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Hansetransformation

Harald K. Schulze, Frankfurt/Oder (Deutschland)

Für das Lüner Thema stellt Harald K. Schulze den alten Handelsverbund dem modernen Europa gegenüber. Schulze zitiert die unterschiedlichsten Stile der Kunstgeschichte, er beherrscht sie technisch verblüffend, on altmeisterlich, surrealistisch, abstrakt oder Pop-artig. Das hinterlässt auf Anhieb einen chaotischen Eindruck beim Betrachter, erschließt sich bei näherem Hinsehen aber als erkennbare Szenerie.

In der linken Bildhälfte sitzen Menschen. "Sie machen eine Art Brüdermahl, wie es bei der Hanse hieß", erklärt Schulze. Spruchbänder mit Sätzen über den freien Handel und freie Städte umrahmen sie. Ein großer Fischkopf schiebt sich ins Bild als Hinweis darauf, dass Frankfurt einst wichtig für den internationalen Handel mit Heringen gewesen ist. Das Segel der Hansekogge weht aus dem Hintergrund. In der rechten Bildhälfte bringt Schulze Motive aus dem Reich der Technik unter, die er mit dem heutigen Europa verbindet. "Das könnten eine Kardanwelle oder ein Transformer sein", so der Maler. Eine Roland-Statue soll auf das Stadtrecht und die freie Bürgerschaft hinweisen. Sie verbindet die Bildhälften.

Text: Barbara Höpping
Quelle: Katalog "Das Lüner Hansetuch" - Förderverein für Kunst und Kultur Lünen e.V., 2017

 

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