Online-Services

Ausstellung: "Trotz(t) Corona"

Auch in Corona-Zeiten will die Stadt Lünen der Kunst und den Kunstinteressierten aus Lünen ein Forum bieten. Dazu wurde die Ausstellung "Trotz(t) Corona" ins Leben gerufen: Vom 14. Februar bis zum 27. März werden Kunstwerke von sieben Künstlerinnen und Künstlern des Atelierhauses Lünen im Hansesaal ausgestellt. Das Besondere: Sie können von außen durch die Fenster des Saals betrachtet werden.

Unter den ausgestellten Stücken vertreten sind konkrete Kunst, abstrakter Expressionismus und figürlich-gegenständliche Malereien. Inhaltlich setzen sich die Künstlerinnen und Künstler zum Teil auch mit der Corona-Pandemie auseinander. Alle im Hansesaal gezeignten Werke und Informationen dazu sind auf dieser Seite zusammengestellt.

Jutta Arendes, "Erstarrung"

Diese expressive Malerei zeigt einen Mann auf einem Stuhl in einer starren Körperhaltung. Erstarrung als einzige Reaktion eines Menschen auf die aktuelle Pandemie, in der weder Flucht noch Gegenwehr einen Ausweg darstellen. Diese Arbeit entstand im Lockdown des dritten Quartals 2020. Sie zeichnet sich durch einen pastosen Farbauftrag aus, der im Gegensatz zu den zeichnerischen, feinen Linien steht, die der Figur Halt geben. Augenscheinlich ist der Kontrast der wenigen, leuchtenden Farbakzente als Hoffnungsschimmer zu den gedeckten Farbtönen des erdrückenden, pandemischen Raumes zu sehen.

Jutta Arendes - Erstarrung
Jutta Arendes, "Erstarrung"

Doris Behrens, "Wolf"

Das realistisch gemalte Bild zeigt einen im Schnee laufenden Wolf als Sinnbild der Wildheit und des Einsamen weit entfernt von der menschlichen Zivilisation mit ihrem pandemischen Schrecken. Das Gemälde mag eine Sehnsucht nach unberührter Natur und dem romantisierenden Leben in ihrauslösen, wie es im Buch Henry David Thoreaus aus dem Jahr 1854 über sein zeitweiliges Leben als Aussteiger, das zum "Klassiker aller Alternativen" wurde, beschrieben ist.

Doris Behrens - Wolf
Doris Behrens, "Wolf"

Uwe Gegenmantel, "Jalousie"

Die Malerei gewährt einen Blick durch eine Jalousie zu einer Außenwelt, einer kaum erkennbaren anderen Situation, die ein Schloss, ein Motorrad und eine Frau darstellt. Der Maler und der Betrachter können diese Welt draußen ebenso wenig erreichen wie die meisten Menschen in Zeiten des Lockdowns ihre Außenkontakte. Zum Trost bleiben die innere Welt der Phantasie und darin Geborgenheit.

Uwe Gegenmantel - Jalousie
Uwe Gegenmantel, "Jalousie"

Jürgen Kurschinski, "Feuerpferd"

Es stammt aus der chinesischen Astrologie. Damit werden dem Feuerpferd Eigenschaften wie dem Pferd zugeschrieben, nur in weit ausgeprägterem Maße. Es ist tüchtiger, fleißiger, geschickter, begabter und unabhängiger,  aber auch egoistischer,  leidenschaftlicher, rücksichtsloser und kann mit seiner Wildheit großes Unheil anrichten. Element Feuer kombiniert mit dem Pferd ergibt eines der dynamischsten, heißblütigsten Wesen des chinesischen Tierkreises. Diese Wildheit expressiv darzustellen war die Intention bei dieser Malerei.

Jürgen Kurschinski - Feuerpferd
Jürgen Kurschinski, "Feuerpferd"

Ria Maris, "Axis Mundi"

Das Gemälde nimmt Bezug auf mythologische Darstellungen aus Renaissance und Barock und der symbolischen Trennlinie zwischen Himmel und Erde. Auch fließt die Philosophie Heideggers in ihre Arbeit, die ursprüngliche Einheit beschreibt, in der Erde und Himmel das Sterbliche und Unsterbliche symbolisieren. Axis Mundi, die Weltachse, wirkt in dem Bild wie ein Portal, das den Übergang zwischen Menschlichem und dem Unbekannten darstellt und somit aktuell das Problemfeld Corona-Virus tangiert.

Ria Maris - Axis Mundi
Ria Maris, "Axis Mundi"

Uli Roters, "Regatta - surreal"

Dieses Bild erinnert im ersten Moment an ein EKG, ein Elektrokardiogramm. Somit könnte der Titel "Regatta – surreal" ein Rennen um die Beherrschung von Herzrhythmusstörungen analog zu den täglichen Corona-Schreckensmeldungen beschreiben. Eine Regatta surreal des sich auf den meisten Kanälen einheitlich wiederholten Mainstreams der herzbelastenden Ungewissheit.

Uli Roters - Regatta – surreal
Uli Roters, "Regatta - surreal"

Reinhard Wiefel, "Absturz"

Inspiriert durch abstrakten Expressionismus, Bauhaus und den eigenen intuitiven Surrealismus entstand dieses in zwei Teile zerschnittene Kunstwerk. Darstellung von Emotionen, Gedanken- und Freiheitsentzug in dieser aktuellen Zeit. Eine manipulierte Welt. Gesteuert und abwärts driftend, endend im Crash, sich klammernd an bekannte, bisher sichere Strukturen und eine immer schmaler werdende persönliche Freiheit.

Reinhard Wiefel - Absturz I und Absturz II
Reinhard Wiefel, "Absturz I und II"