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Gott

Schauspiel von Ferdinand von Schirach

im Rahmen von Europas größtem internationalem Krimifestival "Mord am Hellweg X"

Mittwoch, 19.10.2022, 20 Uhr
Einzelkarten 14 bis 23 € ab 02.08.2022

EURO-STUDIO Landgraf

Nach "Terror" kommt nun der zweite Teil der Trilogie von Ferdinand von Schirach über brennende gesellschaftspolitische Fragen auf die Bühne:

Wie wollen wir leben – und wie wollen wir sterben?
In seinem zweiten Theaterstück widmet sich Bestseller-Autor Ferdinand von Schirach erneut einem Thema von höchster gesellschaftspolitischer Brisanz und stellt eine zentrale Frage in Bezug auf die menschliche Freiheit und Selbstbestimmung: Darf man jemandem bei einer Selbsttötung helfen? Seit dem neuen Gerichtsurteil des Bundesverfassungsgerichtes vom Februar 2020, das den bestehenden Paragrafen 217 des Strafgesetzbuches für verfassungswidrig erklärt hat, erscheint diese Frage vermehrt in den Schlagzeilen und wird kontrovers in der Öffentlichkeit diskutiert.

Am Ende des Theaterstückes entscheidet das Publikum, und zwar über einen konkreten Fall: Richard Gärtner, 78 Jahre alt, will sich das Leben nehmen. Um dies für seine Begriffe würdevoll tun zu können, fordert er das Betäubungsmittel Pentobarbital, das ihm nur eine Ärztin oder ein Arzt geben kann. Soll er es bekommen?
Zuvor erlebt das Publikum, wie in einer Sitzung des Ethikrats rechtliche, moralische, politische, christliche und persönliche Aspekte dieses hochaktuellen Themas zur Sprache kommen und darum gerungen wird, den richtigen Weg zu finden. In dieser Frage stehen zwei Prinzipien gegeneinander, die beide grundlegend unsere Gesell­schaft charakterisieren: Das Selbstbestimmungsrecht der und des Einzelnen auf der einen Seite und der Schutz des Lebens sowie die Verantwortung und Fürsorge gerade gegenüber jemandem, die oder der Unterstützung braucht, auf der anderen Seite.

Das EURO-STUDIO Landgraf hat sich mit seiner vielgelobten Inszenierung dem Uraufführungsreigen dieses neuen Stückes von Ferdinand von Schirach angeschlossen, das am 10. September 2020 zeitgleich am Düsseldorfer Schauspielhaus und am Berliner Ensemble herauskam, innerhalb von nur einer Woche an drei weiteren Theatern Premiere feierte und parallel dazu ebenfalls als Buch und als Hörspiel erschien. Der Regisseur Miraz Bezar sorgt dafür, dass sein hochkarätiges Ensemble nicht nur kompetent diskutiert. Indem die Konfliktlinien immer wieder persönlich ausgeleuchtet werden, erlebt das Publikum auch die menschliche Dimension dieser existentiellen Fragen hautnah.

Dieser Abend hinterlässt tiefe Eindrücke. Oftmals verlässt das Publikum das Theater in angeregter Diskussion. Wie die Zuschauerinnen und Zuschauer an welchem Abend abgestimmt haben, wird bundesweit übrigens veröffentlicht: Auf der Website gott.theater trägt der Bühnenverlag Kiepenheuer sämtliche Ergebnisse sämtlicher Theaterabende anschaulich auf einer Europakarte zusammen.