungs- und Artnamen steht dafür, dass diese Pflanze eine Hybride ist, also aus zwei vorherigen Arten entstanden ist)

Diese wintergrünen Epimedien gehören zur sog. „westlichen Gruppe“, die im Areal der Südalpen und Algerien zu finden ist. Die sog. „östliche Gruppe“ umfasst Arten aus China und Japan, die über eine mäßige Wuchskraft verfügen und i.d.R. horstig wachsen und nur sommergrün sind. Diese bringen aber zusätzliche Farben mit weiß, rosa, rot und purpur in den Garten. Sehr gut bewertete Sorten sind hier:
Epimedium grandiflorum „Akebono“
Epimedium grandiflorum „Nanum“
Epimedium x youngianum „Niveum“


Unser Tipp: wählen Sie die kurz wachsenden Sorten nur für Plätze, an die Sie sich nicht ewig herunterbeugen müssen oder die Sie im Garten besuchen müssen. Also eine halbschattige Stelle auf einer Mauerkrone ist ideal oder im Hochbeet an der Terrasse als Abschluss. Die höher wachsenden Sorten gehören als Gehölzunterpflanzung oder Ergänzung im Blattschmuckteppich in die Rabatte oder sollten für Plätze sein, die im Winter ein attraktives Blattkleid  benötigen und danach diese herrlich filigrane Blüte zeigen, bevor in der Nachbarschaft das Nächste erblüht. Auch, wenn Sie keinen humosen, gleichmäßig feuchten Boden haben: versuchen Sie es mit einer der Sorten aus der westlichen Gruppe. Geben Sie vorher und auch zwischendurch immer mal wieder reichlich gutes Substrat an die Pflanzung. Diese zeichnet sich dann nicht durch einen starken Ausbreitungsdrang aus,  wächst aber doch ansehnlich und langsamer zu einer schönen Blattfläche.

Das Thema gutes Substrat bzw. „Was dünge ich wann und womit?“  behandeln wir in der nächsten Ausgabe!
 

Im Winter sitzen Gärtner und Gärtnerin auch gern einmal in der warmen Stube und überlegen, was sie im kommenden Jahr draußen verändern möchten. Anlass kann sein, dass man nach draußen schaut und feststellt, dass der Garten im schlimmsten Fall wie ein leer geräumtes Gemüsebeet wirkt: kein Blickfang!
Nun hören wir in der Praxis immer wieder: „Ich möchte das ganze Jahr etwas blühen haben!“ Und meinen damit die Zeit von März bis Oktober; dabei ist es auch im Winter schön, ein attraktives Gartenbild zu betrachten!
Setzen Sie sich dahin, wo Sie meistens sitzen und nach draußen schauen oder gehen kritisch draußen dort vorbei, wo Sie täglich vorbeikommen und machen eine Bestandsaufnahme.

Eine gute Beetplanung für alle vier Jahreszeiten kennt verschiedene Lösungsansätze. Am einfachsten ist es, mit dem „Winterbild“ zu beginnen und das Beet dann nach Jahreszeiten peu à peu zu bepflanzen.
Sie stellen fest, dass Ihnen jetzt etwas Immergrünes im Beet fehlt?
Überlegen Sie zunächst, welche Endgröße es braucht, damit es sich in das Umfeld gut einfügt.
Danach, auf welche Form Sie gern schauen möchten: Busch, Säule, Schirm, Kugel, Formschnitt?
Möchten Sie lieber Nadeln, Blätter oder Halme?

Bei den Nadelgewächsen existieren einige Sorten, die als Zwergkoniferen gezüchtet sind und auch in ein kleines Beet passen. Pinus mugo „Mops“ oder Juniperus squamata „Blue Star" gehören z.B. dazu, da sie sehr pflegeleicht und langsam wachsend sind.

Ein interessantes Blatt hat auch der Ilex, im Volksmund auch als Stechpalme bekannt. Besonders schön ist der rote Beerenbesatz auch bei der Gattung Cotoneaster, von denen es verschiedene Arten und Wuchsgrößen gibt.
Sämtliche Rhododendren oder auch ihre Verwandten, die wintergrünen Azaleen, bringen grün ins winterliche Beet. Viele Wuchsgrößen stehen zur Auswahl sowie Sorten, die auch kalktolerant sind, die sogenannten INKARHO-Hybriden. Diese Pflanzenfamilie blüht dann zwischen Mai und Juni in verschiedenen Farben auf.

Auch bei den halmartig wachsenden Pflanzen gibt es Auswahl: Wintergrün sind im Wesentlichen Arten und Sorten der Gattungen Carex (Seggen) und Luzula (Marbeln), die aber besser halbschattig stehen und Sorten der Gattung Festuca (Schwingel), die es sonniger mögen. Natürlich funktioniert auch der Bambus, wobei darauf zu achten ist, dass es sich um eine Sorte handelt, die nicht wuchert.
Meine persönliche Favoritin ist die Luzula nivea (Waldmarbel): halbschattig wachsend, wimpernartig besetzte Halme und eine weiße Flöckchenblüte im Mai, die bis zum Frost stabil weiß bleibt und dem Gras eine gewisse Leichtigkeit verleiht. Die Blüte wird im Februar mit bloßen Händen aus dem Horst gekämmt und die abgelegten Basishalme mit einem Griff entfernt.

So gefiltert, möglichst noch mit einem Foto und der Beetgröße ausgestattet, stellt Ihnen der Baumschulgärtner und die Staudengärtnerei eine Auswahl zur Entscheidung vor.
Je nach Beetgröße und gewünschter Endgröße der Pflanze(n) werden eine bis mehrere Pflanzen benötigt. Aber bitte nicht nach dem Motto: „aus jedem Dorf ein Hund“ auswählen! Außer, Sie wollen das unbedingt so.
Wenn es schon ein Thema in Ihrem Garten gibt -z.B. Bauerngarten-, dann wählen Sie am bestem passend und in diesem Fall  keinen Schirmbambus dazu aus, weil Sie den schon immer auch toll fanden. Das zerstört den Eindruck!
Ein gut gewähltes Gehölz kann Ihnen umgedreht auch zum Thema verhelfen, weil es als eine Art Hauptdarsteller auf Ihrer Bühne Garten fungiert.

Sie möchten doch nichts Immergrünes für das Winterbild, sondern lieber einen Winterblüher ohne Blatt? - Dann sind z.B. die Zaubernuss, der Duftschneeball, die Winterkirsche oder der Winterjasmin das Richtige für Sie.
Sie wollen Alles? - Die Kamelie, die Skimmie und der wintergrüne Schneeball sind wintergrün und winterblühend.

Sobald Sie das Gehölz ausgewählt haben, geben Sie diesem eine kleine Hofgesellschaft als Begleitung dazu. In Form eines Halbmondes davor, oder als geschlängeltes Band von der Seite  her kommend oder als Teppich rundherum. Für das Winterbild darf es gern etwas sein, das auch im Winter blüht oder ein attraktives Blatt hat. Im schönsten Fall kombinieren Sie kleine Zwiebeln mit flach wachsenden Stauden, die dann zu einem zweiten Zeitpunkt im Jahr das Gehölz noch einmal betonen.

Als Zwiebeln eignen sich z.B. Schneeglöckchen (Galanthus), Winterlinge (Eranthis), Blausternchen (Scilla), frühe, kurze Narzissen und obenauf gepflanzt funktionieren Polsterglockenblumen (Campanula), wintergrüne Farne, Frauenmantel (Alchemilla), Schneeheide (Erica) und Christrosen (Helleborus). Auch die Gattung der Elfenblumen (Epimedium) hat interessante Größen und Blütefarben zu bieten.
Die Gehölze und auch die Stauden können ganzjährig - bis auf die Frostperiode und die große Sommerhitze - gepflanzt werden. Die kleinen Zwiebelgewächse kann man gut blühend pflanzen, so spart man sich Enttäuschungen, da diese als Zwiebel sehr frisch gesetzt werden sollten und schon mal zu lange liegen, bevor sie wieder in den Boden kommen.

Für die weiteren Jahreszeiten kann man entweder warten und dann pflanzen, wenn man blühende Ware bekommt. Das ist einfacher, weil man dann meist weiß, auf was man schauen möchte
(Lieber gelb 40 cm hoch oder rosa 80 cm hoch, buschig oder schlank?) oder man plant am Papier oder einem Foto des Beetes vom letzten Sommer.

Leichter ist es immer, eine Fläche mit größeren Gruppen einer bis max. fünf verschiedenen Pflanzen zu bestücken. Das bringt Ruhe und Harmonie. Je kleinteiliger die Pflanzung gerät, umso schwieriger ist die Planung und auch später die Pflege.

Juni
Die Bauarbeiten im Volkspark sind vollständig abgeschlossen. Am 12.06 wird der Park für die Öffentlichkeit freigegeben.

April
Die Bauarbeiten im Volkspark haben Anfang April begonnen. Die WBL ist mit der Pflanzung heimischer Gehölz entlang des Schwansbeller Weges gestartet. Die Standorte für die Sportgeräte werden  für die Aufstellung der Sportgeräte vorbereitet. Die am östlichen Rand des Parks befindliche Goldrutenflur ist abgeschält worden. Im nächsten Schritt wird Mutterboden aufgebracht, geebnet und neu eingesät.

Januar
Im Zuge der IGA 2027 saniert die Stadt Lünen nicht nur die Halde Victoria I/II, sondern auch die in die Jahre gekommenen Parkanlagen. Hierzu zählen unter anderem der Volkspark und Schlosspark Schnwansbell. Im Frühjahr diesen Jahres startet die Sanierung des Volksparks Schwansbell.

Volkspark Schwansbell
Der Volkspark Schwansbell, eine Anlage aus den zwanziger Jahren des vorherigen Jahrhunderts, hat durch erhebliche Bergsenkungen sowie durch zurückhaltende Pflege sein Erscheinungsbild als Parkanlage fast gänzlich verloren. Einige Rudimente, wie z. B. Brückenbauwerke ohne Gewässer, wenige Ziergehölze oder ein dichtes, aber nahezu funktionsloses Wegesystem, lassen noch die alte Funktion erahnen. Der Park entwickelte sich zunehmend naturnah. Die natürliche Waldsukzession ist in den letzten Jahrzehnten vorangeschritten und hat einen kleinflächigen natürlichen Stadtwald entwickelt. Als Leitbaumarten lassen sich im Süden Quercus robur und im Norden Fagus sylvatica nennen.  Dadurch hat sich eine für den urbanen Ballungsraum seltene Avifauna etabliert.
In Zusammenarbeit mit fachkundlichen Ehrenamtlichen ist ein stimmiges Gesamtkonzept für die zukünftige nachhaltige Entwicklung des Volksparks Schwansbell erarbeitet worden: Im Volkspark soll der Waldcharakter erhalten und durch einen Trimm-Dich-Pfad für den Nutzer erlebbar gemacht werden. Von Pflegeschnitten und ergänzenden Gehölzpflanzungen innerhalb des Waldes wird abgesehen. Die natürliche Waldsukzession soll sich weiterentwickeln und mit der Natur als Architekt gestalten. Die erforderlichen Eingriffe sollen die vorhandenen Ökosysteme schützen und in der natürlichen Weiterentwicklung unterstützen.

Dieses Projekt wird von der Bezirksregierung Arnsberg aus Mitteln des Ministeriums für Umwelt, Landwirtschaft, Naturschutz und Verbraucherschutz des Landes NRW gefördert.