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Vom Tellerwäscher zum Millionär - neu interpretiert (und mit weniger Geld am Ende)

Hallo!

Ich heiße Maybrit und ich bin seit September 2018 die Bufdi der Stadtbücherei.

Um einen Einblick in meine Zeit als Bufdi zu gewähren, habe ich ein paar meiner Erfahrungen zusammengefasst:

Als ich 6 Jahre alt war, betrat ich zum ersten Mal die Bücherei. In den folgenden Jahren stattete ich ihr alle paar Wochen einen Besuch ab, sobald ich einen neuen Vorrat an Büchern, Filmen und CDs benötigte.
Mit 15 Jahren kam ich dann einmal in der Woche für zwei Stunden, um zurückgegebenen Hör- und Lesestoff wieder in die Regale einzustellen.
Und seit 9 Monaten findet man mich hier als „Bufdi“ von Montag bis Freitag. 

Da ich die Vorstellung, im Studium schon wieder für Klausuren lernen zu müssen, schrecklich fand (wenn ich überhaupt gewusst hätte, was ich studieren will), entschied ich mich für einen BFD.
Die Stelle in der Bücherei bot und bietet mir die Chance, die Bücherei ein Jahr lang aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten und einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Einen neuen Blickwinkel habe ich tatsächlich bereits seit dem ersten Tag, denn ich arbeite nun größtenteils in einem Büro über der Bücherei und auch Bücher und Co. habe ich nur noch selten eingestellt.  

Stattdessen entwerfe ich Plakate und Flyer, aktualisiere unsere Homepage, sammle Ideen für neue Veranstaltungskonzepte, plane meine eigene Veranstaltung, bearbeite Bilderbücher für unser Bilderbuchkino, dekoriere das Schaufenster neu – all das, was man unter der Überschrift „Kontakt-, Öffentlichkeits- und Veranstaltungsarbeit“ zusammenfassen kann.  

Wenn ich nicht im Büro bin, findet man mich in der Regel unten in der Bücherei. Dann beaufsichtige ich zum Beispiel das Kinderkino, verstecke Diamanten für eine Klassenführung oder spiele Werwölfe von Düsterwald.
Oder ich verteile in der Stadt Flyer und Plakate, erledige Dinge im Rathaus oder kaufe Bastelmaterial ein.

Meinen typischen Arbeitstag zu beschreiben wäre also sehr schwierig, weil es diesen eigentlich gar nicht gibt; von Zeit zu Zeit könnte ich nicht einmal sagen, was ich am nächsten Tag machen werde.
Dafür erwarten mich jeden Tag andere (neue) Aufgaben, immer mal wieder schnuppere ich in andere Bereiche rein und ich darf zudem nicht nur viel Verantwortung übernehmen, sondern auch meine eigenen Ideen einbringen.

Lange Rede, kurzer Sinn: das Wort „Eintönigkeit“ ist mir in den letzten 9 Monaten nie in den Sinn gekommen. Und ich freue mich schon auf den Sommerleseclub und alle weiteren Aufgaben, die die nächsten 3 Monate bereithalten werden.