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Seepark

Der Seepark Lünen, entstanden aus der 1996 durchgeführten Landesgartenschau Lünen ist mit ca. 65 Hektar Fläche der größte Park in Lünen. 
Er wird ergänzt durch den Schloßpark Schwansbell mit ca. 7 Hektar, die Klärschlammteiche des Lippeverbandes mit ca. 4 Hektar sowie die Preußenhalde, eine ca. 80 Jahre alte Bergehalde der Zeche Viktoria mit ca. 14,2 Hektar.
Der Park wird jährlich von ca. 250.000 Gästen aufgesucht; Hauptnutzung ist der Badebetrieb.
Weitere sportliche Betätigungsmöglichkeiten bietet der Park in Form einer 10 Loch Disc-Golf-Anlage. Ziel dieser Trendsportart ist es, von einem festliegenden Abwurfpunkt aus eine Frisbeescheibe in einem Metallkorb zu versenken. Die Anlage wird von dem Verein DiscGolf Lakers e.V. Lünen betreut.
Der Park ist öffentlich zugänglich. Eintritt, auch für den Badebereich wird nicht erhoben.
 

Vorgeschichte des Seeparks
Das Urgelände des heutigen Seeparks zeigte die für die Industrieregion Ruhrgebiet typischen Merkmale, Bergsenkungen bis 12 m, Deponien, Bergbaufolgenutzungen wie Schrottverwerter, eingedeichte Flüsse und Wasserstraßen.
Die Entwicklungstendenz der umliegenden Stadtteile war wenig zufriedenstellend, wer es sich leisten konnte, zog in die nördlichen Wohnquartiere.
Ökologisch interessante Bereiche lagen als „Planungsreste" isoliert am Rand des Gebietes.
Aus der Sicht der Freiraumnutzung sowie aus ökologischer Sicht war das Gelände unbedeutend.

Erreichbarkeit und Parkplätze
Die für den Seepark angebotenen Parkplätze haben genügend Stellflächen, sind jedoch ca. 750 m bzw. 1.400 m vom Kerngelände des Seeparks entfernt.
Ein Leitsystem führt von den Stadtzufahrten zu den gebührenfreien Plätzen. Im direkten Einzugsbereich des Parks und in den Wohnquartieren gibt es keine Parkplätze.
Am südlichen Parkeingang können PKW vorfahren, Mitfahrer, Bade- und Grillutensilien absetzen und den PKW auf einem der Stellplätze parken.
Der Park ist durch ÖPNV, Bundesbahn in ca. 1200 m Entfernung, Bushaltestellen in ca. 300 m Entfernung sowie durch ein umfangreiches Fuß- und Radwegenetz aus allen Stadtteilen und der Umgebung erreichbar.
Am nördlichen Parkrand berührt der Emscherpark-Radweg das Gelände. Der Hauptweg 1 des Seseke-Landschaftsparkes ist die östliche Radwegeanbindung vom Park in die Nachbarstädte Kamen und Bergkamen.

Die Bereiche des Seeparks

Der Horstmarer See ist eine Badestelle, keine klassische Badeanstalt. Badeanstaltstypische Einrichtungen wie Umkleidekabinen oder eine Badeaufsicht gibt es daher nicht. Aufgrund des großen Besucherzuspruches wird neben den Anlagen im Seekiosk eine öffentliche Toilettenanlage am südlichen Haupteingang unterhalten.

Rd. 4 Hektar Badebereich, ca. 3.500 m² Sandstrand und etwa 2,5 Hektar Liege- und Spielwiesen mit Baumgruppen werden bei schöner Wetterlage von 2.000 bis 5.000 Menschen aller Altersstufen pro Tag besucht.
Baum- und Strauchbestand entsprechen einer klassischen Parkvegetation. Nutz- und Papierbirken, Fächerblattbäume, Tulpenbäume, Sumpfeichen etc. bilden den lockeren Hauptbaumbestand. Flächig gepflanzte Zwergweiden strukturieren das Gelände mit den Liegebereichen. Das in Teilen bewegte Relief der großzügigen Rasenflächen schafft kleinere, intime Aufenthaltsflächen. Die ebenen Rasenflächen werden für Ballspiele oder zum Drachenfliegen genutzt.

Der Sandstrand mit seinem flachen Ufergefälle ist für Familien mit kleinen Kindern geeignet. Am Rand des Sandstrandes liegt als Wasser- und Sandspielbereich die Kaskade, ein künstlicher Bachlauf, durch eine Umwälzpumpe mit Seewasser gespeist sowie der See-Kiosk. Der naturnahe Bereich mit seinem Schilfgürtel dient der Sauberhaltung des Gewässers und sollte nicht betreten werden.

Grillen ist am Horstmarer See kostenfrei in einem eingezäunten Bereich gestattet. Ein weiterer Grillbereich, von Hecken eingefasst, kann für besondere Feiern angemietet werden.
Für beide Bereiche gibt es eine Sperrstunde. Zum Schutz der Anwohner müssen Grillfeste um 18 Uhr enden.

Die Bereiche sind angelegt als klassische ein-/zweischürige Streuobstwiesen der traditionellen Landwirtschaft. Ihre Bedeutung liegt im Erhalt alter Obstsorten, als Lehrfläche für Gartenbesitzer und Kleingärtner sowie im ökologischen Potenzial dieser Biotoptypen.

Gepflanzt wurden ca. 290 Obstbäume als Hochstämme in insgesamt 42 unterschiedlichen Sorten. Die Bäume werden abgewildert. Es erfolgt kein Kronenrückschnitt, Totholz wird toleriert.
Das Obst kann von allen Besuchern geerntet werden. Die Wiesenflächen haben sich zu einer typischen Glatthaferwiese entwickelt. Die Hauptstaudenarten sind Wucherblumen, Flockenblume und Wiesenstorchschnabel.

Weite Teile des Gartenschaugeländes waren aufgrund der Bergsenkungen bis zu 12 m abgesunken. Der Datteln-Hamm-Kanal und die Seseke mussten zur Beibehaltung der Wasserspiegelhöhe bzw. der Sicherung des Wasserabflusses angehoben und eingedeicht werden. Damit Kanalschiffe passieren können, wurde die Brücke mit ihren Wegeanschlüssen auf eine zukünftig sicher scheinende Höhe gebracht.

So entstanden drei Dämme des "Horstmarer Lochs", einem der Tiefpunkte des abgesunkenen Bereichs. Die Aufschüttung der Seseketangente als viertem Damm verstärkt bewusst den "Loch-Charakter". Bergbauliche Einwirkungen werden zur anschaulichen und unverwechselbaren Landschaftsgestalt.

Schwarze Steinschüttungen erinnern an Bergehalden. Durch die steilen Böschungen wird das Ausmaß der Senkungen spürbar. Teile der Schüttungen sind mit den haldentypischen Gehölzgattungen Birke und Sommerflieder bepflanzt.
Ein dunkler Riss läuft durch das Loch. Er symbolisiert die durch bergbaulichen Einwirkungen entstandenen Geländeverschiebungen und Brüche auf der Erdoberfläche.

Das Horstmarer Loch ist auch Veranstaltungsort. Aufführungen finden auf der ringförmigen Felsenbühne statt. Für die Zuschauer wurden Rasensitzstufen in den gegenüber liegenden Böschungen angelegt.

Der Name des Bereiches resultiert aus der alten industriellen Nutzung. Bis in die 60er Jahre wurden hier die Grundstoffe für die Ziegelherstellung gewonnen und vor Ort verarbeitet. Nach der Stillegung verfiel die Anlage. Die Flächen wurden zur Müllablagerung genutzt, eine offene Bauschuttdeponie rundete den Gesamteindruck ab.
Noch vor 25 Jahren war dieses Gelände eben. Das Ausmaß der bergbaulichen Einwirkungen ist gut ablesbar am Höhenverlauf des Sesekedeiches, der diesen Parkteil im Norden begrenzt.
Im Bereich des Pumpwerkes Horstmar erhebt sich der Deich fast 10 Meter über das Geländeniveau. Hier ist der tiefste Punkt der Bergsenkungen erreicht.
Richtung Osten wird der Deich immer flacher, bis er fast nur noch als leichte Erhebung im Gelände zu erkennen ist.
Entsprechend steigen das Gelände und der Weg zwischen dem Pumpwerk und der alten Ziegelei um etwa 11 m an. Die Landesschule der Kleingärtner markiert den Randbereich des Senkungstrichters.
Die topografischen Besonderheiten der Bergbaulandschaft und des Geländes kommen im Bereich der Deiche, Brücken und Wege besonders gut zur Geltung.
Das Gelände ist Poldergebiet. Es wird künstlich über Pumpen entwässert.

Die heutige Parknutzung hat drei Schwerpunkte. So ist zum einen die kleingärtnerische Nutzung durch die Kleingartenanlage "Alte Ziegelei" mit 22 Parzellen sowie durch die Landesschule der Kleingärtner des Landesverbandes Westfalen und Lippe der Kleingärtner e.V. mit umfangreichen Schaugärten zu nennen. Ferner die ausgedehnte Streuobstwiese als Bindeglied zwischen dem städt. Bereich, dem urbarnem Grüns des Zentralparks und der "freien" Landschaft des Seseke- Landschaftsparks.