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Was ist eigentlich Europa?

Die Europäische Union ist eine einzigartige wirtschaftliche und politische Vereinigung von 28 europäischen Ländern, die zusammen einen großen Teil des europäischen Kontinents ausmachen.

"Die Völker Europas sind entschlossen, auf der Grundlage gemeinsamer Werte eine friedliche Zukunft zu teilen, indem sie sich zu einer immer engeren Union verbinden.

In dem Bewusstsein ihres geistig-religiösen und sittlichen Erbes gründet sich die Union auf die unteilbaren und universellen Werte der Würde des Menschen, der Freiheit, der Gleichheit und der Solidarität. Sie beruht auf den Grundsätzen der Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit. Sie stellt den Menschen in den Mittelpunkt ihres Handelns, indem sie die Unionsbürgerschaft und einen Raum der Freiheit, der Sicherheit und des Rechts begründet.

Die Union trägt zur Erhaltung und zur Entwicklung dieser gemeinsamen Werte unter Achtung der Vielfalt der Kulturen und Traditionen der Völker Europas sowie der nationalen Identität der Mitgliedstaaten und der Organisation ihrer staatlichen Gewalt auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene bei.

Sie ist bestrebt, eine ausgewogene und nachhaltige Entwicklung zu fördern und stellt den freien Personen-, Dienstleistungs-, Waren- und Kapitalverkehr sowie die Niederlassungsfreiheit sicher."

Die EU baut auf diesen Zielen und Werten auf, die im Vertrag von Lissabon und in der Charta der Grundrechte der Europäischen Union festgelegt sind.

Mehr über Ziele und Werte der EU

Quelle: www.europa.eu

Die Geschichte Europas

17. März 1948
Unterzeichnung des Brüsseler Pakts zwischen Belgien, Luxemburg und den Niederlanden.

5. Mai 1949
In London wird der Europarat zwischen Belgien, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden,  Norwegen und Schweden gegründet. Erste Mitglieder verlangen eine politische Institution auf europäischer Ebene.

9. Mai 1950
Der französische Außenminister Robert Schumann schlägt einen Kooperationsvertrag der westdeutschen Stahl- und Kohleindustrie vor.

18. April 1951
In Paris wird der Gründungsvertrag zur Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) zwischen Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden unterschrieben.

27. Mai 1952
Die “Sechs” (Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und Niederlande) unterzeichnen den Vertrag zur Gründung der Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG).

8. Dezember 1955
Festlegung des Europarat-Emblems: Zwölf goldene Sterne auf blauem Hintergrund.

25. März 1957
Unterzeichnung der Römischen Verträge, Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) sowie der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM) durch die “Sechs”.

18. Juli 1961
Willensbekundung der sechs Staats- und Regierungschefs nach einer politischen Union auf einem Gipfeltreffen in Bonn.

14. Januar 1963
Frankreichs Staatspräsident Charles de Gaulle erhebt Zweifel gegenüber dem Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Europäischen Gemeinschaft.

1. Juli 1967
Die Europäischen Gemeinschaften (EGKS, EWG, Euratom) erhalten erstmals einen Rat und eine Kommission.

24. April 1972
Erste Ideen zu einer gemeinsamen Währung für die Europäischen Gemeinschaften werden öffentlich.

1. Januar 1973
Dänemark, Irland und das Vereinigte Königreich treten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft bei, deren Mitgliederzahl damit auf neun ansteigt.

7.-10. Juni 1979
Erstmals finden direkte Wahlen des Europäischen Parlaments statt. Die Abgeordneten werden somit nicht mehr von den nationalen Parlamenten entsandt, sondern direkt von den Bürgerinnen und Bürgern gewählt.

1. Januar 1981
Beitritt Griechenlands zur EWG.

1. Januar 1986
Beitritt Spaniens und Portugals zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft, die jetzt über 12 Mitgliedsstaaten verfügt.

15. Juni 1987
Start des ERASMUS-Programms, das Studierenden die Möglichkeit eines Auslandsstudiums von bis zu einem Jahr gibt. Benannt nach dem Humanisten Erasmus von Rotterdam ist der Name auch eine Abkürzung für “EuRopean Action Scheme for the Mobility of University Students”.

Oktober 1990
Nach dem Fall der Berliner Mauer werden die neuen Bundesländer der EG angegliedert.

7. Februar 1992
Der “Vertrag über die Europäische Union” wird unterzeichnet. Damit trägt die EG von nun an den offiziellen Titel “Europäische Union”. Daran geknüpft sind Festlegungen zu einer gemeinsamen Währung, zur Außen-, Sicherheits-, Innen- und Justizpolitik.

1. Januar 1995
Finnland, Österreich und Schweden treten der Europäischen Union bei.

26. März 1995
Das “Schengener Abkommen” tritt in Kraft und ermöglicht Reisenden, sich in Belgien, Deutschland, Frankreich, Luxemburg, den Niederlanden, Portugal und Spanien ohne Grenzkontrollen zu bewegen.

17. Juni 1997
Unterzeichnung des Vertrages von Amsterdam zur Umstrukturierung von EU-Institutionen in Vorbereitung auf die anstehenden Neubeitritte.

1. Januar 1999
In Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Spanien wird der Euro als “Buchwährung” eingeführt, d.h. Wechselkurse werden festgelegt, Bargeld ist jedoch noch nicht in Umlauf.

1. Januar 2002
Der Euro wird mit Münzen und Banknoten schließlich auch als bares Zahlungsmittel in Umlauf gebracht.

1. Mai 2004
Mit Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, der TschechischenRepublik, Ungarn und Zypern treten acht weitere Staaten der Europäischen Union bei. Bulgarien, Rumänien und die Türkei sind Beitrittskandidaten.

1. Januar 2007
Die bisherigen Beitrittskandidaten Bulgarien und Rumänien treten der EU bei. Damit erreicht die Mitgliederzahl ihren aktuellen Stand von 27.

13. Dezember 2007
Die Mitgliedsstaaten unterzeichnen den Vertrag von Lissabon, der auf mehr Demokratie, Transparenz und Effizienz der EU abzielt. Er verleiht der EU ebenso mehr Befähigung zur Behandlung akuter Themen wie Klimawandel und Sicherheit.

September 2008
Die europäische Wirtschaft wird von einer starken Krise getroffen, die ihren Ursprung in den Vereinigten Staaten hat. Infolgedessen arbeiten die europäischen Staaten in wirtschaftlicher Hinsicht enger zusammen. Im Verlauf der Eurokrise werden milliardenschwere Rettungsmaßnahmen für angeschlagene Staaten (Griechenland, Irland, Portugal, usw.) ergriffen.

1. Dezember 2009
Nach Ratifizierung durch alle 27 EU-Staaten tritt der Vertrag von Lissabon in Kraft.

17. Januar 2012
Der deutsche Martin Schulz wird Präsident des Europäischen Parlaments.

22. Januar 2013
Bei den Finanzministern der EU-Mitgliedsstaaten herrscht Konsens über eine Finanztransaktionssteuer für 11 europäische Länder.

1. Juli 2013
Kroatien tritt der Europäischen Union bei.

Quelle: www.europe-direct-dortmund.de

Institutionen

Europäisches Parlament

Das Europäische Parlament ist die Bürgerkammer der Europäischen Union. Es wird alle 5 Jahre in direkten Wahlen neu gewählt und versammelt zu seinen Sitzungen 751 Abgeordnete. Das Parlament repräsentiert damit direkt die Interessen der europäischen Bürgerinnen und Bürger. Gemeinsam mit dem Rat der Europäischen Union stellt das Parlament die gesetzgebende Gewalt der EU dar. Die Hauptaufgaben des EP liegen in der Diskussion und Verabschiedung neuer Gesetzestexte, der Kontrolle anderer EU-Institutionen (bspw. der Europäischen Kommission) sowie der Diskussion und Verabschiedung des EU-Haushalts. Das Parlament steht derzeit unter der Leitung seines Präsidenten Martin Schulz.

Europäischer Rat

Der Europäische Rat ist die Versammlung aller Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Auf vier jährlichen Gipfeltreffen legen die Mitglieder wichtige politische Ziele fest und diskutieren neue Initiativen. Dabei hat der Europäische Rat keinerlei Befugnis über die Rechtsprechung. Sitzungen des Rates werden begleitet durch den Kommissionspräsidenten, den Präsidenten des Europäischen Rates sowie die Hohe Vertreterin der EU für Außen- und Sicherheitspolitik. Der Präsident des Europäischen Rates ist derzeit Herman van Rompuy.

Rat der Europäischen Union

Der Rat der Europäischen Union ist neben dem Parlament das zweite gesetzgebende Organ der EU. Beim Zusammentreffen der nationalen Minister werden u.a. Rechtsvorschriften der EU verabschiedet, Übereinkünfte mit externen Staaten geschlossen, der Haushaltsplan der EU genehmigt und eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik erarbeitet. Der Rat der EU hat keine festen Mitglieder, sondern setzt sich je nach thematischem Schwerpunkt (Ressort) aus anderen Ministern zusammen. Der Vorsitz richtet sich immer nach dem jeweiligen Land, das gerade die Ratspräsidentschaft innehat.

Europäische Kommission

Die Kommission ist gewissermaßen die “Regierung” der Europäischen Union. Sie vertritt die allgemeinen Interessen der Mitgliedsstaaten, erarbeitet neue Gesetzesvorschläge, setzt politische Maßnahmen um und verwaltet die Finanzen der EU. Zu ihren Aufgaben zählt auch die Überwachung der Mitgliedsstaaten mit Blick auf die Umsetzung europäischer Gesetze. Sie besteht aus 28 Kommissaren, die für jeweils vier Jahre gewählt werden. Jedes EU-Land entsendet dafür einen Kommissar, dem ein Ressort zugeteilt wird. Präsident der Europäischen Kommission ist Jean Claude Juncker. Die Ernennung der Kommissare durch den Europäischen Rat darf nur in Abstimmung mit dem Parlament erfolgen. Gleichermaßen sind die Mitglieder der Kommission gegenüber dem Parlament zur Rechenschaft verpflichtet. Die Kommission hat ihre Sitze in Brüssel und Luxemburg, wobei sie in jedem Mitgliedsstaat mindestens eine Vertretung unterhält.

Gerichtshof der Europäischen Union

Der Gerichtshof der Europäischen Union ist für die Auslegung und Kontrolle der EU-Gesetzgebung in den einzelnen Mitgliedsstaaten verantwortlich. Er ist auch für Rechtsstreite zwischen den Regierungen der EU-Staaten und den Institutionen der Europäischen Union zuständig. Auch Rechtssachen von Privatpersonen, Organisationen und Unternehmen werden bearbeitet. Jeder Staat der EU stellt einen Richter für den Gerichtshof.  Teil dieses Organs der EU sind auch die 8 Generalanwälte, die öffentlich und unparteiisch Stellung zu vorliegenden Rechtssachen nehmen. Sie werden, ebenso wie die Richter, für eine Dauer von 6 Jahren gewählt.

Rechnungshof der Europäischen Union

Der Rechnungshof hat die Aufgabe, die Finanzen der Europäischen Union zu prüfen und die Einnahmen und Ausgaben zu überwachen. Er verbessert damit das EU-Finanzmanagement und bewahrt die Interessen der Bürgerinnen und Bürger der EU. In regelmäßigen, unabhängigen Berichten nimmt er Stellung zur aktuellen Finanzlage und dient dem Rat der Europäischen Union als Hilfe bei der Kontrolle des EU-Haushalts.

Quelle: www.europe-direct-dortmund.de